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07.02.2012 | 06:08 Uhr
Argentinien nach dem Erfolg gegen Mexiko
Von Jens Mickler
Als Esteban Cambiasso, der blonde Stürmer der Argentinier, den letzten Ball beim Elfmeterschießen gegen Mexiko versenkt hatte, war das Traumfinale perfekt. Argentinien gegen Brasilien, die derzeit besten Mannschaften der Welt, sehen sich am Mittwoch (29.06.05) in Frankfurt einmal mehr wieder.
Coluccini im Duell mit Adriano
"Wir werden das genießen", versicherte Javier Zanetti, der für seine starke Verteidigerleistung nach dem Halbfinal-Krimi als Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde und sich nun auf das Duell gegen den Kontinental-Rivalen freut: "In Deutschland, dem Ort der WM 2006, gegen Brasilien - das wird großartig." Auch Zanettis Teamkollege Juan Sorin kündigt schon mal an: "Wir haben keine Angst vor dem Finale."
Warum auch? Am Finaltag wird es genau drei Wochen her sein, dass die Argentinier den Nachbarn in der WM-Qualifikation mit 3:1 bezwangen. Einen wahren Sturmwirbel hatten sie am 8. Juni in Buenos Aires entfacht und den amtierenden Weltmeister nach der ersten Halbzeit mit 3:0 in die Kabine geschickt.
So glatt wie gegen Brasilien lief es für das Pekerman-Team gegen die starken Mexikaner lange nicht. Nach dem 0:1-Rückstand in der Verlängerung hing der Finaleinzug am seidenen Faden. Zu sehr hatten sich beide Teams an ihr taktisches Schema gehalten. "Wir haben kein großes Spiel gemacht und vielleicht auch nicht völlig überzeugt. Aber wir haben eine junge Mannschaft und werden für Brasilien gewappnet sein", erklärte Nationaltrainer Jose Pekerman nach dem glücklichen Halbfinalerfolg.
Keineswegs begeistert war auch die argentinische
Presse über die Vorstellung des zweimaligen Fußball-Weltmeisters: "Ein monotones und lauwarmes Spiel der Argentinier, die nur bei den Elfmetern ihre Fähigkeit zeigten", schrieb La Nacion. Die Zeitung Clarin erkannte: "Dieses Mal mit Kampf und Nervosität. Dem Team fehlten der Glanz und die Ideen, aber es spielte mit Herz. Lux war der Schlüssel zum Erfolg."
Trauriger Abgang: Rafael Marquez
Mexiko agierte nach der Pause sogar mutiger als die "Gauchos", wurde aber nicht belohnt. "Wir haben gezeigt, dass wir mit Argentinien mithalten können, aber wir sind nicht belohnt worden", meinte der traurige Schütze des mexikanischen Führungstreffers, Carlos Salcido. Bitter für die Rot-Weiß-Grünen: Die einzigartige Serie von 21 Länderspielen ohne Niederlage fand nun in Hannover ein Ende.
Ricardo La Volpe wollte sich damit nicht so einfach abfinden. Der Trainer der Mexikaner witterte sogar Schiebung im Halbfinalspiel: "Bei Fußballturnieren auf diesem Niveau sind finanzielle Interessen im Spiel. Im Finale sollen nur bestimmte Mannschaften gegeneinander spielen", kommentierte der argentinische Coach von "El Tri". Der Fußball-Lehrer machte den italienischen Schiedsrichter Roberto Rosetti für das Scheitern im Semifinale mitverantwortlich, weil dieser in der 71. Minute gegen den argentinischen Abwehrspieler Fabricio Coloccini keine Rote Karte gezeigt hatte.
Nach einer Attacke Coloccinis, der fortan von den 40.718 Zuschauern in der WM-Arena von Hannover bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde, hatte sein mexikanischer Gegenspieler Ramon Morales eine klaffende Platzwunde erlitten und musste ausgewechselt werden. "Für dieses schreckliche Foul musste Coloccini vom Platz fliegen, das ist unstrittig. Der Angriff galt nur meinem Spieler", wetterte Kettenraucher La Volpe mit krächzender Stimme.
Sei's drum, das Endspiel um den Konföderationen-Pokal wird ohne mexikanische Beteiligung über die Bühne gehen. Stattdessen steht das 93. brasilianisch-argentinische Duell in der Geschichte beider Länder sein. Ein Aufeindertreffen der beiden Top-Mannschaften bei einem großen Turnier gab es noch nie. Bis Mittwoch ist die Bilanz noch ausgeglichen: 26 Unentschieden stehen jeweils 33 Siege der Rivalen gegenüber. Für reichlich Zündstoff ist also gesorgt.
sid | Stand: 27.06.2005, 11:08 Uhr
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