Mit Understatement aufs Podest?

Severin Freund

61. Vierschanzentournee

Mit Understatement aufs Podest?

Die deutschen Skispringer scheinen in der laufenden Saison endlich wieder die richtige Flugkurve gefunden zu haben. Severin Freund & Co. springen auf Augenhöhe mit den Topfliegern der Welt. Vor der Vierschanzentournee sind die deutschen Adler dennoch zurückhaltend.

"Das Wichtigste ist, dass wir unseren Weg nicht verlassen und unbeirrt und unaufgeregt die nächsten Schritte setzen", sagt Bundestrainer Werner Schuster vor dem Auftakt - am Samstag startet die Tournee mit der Qualifikation in Oberstdorf - zurückhaltend. Ähnlich vorsichtig gibt sich Severin Freund, immerhin Gesamtweltcupzweiter: "Für mich gibt es keine Favoriten. Es gibt nur einen Kreis von Anwärtern, die gut in Form sind und um die vorderen Plätze mitspringen können", sagt der zweifache Saisonsieger, räumt aber ein: "Da gehöre ich sicher dazu."

Neues Duell Deutschland-Österreich?

Die deutschen Skispringer tragen ihr Selbstbewusstsein dosiert zur Schau. Vom in den Medien hochgespielten Zweikampf der DSV-Springer mit den scheinbar unantastbaren Österreichern will keiner so recht etwas wissen, auch wenn Bundestrainer Schuster zugibt, dass der erste Podestplatz in Oberstdorf seit zehn Jahren nah ist: "Die Chancen dafür stehen gut." Die Österreicher selbst messen dem Duell da schon mehr bei. "Wenn du in einen tobenden Kessel springst, bekommst du Gänsehaut. Das ist genial. Es ist super, dass es wieder ein richtiges deutsch-österreichisches Duell gibt", sagt Topspringer Andreas Kofler: "Die deutsche Mannschaft ist genauso in der Favoritenrolle wie wir."

Schuster will davon allerdings nichts wissen und zieht einen Vergleich aus dem Fußball heran: "Dortmund war Champions-League-Sieger, dann waren sie im Keller und jetzt haben sie sich wieder aufgerappelt. Aber wenn sie gegen den FC Barcelona spielen, können sie nicht hergehen und sagen, die hauen wir weg. Das wäre unseriös", sagt der Bundestrainer. Mit einem Schmunzeln ergänzt er: "Aber sie haben die Qualität, auch Barcelona zu schlagen. Genau in dieser Situation sind wir."

Hoffen auf das Toptrio

Richard Freitag

Richard Freitag

Neben Freund ruhen die Hoffnungen im deutschen Team auf Richard Freitag und Andreas Wellinger. Das Trio kann die Qualifikation aufgrund seiner Top-Ten-Platzierungen im Gesamtweltcup als Trainingseinheit nutzen. Entsprechend locker gehen die Springer die Tournee an. "Ich habe mir vorgenommen, den Trubel für mich zu nutzen und mit Freude und Leichtigkeit zu springen", sagt Freitag.

Andreas Wellinger

Andreas Wellinger

Komplett ohne Druck geht der erst 17-jährige Shootingstar Wellinger, der in der laufenden Saison schon zwei Mal auf dem Podest stand, in seine erste Tournee: "Meine Ziele für diese Saison habe ich bereits weit übertroffen. Alles was jetzt noch kommt, ist Zugabe. Ich fühle mich sehr wohl im Team und bin gespannt, wie wir uns bei der Tournee schlagen", so der Elftklässler vom Skigymnasium Berchtesgaden.

Das Tourneeprogramm

  • 29. Dezember: Qualifikation Oberstdorf (16.00 Uhr)
  • 30. Dezember: Springen Oberstdorf (16.00 Uhr)
  • 31. Dezember: Qualifikation Garmisch-Partenkirchen (13.45 Uhr)
  • 1. Januar: Springen Garmisch-Partenkirchen (14.00 Uhr)
  • 2. Januar: Ruhetag
  • 3. Januar: Qualifikation Innsbruck (13.45 Uhr)
  • 4. Januar: Springen Innsbruck (13.45 Uhr)
  • 5. Januar: Qualifikation Bischofshofen (16.15 Uhr)
  • 6. Januar: Springen Bischofshofen (16.30 Uhr)

sid / dpa | Stand: 29.12.2012, 11:22

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