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WM 2006

07.02.2012 | 06:35 Uhr

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Türkei gegen Schweiz - ein WM-Playoff mit Folgen

FIFA untersucht Skandalspiel

Der Internationale Fußball-Verband (FIFA) hat die ersten Beteiligten am Skandalspiel zwischen der Türkei und der Schweiz angehört.

"Dabei ging es weder um die Wertung dieser Sachverhalte noch um die Festlegung eines Strafmaßes", teilte die FIFA anschließend mit.

Insgesamt wurden im FIFA-Hauptquartier in Zürich 22 Personen vernommen, um die genauen Umstände und Urheber der skandalösen Vorfälle beim WM-Qualifikations-Rückspiel am 16. November in Istanbul (4:2) zu ermitteln. Befragt wurden neben Schiedsrichter Frank de Bleeckere aus Belgien auch die Bundesligaspieler Alpay Özalan (1.FC Köln), Raphael Wicky (Hamburger SV) und Benjamin Huggel (Eintracht Frankfurt). Gegen Alpay und Huggel hat die FIFA sogar Einzelverfahren eingeleitet.

Die Aussagen der Beteiligten sollen in den kommenden Tagen ausgewertet werden. Danach will die FIFA-Disziplinarkommission unter Vorsitz von Scheich Salman Bin Ebrahim Al-Khalifa (Bahrain) "so rasch wie möglich" über die nächsten Schritte befinden. Möglicherweise werden weitere Befragungen und anderweitige Beweiserhebungen angeordnet sowie zusätzliche Verfahren eröffnet.

Keine Entscheidung vor 2006

Die FIFA betonte noch einmal ausdrücklich, dass aufgrund des aufwändigen Ermittlungsverfahrens erst Anfang 2006 mit Urteilen gerechnet werden könne.

Bei der Partie im Sükrü-Saracoglu-Stadion in Istanbul hatten die Türken nach der 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel die WM-Qualifikation verpasst. Daraufhin war es zu Prügelszenen auf dem Spielfeld und im Kabinengang gekommen.

Tür aufgebrochen

Der polnische Verbandspräsident Michal Listkiewicz, einer der zwei FIFA-Beobachter bei diesem Match, hatte vor allem den türkischen Nationaltrainer Fatih Terim schwer belastet. "Als ich mich in die Referee-Kabine begab, war die Tür aufgebrochen und die Schiedsrichter waren nicht anwesend. Von den Schiedsrichtern und einem FIFA-Beauftragten habe ich bei meinen späteren Recherchen erfahren, dass die Türe durch Terim und Schlussmann Volkan eingetreten wurde", hatte Listkiewicz vorab in einem Interview erklärt.

Terim bestreitet diese Vorwürfe vehement. Der FIFA-Offizielle hatte zudem von einem "großen Skandal" und "unvorstellbaren Szenen" nach Spielschluss gesprochen und dabei auch die Spieler Emre Belözoglu, Mehmet Özdilek und Alpay Özalan als Schuldige genannt.

Bereits am Dienstag vergangener Woche hatten die Ereignisse
von Istanbul mit dem Rücktritt des türkischen Co-Trainers Mehmet Özdelek die ersten Konsequenzen nach sich gezogen. Özdelek gilt als einer der Hauptbeteiligten an den Ausschreitungen. Wie TV-Bilder bewiesen, wurde der Assistent von Nationaltrainer Terim vom Schweizer Benjamin Huggel von Eintracht Frankfurt getreten. Daraufhin entwickelte sich ein Tumult, in den der Kölner Abwehrspieler Alpay maßgeblich verwickelt war.

sid | Stand: 30.11.2005, 15:31 Uhr

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