Wie sicher sind die Weltcups in Deutschland?

Schneemangel

Schneemangel im Wintersport

Wie sicher sind die Weltcups in Deutschland?

Der Deutsche Skiverband (DSV) zwischen Schnee- und Terminsuche: Weil wetterbedingt in dieser Saison einige Weltcups abgesagt werden mussten, wird über mögliche Terminverlegungen nachgedacht.

"Nach diesem Winter müssen wir darüber nachdenken, wir sind da auch im Dialog mit den Weltverbänden", erklärte Florian Kurz, neuer Generalsekretär des DSV, am Rande des Biathlonweltcups in Ruhpolding. Die Gemeinde im Chiemgau war kurzfristig für das thüringische Oberhof eingesprungen, wo der Weltcup mangels Schnee nicht ausgetragen werden konnte. Auch die Weltcups der Nordischen Kombinierer unmittelbar nach Neujahr in Schonach waren bereits dem Schneemangel zum Opfer gefallen.

Schneemangel kontra Wunschtermin

Wie's im kommenden Winter weitergeht, ist offen. Ein späterer - und möglicherweise schneesicherer Termin - könnte die Rettung für zahlreiche Weltcups in Deutschland sein. Doch "auf der anderen Seite sind gerade diese frühen Zeitpunkte medial interessant", erklärte Kurz. Will heißen: Mehr TV-Zuschauer, mehr Zuschauer bei den Wettkämpfen, mehr Prestige für den Ausrichter - die Weltcups Anfang Januar sind traditionell die begehrtesten und nicht nur aus Zuschauersicht attraktivsten im gesamten Winter, egal in welcher Sportart.

Die Schneeproduzenten

Der DSV will deshalb zunächst am Schneeproblem arbeiten. "Wir versuchen erstmal über die Schneeabsicherung die Weltcup-Zeitpunkte so zu halten, wie wir sie eigentlich gewohnt sind", sagt Kurz. Knapp eine Million Euro hat der DSV bereits in die Schneesicherheit investiert. "Wir müssen dazu übergehen, Schneemanagement zu betreiben, damit wir bei solchen schneearmen Wintern auch die Wettkämpfe absichern können", so Kurz.

Schneemangel

Schanze in Willingen, wo am Wochenende gesprungen wird

Zwei Schnee-Erzeuger hat der Skiverband gekauft und eine Technologie- und Service-GmbH gegründet. Die "Snowfactorys", eine Technik aus Südtirol, können bei bis zu sieben Grad ohne chemische Zusätze Schnee produzieren. Der Skisprungweltcup in Klingenthal wurde beispielsweise so abgesichert. "Wenn man frühzeitig die Weichen stellt, braucht in Deutschland kein Skispringen mehr ausfallen", sagt Kurz.

Biathlon und Langlauf bisher nur Testphase

Schneemangel

Biathleten in Ruhpolding

Beim Biathlon und Langlauf sei man allerdings noch in der Testphase. "Leider hat es für Oberhof nicht gereicht. Aber für die Zukunft sind wir dabei, die Weichen zu stellen, dass wir auch sicheren Biathlon durchführen können", meinte Kurz. Ein Biathlonweltcup ist auch ein nicht unwesentlicher Wirtschaftsfaktor. Der Weltcup in Oberhof etwa spült jährlich mehr als eine Million Euro Mehrwertsteuer in die Staatskasse. Tourismus, Gastgewerbe, Handwerk und andere Versorger erzielen pro Weltcup bis zu 20 Millionen Euro Umsatz. Geld, das in diesem Winter fehlt.

dpa | Stand: 08.01.2016, 15:40

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