Tande neuer Weltmeister - WM-Bronze für Richard Freitag

Skiflug-WM in Oberstdorf

Tande neuer Weltmeister - WM-Bronze für Richard Freitag

Die Überraschung blieb aus: Daniel-André Tande ist neuer Skiflug-Weltmeister. Richard Freitag konnte dem Norweger nicht mehr wirklich gefährlich werden. Der Sachse verlor am Ende sogar noch einen Platz an Kamil Stoch und musste sich mit Bronze zufrieden geben, weil der vierte Durchgang wegen schwieriger Windverhältnisse abgebrochen wurde.

Daniel-André Tande bejubelt seinen WM-Titel im Skifliegen

Nachdem die Entscheidung über den Abbruch des Wettbewerbs bei den Athleten angekommen war, flossen bei Tande die Freudentränen. Wirklich unerwartet kam sein Sieg aber nicht: Der 24-Jährige dominierte das Skifliegen auf der Heini-Klopfer-Schanze vom Training über die Qualifikation bis zu den Wertungsdurchgängen. Beim dritten Wertungssprung kam ihm Tournee-Sieger Stoch zwar noch etwas näher, Tandes Vorsprung betrug letztlich aber noch komfortable 13,3 Punkte. Die letzte Gefahr wurde von der Jury gebannt. "Die Verhältnisse sind immer schwieriger geworden. Jetzt kommt auch noch Schneefall dazu. Wir sind nicht mehr in der Lage, drei, vier Komponenten gleichzeitig zu händeln bei diesem Rückenwind und Aufwind manchmal von der Seite", erklärte FIS-Renndirektor Walter Hofer.

Freitag "etwas spät dran"

Richard Freitag bei der Skiflug-WM kurz nach dem 3. Sprung

Richard Freitag: Skeptischer Blick nach seinem 3. Sprung

Dass Freitag noch vom zweiten auf den Bronze-Platz verdrängt worden war, lag nicht an den Windverhältnissen. Denn die waren für die drei besten Skiflieger vom Samstag (20.01.2018) gleich schwierig. "Der Richi war ein bisschen zu spät, es war nicht sein bester Sprung", sagte Bundestrainer Werner Schuster über Freitags 190,5 Meter-Satz. Stoch hatte zuvor 211,5 Meter geschafft, Tande reichten 200 Meter zum Sieg. Noch mal zurückschlagen konnte Freitag aufgrund des Abbruchs nicht mehr. Von Enttäuschung war bei ihm trotzdem keine Spur: "Ich muss das jetzt erst mal verarbeiten. Aber es ist unglaublich, was mit den paar Flügen passiert ist."

Wellinger mit Rücken- und trotzdem Aufwind

Einen Schritt bzw. eine Platzierung nach vorn machen konnte Andreas Wellinger. Trotz starken Rückenwindes war er (von einem höheren Gate als die Top-3 gestartet) auf 213 Meter gekommen. Damit verbesserte er sich so noch vom achten auf den siebten Platz. "Das war der richtige Schritt. Ich bin unten gut ins Gleiten gekommen", freute er sich. Die 0,2 Punkte Rückstand auf den sechstplatzierten Peter Prevc konnte Wellinger nicht mehr aufholen. Gleiches gilt für Markus Eisenbichler (203 Meter), der den vierten Durchgang mit Gewalt angehen wollte und dann doch mit Rang 11 zufrieden sein musste. Richtig schlecht lief es für Stephan Leyhe. Er fiel mit 184,5 Metern noch auf den 20. Platz zurück und muss wohl beim Teamspringen am Sonntag Karl Geiger den Vortritt lassen.

Thema in: Wintersport im Ersten, Das Erste, 20.01.2018, 09.05 Uhr

SK | Stand: 20.01.2018, 17:02

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