Wer kann Shiffrin herausfordern?

Nachtslalom in Flachau

Wer kann Shiffrin herausfordern?

Ihr ärgster Feind ist derzeit wohl nur sie selbst: Mikaela Shiffrin dominiert den Slalom in diesem Winter nach Belieben. Vor dem Nachtslalom in Flachau scheint die spannendste Frage zu sein, wer hinter der US-Amerikanerin Zweite und Dritte wird.

1,64, 0,89, 1,59 und nochmal 1,64 - das ist keine mathematische Zahlenreihe, sondern der Vorsprung in Sekunden, mit dem Shiffrin die vier letzten Weltcup-Slaloms gewonnen hat. Dazu kommen die zwei Siege bei den Parallelslaloms in Courchevel und Oslo sowie ein zweiter Platz im ersten Rennen des Winters in Levi. Die Slowakin Petra Vlhová ist die einzige Konkurrentin, die Shiffrin in ihrer Paradedisziplin schlagen konnte.

Shiffrin jagt Rekordmarken von Stenmark und Moser-Pröll

Noch deutlich als Marcel Hirscher bei den Männern dominiert Shiffrin den Weltcup. Und die 22-Jährige ist gerade erst dabei, sich auch noch in den Speeddisziplinen in der Weltspitze zu etablieren. Schon jetzt hat sie 40 Weltcup-Siege eingefahren. So viele Erfolge in dem Alter haben vor ihr nur Ingemar Stenmark (40) und Annemarie Moser-Pröll (41) vorzuweisen gehabt.

Bode Miller: Shiffrin ist die Beste

Bode Miller

Schwärmt von Shiffrin: Bode Miller

Alle schwärmen von Shiffrin. Keiner zweifelt ernsthaft daran, dass sie bald alle bestehenden Rekorde pulverisieren wird. Zu dominant fährt Shiffrin, die vor allem im Slalom alles in Grund und Boden fährt. Olympiasieger Bode Miller verstieg sich kürzlich zu folgender Aussage: "Ich glaube, sie ist der beste Skirennfahrer, den ich je gesehen habe, sei es bei den Männern oder bei den Frauen." Wenn sie konzentriert bleibt und nicht patzt, wird sie auch in Flachau ganz oben auf dem Podium stehen. Da sind sich alle Experten einig.

Verfolger-Trio hofft auf Fehler

Wirklich gefährlich werden können ihr wohl überhaupt nur drei Fahrerinnen - und auch nur dann, wenn bei ihnen mal alles passt und Shiffrin Fehler macht. Da ist die schon erwähnte Vlhová, Siegerin in Levi und Zweite im Slalom-Weltcup. Da ist die Schweizerin Wendy Holdener, die es regelmäßig aufs Treppchen schafft, aber eben noch nie ganz oben landen konnte. Und da ist Frida Hansdotter, die Schwedin, die in Flachau traditionell starke Leistungen zeigt, die hier 2015 und 2017 gewinnen konnte, die ihrer Form früherer Tage aber noch etwas hinterherhinkt.

"Es ist deprimierend"

Die deutschen Slalomfahrerinnen schauen derweil nur andächtig und ungläubig zu Shiffrin auf. "Das ist schon deprimierend", sagte Christina Geiger, die am Wochenende in Kranjska Gora immerhin Siebte wurde, allerdings mit 4,01 Sekunden (!) Rückstand auf die Siegerin. "Das war wohl der beste Lauf, den ich in einem Wettkampf je gefahren bin", sagte Shiffrin zu ihrem perfekten ersten Lauf. Die 22-Jährige fährt in der Form ihres Lebens. Und es spricht nicht viel dafür, dass sich das in Flachau ändern könnte.

Thema in: B5 aktuell, 09.01.2018, 18.54 Uhr

wp | Stand: 08.01.2018, 11:32

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