Tournee-Sieg für Peter Prevc rückt näher

Peter Prevc

Skispringen in Innsbruck

Tournee-Sieg für Peter Prevc rückt näher

Severin Freund hat auf der Bergiselschanze in Innsbruck nach einem Sturz im Probedurchgang zwar noch zwei exzellente Sprünge gezeigt. Doch Peter Prevc war am Sonntag (03.01.16) einmal mehr nicht zu schlagen. Der Slowene steht damit vor dem Gesamtsieg der Vierzschanzentournee.

Das war zunächst ein Schock - als Freund im Probedurchgang bei der Landung nach 129,0 Metern stürzte und auch noch mit dem Hinterkopf auf den Hang aufschlug. Doch der 27-Jährige verkraftete das Malheur gut. Mit Sprüngen auf 122,5 und 128,0 Meter erreichte der Weltmeister bei der dritten Station der Vierschanzentournee Rang zwei - vor dem Norweger Kenneth Gangnes. Für den Mann, der für Rastbüchl startet, war das zugleich der erste Podestplatz in Innsbruck.

"Es ging eh schnell genug mit allem. Da hat man nicht viel Zeit zu überlegen", sagte Freund im ZDF zu seinem Sturz. "Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Es gibt momentan einfach einen besseren Springer als Severin - das ist Peter Prevc", ergänzte Bundestrainer Werner Schuster.

Prevc kommt mit Rückenwind am besten zurecht

Severin Freund

Zum ersten Mal auf dem Treppchen in Innsbruck: Severin Freund

Beide Durchgänge souverän gestaltete eben dieser Peter Prevc, der schon das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewonnen hatte. Der Slowene war in Innsbruck schon nach dem ersten Durchgang mit einer Weite von 125,0 Metern in Führung. Im von heftigen Rückenwind geprägten Finale, in dem einige Topspringer Probleme hatten, gelangen dem 23-Jährigen sogar außergewöhnliche 132,0 Meter. Das bedeutete den Tagessieg mit dem großen Vorsprung von 11,5 Punkten auf Freund.

Topfavorit nun fast 20 Punkte vorn

Zum Finale in Bischofshofen am 6. Januar nimmt Prevc, der in diesem Winter schon fünfmal gewann, einen Vorsprung von 19,7 Punkten mit - sehr wahrscheinlich zu viel, um das noch aufzuholen. "Ich bin echt zufrieden heute mit dem Wettbewerb. Nach dem Probedurchgang war ich etwas in Sorge. Glücklicherweise konnte ich mich konzentrieren", sagte der Topfavorit im ZDF. Freund hat den Gesamtsieg mehr oder weniger abgehakt: "Peter macht das schon extrem souverän und ist im Moment einen Tick besser", lobte er seinen Rivalen. "Um die Tournee zu gewinnen, braucht es jetzt ein Wunder. Oder ein Unglück. Aber das wünsche ich keinem", so Freund. Auch die Statistik spricht für den Slowenen: In den vergangenen zehn Jahren triumphierte der Führende nach drei Wettbewerben auch am Ende.

Prevc wäre erst der zweite Tournee-Sieger aus Slowenien nach Primoz Peterka 1996/97. Platz zwei winkt wohl Freund, der in der Tournee-Wertung nach drei Stationen 22,2 Punkte Vorsprung vor Gangnes hat.

Vier Deutsche in den Top Ten

Die deutschen Adler legten in Innsbruck mannschaftlich ein sehr gutes Resultat hin: Andreas Wellinger (Ruhpolding) kam als Sechster zu seinem besten Saisonergebnis. Andreas Wank (Hinterzarten) wurde Neunter und Vorjahressieger Richard Freitag (Aue) Zehnter. Stephan Leyhe (Willingen) kam am Ende auf Rang 21. Karl Geiger und Michael Neumayer (beide Oberstdorf) hatten das Finale verpasst.

Ende der Austria-Ära

Eine historische Serie wird in Bischofshofen reißen: Nach sieben Gesamtsiegen in Folge für Österreich wird es diesmal keinen rot-weiß-roten Erfolg geben. Der Rückstand des besten Österreichers, Michael Hayböck, auf Prevc beträgt 43,1 Punkte.

eei | Stand: 03.01.2016, 15:53

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