Forfang nutzt "Windglück" für sich

Weltcup in Willingen

Forfang nutzt "Windglück" für sich

Der Norweger Johann Andre Forfang hat das zweite Weltcupspringen in Willingen gewonnen. Der Pole Kamil Stoch sicherte sich die Wertung "Willingen Five". Bester Deutscher war Markus Eisenbichler.

Starker Schneefall und wechselnde Böen machten das letzte Weltcupspringen vor den Winterspielen in Pyeongchang zu einer kleinen "Windlotterie". Und die DSV-Adler hatten dabei kein Glück. Richard Freitag (Aue) und Andreas Wellinger (Ruhpolding) hatten schon nach dem ersten Durchgang praktisch keine Chance mehr auf eine Topplatzierung. Lediglich Eisenbichler (Siegsdorf) trotzte den schwierigen Bedingungen und war endlich wieder mal bester Deutscher.

"Willingen Five": Stoch sichert sich 25.000 Euro Prämie

Johann Andre Forfang

Johann Andre Forfang

Den Tagessieg sicherte sich Forfang, der vor allem mit seinem ersten Sprung den Grundstein zu seinem zweiten Weltcupsieg legte. Mit Sprüngen auf 147,5 und 144,5 Meter siegte er vor dem Polen Stoch, der seine Favoritenstellung für die Olympischen Spiele untermauerte und sich auch die mit 25.000 Euro dotierte "Willingen Five"-Wertung sicherte. Dritter wurde sein Landsmann Piotr Zyla.

Freitag gibt Gesamtweltcupführung ab - Lichtblick Eisenbichler

Für Freitag war es ein gebrauchter Tag. Er hatte gleich zweimal Pech mit dem Wind. Nach 128 Metern und Platz 17 im ersten Durchgang hatte er im Finaldurchgang richtig schlechte Windbedingungen und musste den Sprung bei 118 Metern abbrechen. Platz 28 entspricht nicht seinen Erwartungen: "Ich hadere nicht. Es war heute einfach ein bisschen schwierig", sagte Freitag im ZDF. Und weiter: "Ich war ein bisschen spät dran, es war sehr unruhig in der Luft. Ich werde das aber nicht überbewerten. Ich denke, in Pyeongchang ist das eine ganz andere Schanze." Das Trikot des Gesamtweltcupführenden muss der 26-Jährige jedenfalls erstmal abgeben - Stoch wird es in Pyeongchang tragen.

Freitag - "Der Zweite war eigenes Verschulden"

Sportschau | 03.02.2018 | 01:07 Min.

Leyhe gewinnt "Duell" mit Geiger

Auch für Wellinger - vergangenes Jahr hier noch Sieger - lief es nicht optimal. Am Ende stand für ihn Platz zehn zu Buche. Gerade im ersten Durchgang hatte auch er Pech mit dem Wind und landete "nur" auf Rang 15. Später konnte er sich immerhin noch um fünf Plätze verbessern.

Lokalmatador Stephan Leyhe wurde 18. Im direkten Duell mit Karl Geiger (Oberstdorf) um den vierten Platz fürs Einzelspringen in Pyeongchang sollte er damit momentan knapp die Nase vorn haben. Geiger kam diesmal auf Rang 22.

Schuster: "Muss man runterschlucken"

Werner Schuster

Werner Schuster

Das Fazit von Bundestrainer Werner Schuster fiel kurz und klar aus: "Richard hatte heute viel Pech. Für Markus war es ein klarer Schritt nach vorne", sagte er im ZDF. Nach dem ersten Sprung hatte Schuster einmal mehr Kritik an der Jury geübt: "Richard hat seine Leistung gebracht. Es ist etwas zweifelhaft, ihn bei solchen Windbedingungen abzulassen. Aber das muss man wohl runterschlucken."

Thema in: MDR aktuell, 04.02.2018, 19.30 Uhr

wp/sid/dpa | Stand: 04.02.2018, 12:16

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