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WM 2006

09.02.2012 | 13:50 Uhr

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2:4 in Istanbul reicht

Schweiz zittert sich zur WM

Nach dem 2:0 im Hinspiel legten die Schweizer auch in Istanbul vor: Bereits in der ersten Minute traf Alexander Frei mit einem Hand-Elfmeter gegen die Türken. Danach allerdings musste das Team um das WM-Ticket lange zittern.

Die Mannschaft von Trainer Köbi Kuhn unterlag beim WM-Dritten Türkei im Playoff-Rückspiel zwar mit 2:4 (1:2), schaffte nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel aber dennoch die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland.

Nach der frühen Führung durch Alexander Frei (2.) per Handelfmeter, mussten die Eidgenossen nach Toren von Tuncay (22., 36.) und Necati Ates (52., Foulelfmeter) jedoch kräftig zittern, ehe der eingewechselte Stuttgarter Bundesliga-Profi Marco Steller (84.) die erste WM-Teilnahme seit 1994 in den USA endgültig perfekt machte. Die Türken verpassten hingegen ihre drittes Ticket zur WM nach 1954 und 2002. Der vierte Treffer der Gastgeber durch Tuncay (89.) kam zu spät für die Wende.

Nachdem die Schweizer bereits bei ihrer Ankunft, als der Mannschaftsbus auf dem Weg vom Flughafen ins Teamhotel Ceragan Palace mit Eiern und Milchtüten beworfen wurde, einen Vorgeschmack auf die brisante und emotionsgeladene Partie erhielten, begannen sie das Spiel hoch konzentriert. Nach wenigen Sekunden spielte der Kölner Alpay den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand, Frei verwandelte sicher für die Gäste, die das Spiel mit den Bundesliga-Profis Raphael Wicky (Hamburger SV), Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen), Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt) und Philipp Degen (Borussia Dortmund) begannen.

Danach entfachten die Türken, bei denen neben Alpay auch der Schalker Hamit Altintop von Beginn an auflief, einen Sturmlauf und kamen zu guten Möglichkeiten. Die Halbzeitführung war die logische Konsequenz.

Nach dem Wechsel verwandelte Necati Ates einen von Streller verursachten Elfmeter, doch am Ende verpassten es die Gastgeber, den fehlenden fünften Treffer nachzulegen. Auf der anderen Seite hatte Frei (65./69.) gleich mehrfach den vorentscheidenden zweiten Treffer der Schweizer auf dem Fuß.

Ausschreitungen nach dem Spiel

Nach dem Schlusspfiff wurden die Spieler der Gäste durch Sicherheitskräfte und türkische Ersatzspieler tätlich angegriffen. Ersatzspieler Stephane Grichting erhielt einen Tritt in den Unterleib und musste zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden, Torwarttrainer Erich Burgener wurde von Wurfgegenständen getroffen und kassierte ein blaues Auge. Dies berichtete der Schweizer Pressesprecher Pierre Benoit.

Die Eidgenossen mussten buchstäblich in die Kabine flüchten. Von den Rängen warfen die enttäuschten türkischen Anhänger Gegenstände auf den Platz und im Kabinengang wurden sogar Medienvertreter tätlich angegriffen. Noch Stunden nach der Partie hockte die Schweizer Delegation in der Kabine. "Das war nicht anders zu erwarten. Damit haben wir gerechnet", sagte der gesperrte Schweizer Nationalspieler Ludovic Magnin vom Bundesligisten VfB Stuttgart über den Spießrutenlauf seiner Kollegen nach der Partie. Mit den Vorkomnissen in Istanbul wird sich in Kürze der Weltverband FIFA beschäftigen. Den Türken drohen drastische Strafen.

Stand: 16.11.2005, 23:54 Uhr

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