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Confederations Cup 2005

07.02.2012 | 06:08 Uhr

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Nachrichten - Allgemein

Frankfurts WM-Stadionchef zum Wasserfall an der Eckfahne

Winfried Naß: Das waren Extrembedingungen

Von Frank Menke

Beim Confed-Cup-Finale waren sie wieder da, die Bilder von der berühmten WM-Regenschlacht 1974 beim Spiel Deutschland - Polen. Das Dach war leck geschlagen. Drohen 2006 neue "Wasserspiele". sport.ARD.de fragte bei Frankfurts Stadionchef Winfried Naß nach.

Wasserfall vom Stadiondach; Rechte: dpa Bild groß Wasserfall vom Stadiondach

Herr Naß, was war die Ursache für das Leck im Frankfurter Stadiondach beim Confed-Cup-Finale?

Winfried Naß: Eine Halterung an der Stelle, wo das Wasser durchkam, war nicht ausreichend fest arretiert. Die Wassermenge, die da drauf drückte, war so hoch, dass sich da eine Beule bildete. Und die konnte sich nicht von selbst entleeren.

Warum war die Halterung nicht ordnungsgemäß arretiert?

Naß: Das wissen wir nicht, das müssen wir noch untersuchen.

Es heißt, dass für Zuschauer und Akteure keine Gefahr bestanden habe.

Naß: So ist es.

Was hätte passieren können, wenn das Dach an einer anderen Stelle gebrochen wäre?

Naß: Auch dann hätte keine Gefahr bestanden. Die Nähte des Dachs öffnen sich ab einem gewissen Druck automatisch. Genau das ist passiert. Da lasteten ungefähr 2.000 Liter Wasser drauf.

Das waren Extrembedingungen

Warum war die Panne nicht zu vermeiden? Ist das Dach nicht ausreichend geprüft worden?

Naß: Wir haben mehrwöchige Testphasen gehabt, in denen das Dach vernünftig und gut lief. Der deutsche TÜV ist sehr gründlich.

Wann fiel überhaupt die Entscheidung, das Dach zu schließen?

Naß: Sie fiel sehr kurzfristig, als die Unwetterwarnung aus Offenbach kam. Daraufhin bin ich zum General Coordinator gegangen und habe ihn gebeten, dass wir das Dach schließen dürfen. Dann wurde es unter großer Eile geschlossen. Dabei ist wohl übersehen worden, dass die Arretierung nicht zugeschnappt ist.

Wenn sie zuschnappt, können Sie dann ausschließen,
dass sich so etwas künftig wiederholt, egal wie heftig es regnet?

Naß: Ja. Mehr Regen als wir hatten wird es ganz selten in Deutschland geben. Ohne Dach wäre das Spiel überhaupt nicht durchführbar gewesen. Der Frankfurter Flughafen war für 40 Minuten geschlossen, das waren Extrembedingungen.

Welche Gegenmaßnahmen werden jetzt ergriffen?

Naß: Wir fahren jetzt wieder Tests, unsere Techniker waren heute schon oben auf dem Dach und versuchen, den Fehler zu finden. Wir gehen davon aus, dass zukünftig nichts mehr passiert.

Windstärke neun trieb Regen durchs Stadion

Werden die betroffenen Zuschauer in irgendeiner Form entschädigt?

Naß: Nein, es ist ein Irrtum, dass Zuschauer betroffen waren. Das Wasser ist nur an der Eckfahne runtergekommen. Da saßen einige Fotografen, aber die haben das eher humorig genommen, weil sie gleich wieder 74er Bilder vor Augen hatten. Die Zuschauer sind aus einem anderen Grund nass geworden. Wir hatten Schlagwetter bis Windstärke neun, das hat den Regen seitwärts durchs Stadion getrieben.

Sehr ärgerlicher Fehler

Es gibt doch eine FIFA-Anweisung, nach der internationale Fußballspiele gar nicht unter geschlossenem Dach stattfinden dürften. Gab es eine Ausnahmeregelung aufgrund der besonderen Wetterlage?

Naß: Ja. Alle Spitzen der FIFA waren im Stadion. Wir hatten bereits am Vortag darauf aufmerksam gemacht, dass es eine extreme Wetterlage geben könnte. Dann haben wir die Tournament Group - also die Gruppe, die das Turnier leitet - verständigt. Daraufhin ist gesagt worden, die FIFA habe keine Bedenken.

Sie können ausschließen, dass es in Frankfurt bei der WM 2006 wieder Wasserspiele wie 1974 geben wird?

Naß: Ja. Es war ein kleiner, sehr ärgerlicher Fehler gewesen, aber nicht die Welt. Wir sind trotz allem zufrieden.

Stand: 30.06.2005, 15:46 Uhr

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