Neujahrsspringen - Stoch nach Nervenkrimi erneut vor Freitag

Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen

Neujahrsspringen - Stoch nach Nervenkrimi erneut vor Freitag

Kamil Stoch hat das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Der Pole setzte sich vor Richard Freitag durch. Der Vorjahressieger baute seinen Vorsprung in der Tourwertung auf Freitag weiter aus.

Richard Freitag beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Richard Freitag (li.) und Kamil Stoch beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Es war ein grandioses Spektakel am Neujahrstag in Garmisch-Partenkirchen. Zehntausende Zuschauer feuerten im Olympia-Stadion die Skispringer an. Freitag (Aue/132 Meter) ließ im ersten Durchgang als Sechster zwar einige Punkte auf Sieger Stoch (135,5/137 Meter) liegen. Doch mit seinem zweiten Sprung auf 137 Meter schaffte es der Wahl-Oberstdorfer doch noch auf das Podest. Dritter wurde der Norweger Anders Fannemel.

Freitag: "Da kann man nur gratulieren"

Mit seinem weiten Satz trotz Rückenwindes machte Freitag den zweiten Durchgang noch einmal richtig spannend. Fannemel, Junshiro Kobayashi und Karl Geiger, die im ersten Durchgang noch besser waren, kamen an dem Sachsen nicht vorbei. Eine lange Pause wegen Windböen ließ zudem die deutschen Fans hoffen, Stoch könnte Nerven zeigen. Doch der polnische Olympiasieger blieb ganz ruhig und segelte nach der Unterbrechung mit der Tagesbestweite zum Sieg. "Ich bin zufrieden. Was der Kamil gemacht hat, war einfach sehr stark. Da kann man nur gratulieren", sagte Freitag nach dem Wettkampf im ARD-Hörfunk.

In der Gesamtwertung hat Stoch vor den beiden abschließenden Springen nun 11,8 Punkte Vorsprung auf Freitag. "Er ist ein starker Knochen da vorn dran", sagte Freitag mit einem Lachen.

Freitag - Stoch "war heute sehr, sehr stark"

Sportschau | 01.01.2018 | 01:42 Min.

Geiger und Leyhe in den Top 10

Nach dem ersten Durchgang war Geiger mit 136 Metern als Vierter noch der beste Deutsche. "Die Kulisse ist der Wahnsinn. Das hat richtig Spaß gemacht", sagte der Oberstdorfer im ZDF. Beim zweiten Sprung waren es "nur" 133 Meter. Geiger fiel auf den siebten Rang zurück. Eine ganz starke Leistung zeigte Stephan Leyhe (Willingen): Mit 130,5 und 137,5 Metern sprang er auf den zehnten Platz.

Wellinger und Eisenbichler auf 11 und 14

Andreas Wellinger (Ruhpolding) hatte zwei unterschiedliche Durchgänge: Im ersten sprang der Ruhpoldinger nur auf 125,5 Meter. Im zweiten landete er auf 138 Meter und verbesserte sich vom 14. auf den elften Platz. Markus Eisenbichler zeigte 128,5 Meter und 136,5 Meter. In der Endabrechnung wurde der Siegsdorfer 14..

Schmid und Siegel als "Lucky Loser" weiter

Constantin Schmid (Oberaudorf) landete mit Sprüngen über 128,5 und 124 Metern auf den 24. Platz. David Siegel (Baiersbronn) wurde 28. (126,5/123,5 Meter). Beide hatten sich als "Lucky Loser" für den zweiten Durchgang qualifiziert.

Mitfavorit Kraft im ersten Durchgang raus

Stefan Kraft

Schaffte es nicht in den zweiten Durchgang: Stefan Kraft.

Alle Chancen auf den Tournee-Sieg verspielte Doppel-Weltmeister Stefan Kraft, der mit einem Sprung auf 122,5 m (117,4 Punkte) sein Duell gegen den Slowenen Ziga Jelar verlor und den zweiten Durchgang verpasste. "Ich bin ein bisschen ratlos. Das ist ein sehr bitterer Tag. Die Enttäuschung ist riesig. Aber vielleicht geht der Knopf ja noch auf", sagte der Österreicher im ZDF. Der Tourneesieger von 2014/15 hatte nach dem Springen von Oberstdorf noch auf dem vierten Platz gelegen.

Sieben Deutsche im Finale

Mit der mannschaftlichen Leistung kann Bundestrainer Werner Schuster zufrieden sein. Sieben DSV-Adler schafften es in den Final-Durchgang. Nur Pius Paschke (Kiefersfelden/112,5 Meter) und Andreas Wank kamen nicht weiter. Dem Hinterzartener reichten 125 Meter in seinem Duell mit Kamil Stoch nicht zum Weiterkommen.

Am Mittwoch (03.01.2018) geht es mit der Qualifikation auf der Bergiselschanze in Innsbruck weiter, die Entscheidung über den Tourneesieg fällt am Samstag (06.01.2018) in Bischofshofen.

nho/dh | Stand: 01.01.2018, 16:02

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