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07.02.2012 | 06:03 Uhr
Zufrieden mit dem Confederations Cup
Der Fußball-Weltverband will im Kampf gegen das Doping möglicherweise neue Wege gehen. Das erklärte FIFA-Chef Blatter vor der Presse in Frankfurt. Er zog außerdem ein positives Fazit des Confederations Cups.
Zufrieden mit dem Confed-Cup: FIFA-Chef Joseph Blatter.
Die FIFA denkt daran, vor der WM 2006 in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) Vorab-Doping-Tests bei allen Spielern der 32 Endrundenteilnehmer durchführen zu lassen. Die Vorab-Doping-Tests sollen die jeweiligen Verbände vornehmen, um sicherzustellen, dass die Akteure bei der Weltmeisterschaft "clean" an den Start gehen.
Der Schweizer reagierte damit auf den Dopingverdacht gegen die beiden mexikanischen Spieler Aaron Galindo und Salvador Carmona, die vor Beginn des Konföderationen-Cups von den Mexikanern intern getestet wurden. Die A-Probe hatte eine positives Ergebnis erbracht. Laut mexikanischen Medien wurde das Steroid Nandrolon festgestellt.
"Wenn schon solche Dopingkontrollen durchgeführt werden, muss gewährleistet sein, dass die Ergebnisse rechtzeitig vor Turnierbeginn vorliegen. Wir warten jetzt den Bericht des mexikanischen Verbande ab und entscheiden dann, ob es von unserer Seite noch eine disziplinarische Untersuchung gibt", sagte der Fifa-Boss. Mexiko war erst nach zwei Turnierspielen in Deutschland von den positiven A-Proben in Kenntnis gesetzt worden.
Blatter ließ indes offen, ob die Fifa die Kontrollen vor der nächsten WM verpflichtend vorschreiben wird: "Damit wird sich die medizinische Kommission beschäftigen. Aber wir wollen ja auch keine Hexenjagd." Sicher ist nur, dass für die WM in Deutschland für alle Spieler ein sportkardiolgisches Gutachten vorliegen muss. Bezüglich der Auseinandersetzungen mit der weltweiten Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) räumte Blatter ein, dass die Fifa einige Passagen in ihrem Reglement noch anpassen müsse, betonte aber, der Wada-Code sei durch die Fifa unterschrieben. Blatter beharrte darauf, den Einzelfall zu prüfen zu wollen.
Beckenbauer ärgert sich über Flitzer.
Ein durchweg positives Fazit des Confederations Cups zogen auf der Pressekonferenz in Frankfurt/Main Blatter und Franz Beckenbauer, der Präsident des deutschen WM-Organisationskomitees. Blatter: "Ich muss den deutschen Organisatoren ein Kompliment machen. Der Konföderationen-Cup wurde wie ein Stiefkind betrachtet. Hier in Deutschland ist er hoffähig geworden."
Zwei Aspekte trübten die ansonsten makellose Bilanz: Der vermutliche Dopingfall und die Zuschauer, die auf das Spielfeld stürmen. "Kaiser" Beckenbauer "ärgerte" es, dass "Wahnsinnige es schaffen, die Sicherheitskräfte abzulenken und den Spielfluss zu unterbrechen. Das darf nicht passieren. Da sind wir ehrgeizig. Wir werden diese Ausflugsstimmung stoppen".
Über "andere kleine Fehler" war Beckenbauer eher froh: "Die können wir jetzt noch abstellen." Für die Fotografen reckten Blatter, Beckenbauer und der Chef des OK für den Konföderationen-Cup, der US-Amerikaner Chuck Blazer, strahlend jeweils den Daumen in die Höhe. FIFA-Generalsekretär Urs Linsi: "Wir haben erstmals nicht Schreibtisch neben Schreibtisch, sondern Schulter an Schulter gearbeitet. Wir waren ein Team."
Blatter gab zu, dass die Neuinterpretation der Abseitsregel bei den Fans eine Gewöhnungszeit braucht: "Die Fans wurden ins Bad geworfen, ohne die Temperatur des Wassers zu kennen." Beckenbauer regte noch eine Verfeinerung der Auslegung an, damit Stürmer und Assistent nicht 40 Meter einem Ball hinterherspurten müssen, ehe der Assistent die Fahne heben darf. Blatter warf der südamerikanischen Konföderation Comebol noch vor, bei der Ansetzung der Spiele um die Copa Libertadores den internationalen Spielkalender nicht respektiert zu haben. Das Niveau der Schiedsrichter bezeichnete der Fifa-Präsident als "so, wie wir das auch im nächsten Jahr erwarten". Für Beckenbauer brachte der "Confed Cup" schon einen Vorgeschmack auf das kommende Jahr: "Da herrschte jetzt schon in jedem Stadion Feiertagsstimmung, auch wenn Deutschland nicht beteiligt war."
sid | Stand: 27.06.2005, 15:12 Uhr
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