Ein Norweger siegt im Nebel

Slalom Adelboden

Herrenslalom in Adelboden

Ein Norweger siegt im Nebel

Henrik Kristoffersen bleibt im Slalom das Maß aller Dinge. Der Norweger triumphierte auf dem Chuenisbärgli in Adelboden. Gleich vier deutsche Herren kamen in den zweiten Lauf - die Podestplätze waren aber unerreichbar.

Fast schon euphorisch vermeldete der Weltskiverband FIS am Sonntagmorgen (10.01.16) eine Stunde vor dem Rennen, dass in Adelboden tatsächlich gefahren werden kann. Regen und Nebel verhinderten den Riesenslalom am Vortag, auch die Prognose für den Slalom war zunächst nicht optimistisch. Bis unmittelbar vor Rennbeginn waren die Helfer auf der Piste unterwegs.

Entsprechend laut wurde es im Zielraum auf dem Adelbodener Chuenisbärgli, als um 10.30 Uhr tatsächlich der Russe Alexander Choroschilow als erster Läufer den Slalom eröffnen konnte. Bei Schneefall zwar, ohne Trainingslauf und mit nur einer Streckenbesichtigung - aber immerhin konnte beim Klassiker im Berner Oberland endlich gefahren werden.

Choroschilow nutzt Startnummer eins

Alexander Choroschilow

Alexander Choroschilow

Choroschilow glückte das sogar so gut, dass er mit der Startnummer eins in 55,21 Sekunden im ersten Durchgang eine Bestzeit in den Schnee ritzte, an der alle folgenden Fahrer scheitern sollten. Österreichs Wedelwunder Marcel Hirscher landete mit 24 Hundertstel Rückstand auf Platz zwei, Dritter war nach dem ersten Lauf der Norweger Henrik Kristoffersen mit 32 Hundertstel Rückstand. Und die Läufer des Deutschen Skiverbands? Fritz Dopfer war 81 Hundertstel Rückstand Vierter, Felix Neureuther mit 1,03 Sekunden Rückstand Sechster. Vor allem Neureuther haderte mit seiner Leistung: "Ich bin überhaupt nicht zufrieden. So passiv und so schlecht bin ich lange nicht mehr gefahren."

Dopfer und Neureuther fallen zurück

Mit entsprechender Wut im Bauch startete Neureuther im dichten Schneefall und Nebel in den zweiten Lauf auf dem Adelbodener Chuenisbärgli. Doch gleich im ersten Drittel bekam er einen Schlag ab, verlor Zeit - und fiel sogar auf Platz acht nach zwei Durchgängen zurück. Noch schlechter lief's für Fritz Dopfer, der nach einigen kleineren Patzern sogar noch sechs Hunderstel hinter Neureuther zurückfiel. Insgesamt präsentierten sich die deutschen Technikherren dennoch stark in der Schweiz. Denn neben Dopfer und Neureuther fuhren auch Linus Strasser (München) und Dominik Stehle (Obermaiselstein) in die Top 30. Vier Läufer in den Weltcuppunkten - der DSV kann trotz verpasster Podestplätze zufrieden aus Adelboden abreisen.s

Entscheidung im Nebel

Und die Top drei? Lieferten sich im zweiten Durchgang einen intensiven Kampf um die Podestplätze im Nebel von Adelboden. Der Norweger Kristoffersen legte vor und setzte sich an die Spitze. Der Zweitplatzierte, Österreichs Slalom-Dominator Marcel Hirscher, konnte nicht kontern: Sechs Hundertstel hinter Kristoffersen kam er ins Ziel. Und oben stand nur noch Choroschilow, der in Führung liegende Russe, der das Rennen auch eröffnet hatte. Und auch der fiel zurück: Als Choroschilow ins Ziel kam, leuchtete nur die "3" auf der Anzeigetafel auf - Henrik Kristoffersen schnappte sich den Sieg auf dem Chuenisbärgli und damit zum dritten Mal Platz eins im vierten Slalom des Winters.

br | Stand: 10.01.2016, 14:22

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