Kristoffersen überragend, Neureuther Fünfter

Felix Neureuther beim Slalom Wengen

Slalom in Wengen

Kristoffersen überragend, Neureuther Fünfter

Der Topfavorit setzt seine Siegesserie eindrucksvoll fort: Der Norweger Henrik Kristoffersen gewann den Slalom von Wengen. Felix Neureuther verpasste nach starkem ersten Durchgang einen Podestplatz.

Ein Traditionsslalom auf ungewohntem Terrain: Wegen Schneemangels in Wengen hatten die Organisatoren der Lauberhornrennen im 85. Jubiläumsjahr schon im Vorfeld entschieden, nicht wie üblich auf dem "Männlichen" zu fahren. Stattdessen war der Schlussabschnitt der Lauberhornabfahrt Austragungsort des Slaloms. Ein Slalom mit einem gänzlich anderen Profil als das Traditionsrennen.

Der Slalom für Langläufer

"Zum Glück bin ich Norweger und kann Langlauf", hatte Henrik Kristoffersen, der Führende im Slalomweltcup, schon vor dem Rennen gescherzt. In der Tat: Der Slalom auf der Lauberhornabfahrt war stellenweise so flach, dass die Stangenartisten mit Abfahrtshocke und Stock-Zwischenschub versuchten, Geschwindigkeit aufzubauen. "Es ist fast eine andere Sportart", klagte Österreichs Wedelwunder Marcel Hirscher. Der Slalomspezialist, Zweiter im Disziplinweltcup, kam mit dem Hang überhaupt nicht zurecht. 74 Hundertstel Rückstand hatte er bereits nach dem ersten Lauf, im zweiten verpasste er ein Tor, musste zurücksteigen, fuhr weiter - nur um dann mit dem nächsten Patzer doch noch auszuscheiden. Der Russe Alexander Choroschilow, Dritter im Slalomweltcup, verabschiedete sich nach einem Sturz schon im ersten Durchgang aus dem Rennen.

Kristoffersens Siegesserie

Slalom Wengen

Henrik Kristoffersen

Es war eben ein Slalom für Langläufer. Und was der Norweger Kristoffersen vor dem Rennen scherzhaft orakelt hatte, wurde auf der Piste Realität. Der aktuelle Slalomdominator - drei Siege in vier Saisonrennen - lag nach dem ersten Durchgang in Führung vor Giuliano Razzoli aus Italien (+0,16 Sekunden), dem Slalom-Olympiasieger von 2010. Im zweiten Lauf baute er den Vorsprung auf drei Zehntel aus und siegte erstmals in Wengen. Slalomsieg Nummer vier im fünften Rennen für Kristoffersen. Hinter Kristoffersen und Razzoli landete der Italiener Stefano Gross auf dem dritten Platz.

Neureuther auf Platz fünf - ohne "Langlaufstecken"

Starker Dritter nach dem ersten Durchgang war Felix Neureuther mit 35 Hundertsteln Rückstand auf den führenden Kristoffersen. Neureuther, der in Wengen auf der klassischen Slalomstrecke bereits zwei Mal gewinnen konnte, riskierte im zweiten Durchgang allerdings nicht alles. Nach einem kontrollierten Lauf wurde er Fünfter. "Mit dem fünften Platz kann ich absolut zufrieden sein, das war eine Steigerung gegenüber dem letzten Rennen in Adelboden", sagte ein dennoch zufriedener Neureuther, der den ungewöhnlichen Slalom mit den Worten "Das hier war nicht so klassisch" kommentierte. "Ich hätte die Langlaufstecken von der Miri brauchen können, so flach war das", sagte Neureuther in Anspielung auf seine Freundin, die Biathletin Miriam Gössner. Neureuther freut sich nun auf einen echten Klassiker, den Slalom in Kitzbühel in der kommenden Woche.

Dopfer und Strasser verpassen Lauf zwei

Slalom Wengen

Fritz Dopfer

Weniger gut lief es auch für Fritz Dopfer. Der Garmischer war bis zu einem Innenskifehler unterwegs zu einer Topzeit. Dann kostete ihn der Fahrfehler Geschwindigkeit und viel zu viel Zeit. Mit 1,81 Sekunden Rückstand verpasste er als 34. sogar den Einzug in den zweiten Durchgang. Das war ihm zuletzt vor fünf Jahren passiert. "Das wurmt mich ziemlich, dass ich da nicht gut gefahren bin", ärgerte sich Dopfer. Auch der Münchner Linus Strasser kam mit 1,93 Sekunden Rückstand auf die Spitze als 40. ebenfalls nicht in die Top 30 und verpasste Lauf zwei.

Stehle überrascht

Dagegen sorgte Dominik Stehle mit der hohen Startnummer 40 für eine Überraschung: Der Obermaiselsteiner fuhr mit 1,26 Sekunden Rückstand als 24. in den zweiten Durchgang. Dort rutschte er aber an einem Tor vorbei. Immerhin: Stehle stieg zurück und konnte den zweiten Durchgang als 25. beenden und ein paar Weltcuppunkte mitnehmen.

br/dpa/sid | Stand: 17.01.2016, 14:21

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