Von 27 auf 1 - Franzose Muffat-Jeandet gewinnt zum ersten Mal einen Weltcup

Victor Muffat-Jeandet

Alpine Kombination in Wengen

Von 27 auf 1 - Franzose Muffat-Jeandet gewinnt zum ersten Mal einen Weltcup

Knapp neun Jahre nach seinem Weltcupdebüt feiert der Franzose Victor Muffat-Jeandet seinen ersten Sieg: Der Riesenslalom-Spezialist gewann die alpine Kombination in Wengen und fuhr dabei von Platz 27 auf die eins. Ein Italiener sicherte sich den Disziplinen-Weltcup.

2,55 Sekunden Rückstand hatte Muffat-Jeandet nach der Abfahrt auf Spitzenreiter Vincent Kriechmayr aus Österreich. Dahinter tummelten sich zahlreiche weitere Speedspezialisten wie die Italiener Dominik Paris und Peter Fill, der die erste Kombination des Winters in Bormio auf Platz zwei beendet hatte. Dass beide im Slalom nicht so stark wie Muffat-Jeandet sein würden, war klar. Aber wie weit würde es im Slalom für den Franzosen, der stark vorgelegt hatte, nach vorne gehen?

Muffat-Jeandet zauberte einen ganz, ganz sauberen Slalom auf den Wengen-Hang. Die Konkurrenz war gefordert. Die Norweger Aleksandar Aamodt Kilde und Kjetil Jansrud - bei der ersten Kombination des Winters in Bormio auf dem dritten Platz - lagen nach der Abfahrt aussichtsreich auf den Plätzen sechs und sieben. Im Slalom erlaubten sich beide aber ungewohnte Fehler und verpassten die Podestplätze.

Auch Paris und Fill zeigten für ihre Verhältnisse solide Slalomläufe. Aber an die Bestzeit des Franzosen kamen auch sie nicht heran. Also nur noch Kriechmayr - und dessen Slalom war schon nach wenigen Toren vorbei. Wie schon in Bormio schied der junge Österreicher aus - Muffat-Jeandet feierte den ersten Weltcupsieg seiner Karriere.

Fill gewinnt Kombinations-Weltcup

Platz drei ging überraschend an den Russen Pawel Trikichew, Dritter wurde Peter Fill, der sich - weil es keine weitere Kombination mehr in dieser Saison gibt - den Disziplinen-Weltcup sicherte. Fill ist der vorletzte Läufer, der überhaupt eine kleine Kristallkugel in dieser Disziplin gewinnt. Denn nach der Saison 2018/19 soll die Kombination aus dem Weltcupkalender gestrichen werden.

Ohne Pinturault und Hirscher

Der Gewinner der ersten Kombination des Winters in Bormio, Alexis Pinturault aus Frankreich, konzentriert sich in Wengen auf den Spezialslalom und war in der Kombination nicht am Start. Auch Kombi-Vize-Weltmeister Marcel Hirscher hat die Wengen-Kombination ausgelassen.

Weltmeister Aerni erneut raus

Kombinations-Weltmeister Luca Aerni aus der Schweiz, in Bormio im Slalom ausgeschieden, patzte erneut: Wie schon in der ersten Kombination des Winters kam er auch in Wengen im Slalom nicht ins Ziel. Offenbar haben die Schweizer doch einige heikle Stellen der Slalomstrecke übersehen, denn auch Aernis Landsleute Gilles Roulin, Stefan Rogentin, Gian Luca Barandun und Marc Gisin schieden aus.

Dreßen kann Bormio-Überraschung nicht wiederholen

Thomas Dreßen, neben Josef Ferstl der einzige Starter des Deutschen Skiverbands (DSV), erwischte ebenfalls keinen guten Tag und hatte nach der Abfahrt als 23. bereits 2,25 Sekunden Rückstand. Im Slalom präsentierte er sich solide und wurde am Ende 14. Bei der ersten Kombination des Winters in Bormio war Dreßen überraschend auf Platz fünf gelandet.

"Ich habe in der Abfahrt einen Stein erwischt", sagte Dreßen zu seiner schwachen Abfahrtszeit. Allerdings haderte er auch mit einem Quersteher vor dem Ziel-S. Das sei "das Blödeste, was du machen kannst. Da wird mir der Mathias (Cheftrainer Berthold, Anm.d.Red.) was erzählen." Für die Spezialabfahrt am Samstag (12.30 Uhr im Live-Ticker von Sportschau.de) wolle er den Fokus auf die Schlüsselstelle Kernen-S legen, "und ich hoffe, dass ich morgen keinen Stein erwische."

Ferstl nutzt Kombination als Training

Speedspezialist Ferstl erwischte wie Dreßen nur selten die ideale Linie in der Abfahrt und kam als 33. ins Ziel. Allerdings nutzt Ferstl die Kombination vor allem als zusätzlichen Abfahrts-Trainingslauf. Im Slalom trat er nicht mehr an, genau wie der Österreicher Hannes Reichelt, der in der Abfahrt Zweiter war.

br | Stand: 12.01.2018, 14:48

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