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Aus dem Archiv von sportschau.de
09.02.2012 | 01:58 Uhr
Augenzeugenberichte aus Istanbul
Tritte, Schläge, Gerangel - nach dem WM-Relegationsspiel der Türkei gegen die Schweiz ging es im Kabinengang drunter und drüber. Beteiligte berichten von unglaublichen Szenen.
Bekam die Härten auf und neben dem Feld zu spüren: Raphael Wicky
Direkt nach dem Schlusspfiff feierten die Schweizer Spieler nicht etwa die erfolgreiche WM-Qualifikation, sondern sprinteten schnurstracks Richtung Kabinengang.
Dadurch entgingen sie zwar dem Hagel aus Steinen, Flaschen und Feuerzeugen von den Zuschauerrängen, dafür kam es im Kabinengang zu Auseinandersetzungen mit Ordnern und Spielern der türkischen Gastgeber.
"Jeder musste um sein Leben rennen", berichtete Marco Streller, der in der Bundesliga für den VfB Stuttgart stürmt, "Sicherheistleute, und türkische Spieler haben uns angegriffen." Leverkusens Tranquillo Barnetta bestätigte: "Es ging drunter und drüber. Einige haben am Boden gelegen und wurden getreten. Das ist eine Frechheit."
Auch Raphael Wicky wurde Opfer von Attacken. "Es war unfassbar. Ich habe Schläge gegen den Kopf und in den Rücken bekommen. Damit war ich aber noch gut bedient. Die Altintop-Brüder haben mich in die Mitte genommen und mich gegen ihre eigenen Mannschaftskollegen verteidigt", erklärte er gegenüber der Internetredaktion seines Klubs Hamburger SV.
Über den am Boden liegenden Benjamin Huggel seien laut Wicky einige Spieler und Ordnungskräfte "drüber getrampelt." Andere Augenzeugen hatten berichtet, Huggel sei zuvor mit dem türkischen Physio-Trainer Mehmet Özdilek aneinander geraten.
Die FIFA hat mittlerweile Untersuchungen zu den Vorfällen angekündigt und will den Fall bis zur Auslosung der WM-Gruppen am 9. Dezember in Leipzig geklärt haben.
Stand: 17.11.2005, 11:51 Uhr
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