Überflieger Stoch vollbringt das Vierfach-Kunststück

Vierschanzentournee

Überflieger Stoch vollbringt das Vierfach-Kunststück

Vier Schanzen - vier Siege! Überflieger Kamil Stoch gewinnt die Vierschanzentournee und ihm gelingt als zweitem Springer nach Sven Hannawald der Grand Slam. Andreas Wellinger verteidigt in Bischofshofen seinen zweiten Platz.

"Er kann sich nur selbst schlagen", hatte Wellinger schon vor den Abschlussspringen gesagt, doch Stoch blieb einfach cool. Der Tournee-Dominator distanzierte die Konkurrenz in beiden Durchgängen und holte sich nach seinen Siegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck auch Platz eins in Bischofshofen.

Auf der größten der vier verschiedenen Schanzen gelang dem 30-jährigen Stoch schon im ersten Durchgang der weiteste Satz. Der Mann ohne Nerven ging knapp vor seinem Landsmann Dawid Kubacki in Führung und hatte schon da eine Hand am Tourneesieg und an Hannawalds Rekord.

Hannawald gratuliert

Auch im Finaldurchgang blieb der polnische Nationalheld in der Erfolgsspur und flog auf 137 Meter. Dank der besseren Haltungsnoten reichte dies zum Sieg vor dem Norweger Andres Fannemel. Erster Gratulant im Auslauf war Sven Hannawald, dem bislang als einzigem Springer vier Siege bei den vier Springen der Tournee gelangen. Richard Freitag, der sich bis zu seinem Sturz in Innsbruck noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen durfte, gratulierte vom heimischen Sofa aus.

Stoch selbst war erst einmal fast sprachlos: "Ich muss das alles erst mal verarbeiten. Die Sprünge waren nicht perfekt, aber ich habe mein Bestes gegeben", sagte er im Ersten.

Wellinger in der Tournee auf Platz zwei

Wellinger, auf dem nach dem Verletzungs-Aus von Richard Freitag die deutschen Hoffnungen lagen, begann den Wettbewerb mit einem guten, aber nicht ganz fehlerfreien Sprung auf 129 Meter und Rang sechs.

Auch im Finale bliebt der 22-Jährige konzentriert und zog seinen stilistisch hervorragenden Sprung auf 139 Meter. Das bedeutete in der Tageswertung am Ende Rang drei. In der Tournee verteidigte Wellinger seinen zweiten Platz.

Von den insgesamt sechs deutschen Springern hatten sich fünf für den zweiten Durchgang qualifiziert. Nur für Pius Paschke war nach dem ersten Sprung Schluss. Markus Eisenbichler sorgte mit Sprüngen auf 126,5 und 129 Metern, die ihn auf Rang zehn brachten, für die zweitbeste deutsche Platzierung. Constantin Schmid wurde 15., Karl Geiger kam auf Rang 16, Stephan Leyhe wurde 19.

In der Tourneewertung sorgten die deutschen Springer auch ohne den langzeitverletzten Severin Freund und den in Innsbruck gestürzten Richard Freitag für ein versöhnliches Ende. Hinter Wellingers Stockerlsplatz landete Eisenbichler auf Rang sieben, Geiger und Leyhe wurden Elfter und 13.

Thema in: Wintersport im Ersten, Das Erste, 06.01.2018, 9.00 Uhr

ck | Stand: 06.01.2018, 17:14

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