Saison-Aus für Svindal

Svindal Sieger in Gröden

Kitzbühel

Saison-Aus für Svindal

Aksel Lund Svindal muss die Saison vorzeitig beenden. Der Speed-König aus Norwegen stürzte bei der Abfahrt in Kitzbühel und zog sich eine Verletzung an Kreuzband und Meniskus zu. Der Sturz löste eine Debatte über die Sicherheit der Fahrer aus.

Der norwegische Skirennfahrer Aksel Lund Svindal hat sich am Samstag (23.01.2016) bei seinem Sturz auf der Streif das vordere Kreuzband und den Meniskus im rechten Knie gerissen und muss die Weltcup-Saison vorzeitig beenden. Das teilte sein Trainer Christian Mitter in Kitzbühel mit. Svindal wurde noch am selben Tag in der Privatklinik Hochrum bei Innsbruck operiert.

Verband rechnet mit einem Jahr Pause

Der norwegische Verband rechnet mit einem knappen Jahr Pause für den Führenden im Gesamtweltcup. Selbst seine Teilnahme an der WM 2017 in St. Moritz/Schweiz ist damit ernsthaft gefährdet. "Es ist immer ein großes Risiko, wenn man Abfahrt fährt", zitierte die norwegische Zeitung "Aftenposten" Svindal aus einer Pressemitteilung des Verbands. "Ich bin dankbar dafür, dass es in dieser Saison so gut gelaufen ist. Das ist keine Selbstverständlichkeit in einem solch anspruchsvollen Sport." Es ist nicht die erste schwere Verletzung für den Norweger. Im Sommer 2014 war ihm in der Vorbereitung die Achillessehne gerissen und in diesem Winter ein grandioses Comeback gefeiert. Bis zu seinem Sturz hatte Svindal allein in diesem Winter sieben Weltcup-Siege geholt. Er liegt in der Gesamtwertung derzeit 107 Punkte vor seinem Verfolger Marcel Hirscher aus Österreich. Teamsprecher Lars Maeland ergänzte "Es ist traurig - für ihn und die Mannschaft." Zugleich fügte er hinzu: "Ich bin abslout sicher: Wenn es jemanden gibt, der stärker zurückkommt, dann ist es Aksel. Er ist ein 110-prozentiger Athlet, stark im Kopf und kennt seinen Körper gut."

Svindal-Sturz vor der Traverse - Abbruch nach 30 Fahrern

Svindal war in der Abfahrt der Hahnenkamm-Rennen kurz vor der Traverse verunglückt und in die Fangnetze gekracht. Er zog sich dabei zudem Schürfwunden im Gesicht zu und blutete an der Nase. Die Österreicher Hannes Reichelt und Georg Streitberger waren an derselben Stelle gestürzt. Reichelt erlitt eine Knochenstauchung, Streitberger unter anderem ebenfalls einen Kreuzbandriss. Das Rennen wurde schließlich wegen schlechter Sicht nach 30 Startern abgebrochen.

Debatte um Sicherheit der Fahrer

Die Stürze lösten eine Debatte um die Sicherheit der Fahrer aus. Österreichs Ausnahmekönner Marcel Hirscher, der seinem bisherigen Rivalen um den Gesamtweltcup alles Gute wünschte, äußerte sich kritisch: "Es ist momentan der Punkt, wo man sich Gedanken machen muss, was ist möglich und was ist schaffbar und was ist fahrbar und was ist zu gefährlich", sagte er im Österreichischen Fernsehen. "Ich bin mir bewusst, dass das ein schmaler Grat ist zwischen Show und zu gefährlich", sagte Hirscher zu den Entscheidungen der Rennjury um die FIS-Renndirektoren Markus Waldner und Hannes Trinkl. "Es ist sicherlich der schwierigste Job zu entscheiden, ob was sicher ist und fahrbar oder nicht." Waldner hatte betont, dass die Piste "gut" gewesen sei. Auch der norwegische Cheftrainer bezeichnete die Strecke und die fragliche Stelle als "fahrbar". Waldner ergänzte, Grund für die Stürze sei vor allem die schlechte Bodensicht gewesen, dies habe schließlich auch zum Abbruch des Rennens nach 30 Startern geführt. Hannes Trinkl, Weltmeister von 2001 und als Assistent von Waldner mitverantwortlich, sagte, er habe "keine Verantwortung mehr für die jungen Läufer" ab Nummer 30 übernehmen können.

dpa/sid | Stand: 23.01.2016, 18:35

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