Drei Siege in Serie - aber nur zwei flogen zum Rekord

Drei Siege in Serie - aber nur zwei flogen zum Rekord

Von Christian Hornung

Drei Siege bei der Tournee - das haben schon 15 Springer geschafft. Die ersten drei Springen zu gewinnen, war aber nur neun Springern vergönnt, doch nur Kamil Stoch und Sven Hannawald flogen im letzten Springen auch zum Traum-Rekord. sportschau.de wirft einen Blick auf die "Unvollendeten".

Bischofshofen - das letzte Springen der Vierschanzentournee

Olaf Bjørnstad (Norwegen/1953/54)
Der erste Skispringer, der in Bischofshofen (Foto) Geschichte hätte schreiben können, war ein Mann aus Oslo: Olaf Bjørnstad kam mit drei Siegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck zum Abschlussspringen der Tournee - landete aber dort "nur" auf dem dritten Rang. Die Gesamtwertung ließ er sich aber nicht mehr nehmen, doch es blieb der einzige große Erfolg seiner Karriere.

Olaf Bjørnstad (Norwegen/1953/54)
Der erste Skispringer, der in Bischofshofen (Foto) Geschichte hätte schreiben können, war ein Mann aus Oslo: Olaf Bjørnstad kam mit drei Siegen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck zum Abschlussspringen der Tournee - landete aber dort "nur" auf dem dritten Rang. Die Gesamtwertung ließ er sich aber nicht mehr nehmen, doch es blieb der einzige große Erfolg seiner Karriere.

Helmut Recknagel (DDR/1958/59)
Einmal Olympia-Gold und zwei WM-Titel - aber auch der deutschen Skisprung-Legende Helmut Recknagel blieb das Sieg-Quartett beim Jahres-Highlight verwehrt. Die große Chance hatte er 1959, doch es wurde tragisch: Beim Abschlussspringen stürzte er im ersten Durchgang nach einem Schanzenrekordsprung noch im Tiefschnee des Auslaufs. Mit einer schmerzhaften Rippenprellung ging er in der zweiten Durchgang, wurde immerhin noch Tages-15. und gewann die Tournee trotzdem.

Max Bolkart (BRD/1959/1960)
Der Oberstdorfer wollte eigentlich lieber Skirennläufer werden, doch seine schmächtige Statur führte Max Bolkart auf die Schanze. Als der damals dominierende DDR-Springer Helmut Recknagel ebenso wie zahlreiche andere Top-Athleten wegen eines Flaggenstreits bei der Tournee 1959/60 fehlten, war der heute noch als Gastronom arbeitende Bolkart hoch überlegen: Drei Siege und dann ein fünfter Rang in Bischofshofen bedeuteten den souveränen Tourneetriumph.

Toralf Engan (Norwegen/1962/63)
Sieg in Oberstdorf, Sieg in Garmisch, Sieg in Innsbruck - aber dann verpasste der Norweger Toralf Engan im 10.000-Einwohner-Städtchen im Bundesland Salzburg als Viertplatzierter den Sprung in das Geschichtsbuch. Den Gesamtsieg holte sich der Athlet aus Hølonda aber mit großem Vorsprung, ein Jahr später ließ er auch noch olympisches Gold folgen.

Bjørn Wirkola (Norwegen/1968/69)
Mann kann nicht sagen, dass die Paul-Außerleitner-Schanze Bjørn Wirkola zum Verhängnis wurde, denn die Tourneewertung gewann er 1969 trotzdem - als erster Athlet zum dritten Mal in Serie. Aber diese Schanze stoppte auch bei ihm den greifbar nahe liegenden Vierfach-Triumph. Der Tschechoslowake Jiří Raška lag am Ende ganze 7,1 Pünktchen vor dem damaligen Ausnahmespringer der Norweger.

Kazuyoshi Funaki (Japan/1997/98)
Wenn er auf die Schanze ging, kramten die Sprungrichter schonmal vorsorglich nach der "20". Und sein ebenso waghalsiger wie traumhaft schöner Flugstil führte Kazuyoshi Funaki 1998 zum ersten und bisher einzigen Tournee-Gesamtsieg eines Japaners. Den verflixten vierten Tagestriumph verpasste aber auch der Haltungspapst aus Yoichi - in Bischofshofen wurde er Achter.

Janne Ahonen (Finnland/2004/05)
Der Schweiger aus Lahti machte 2005 Sven Hannawald supernervös. Janne Ahonen war ganz dicht dran, "Hannis" Siegrekord einzustellen. Doch auch beim Finnen wurde nichts draus: Der Östereicher Martin Höllwarth nutzte seinen Heimvorteil und landete am 6. Januar in Bischofshofen um 6,0 Zähler vor Ahonen, der die Gesamtwertung dennoch mit einem Riesenvorsprung von fast 50 Punkten für sich entschied.

Stand: 06.01.2018, 15:29 Uhr

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