Marcel Hirscher vor fünftem Riesen-Coup

Große Kristallkugel im Visier

Marcel Hirscher vor fünftem Riesen-Coup

Ski-Star Marcel Hirscher aus Österreich steht kurz vor einer historischen Krönung: Sein fünfter Gesamtweltcup-Triumph in Serie ist zum Greifen nah. Wann fällt die (Vor)-Entscheidung?

Nach einem kleinen Hänger ist er wieder da: Marcel Hirscher dominiert die Pisten wie kein anderer und steht vor dem Gewinn seines fünften Gesamtweltcups in Serie. Das hat bislang nur die alpine Ski-Königin Annemarie Moser-Pröll geschafft.

XXL-Wochenenden für Alpin-Asse

Marcel Hirscher

Marcel Hirscher

Auf der Zielgeraden der Saison kann sich der ehrgeizige Hirscher schon an den kommenden beiden Wochenenden den entscheidenden Vorsprung sichern - vier Riesenslaloms in neun Tagen sei Dank. Den Auftakt macht der Torlauf an diesem Freitag (09.30/13.30 Uhr – Ticker bei sportschau.de) in Hinterstoder. In den kommenden sechs Weltcup-Rennen an nur zwei Orten will Hirscher seinen Verfolger Henrik Kristoffersen aus Norwegen endgültig abhängen.

173 Zähler trennen die Super-Techniker vor den Dreierpack-Stationen Hinterstoder und Kranjska Gora. "Die Devise für das XXL-Wochenende lautet: Mehr Rennen bedeuten mehr Chancen, Punkte zu sammeln. Genau darauf werde ich mich konzentrieren", sagte Hirscher. Als erster Skirennfahrer der Geschichte hat er den Gesamtweltcup bereits viermal nacheinander gewonnen. Fünfmal in Serie war das bislang nur Annemarie Moser-Pröll gelungen. Mit Triumph Nummer fünf hätte er zudem so viele große Kugeln wie Rekordmann Marc Girardelli.

 Risiko-Faktor Riesenslalom

Los geht die heiße Phase mit dem Riesenslalom in Oberösterreich am Freitag, dem erst zweiten in diesem Jahr. Adelboden und Garmisch waren ausgefallen, in Yuzawa Naeba kam Hirscher beim Sieg des Franzosen Alexis Pinturault nur auf Rang sechs. Unsicher war sich der Führende der Disziplinwertung über seinen Leistungsstand, tüftelte und suchte den Rhythmus in der Basisdisziplin. "Ich denke, wir haben ihn gefunden. Ob es in Hinterstoder für die Spitze reicht, wird sich zeigen", teilte Hirscher der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Mit insgesamt zwei Riesentorläufen und dem Super-G am Samstag werde es "sicher nicht das unwichtigste Wochenende des Rennkalenders", betonte Hirscher vor Hinterstoder.

Vorfreude bei Neureuther und Dopfer

Auch die deutschen Sportler um Felix Neureuther und Fritz Dopfer freuen sich auf die Technik-Tage und einen herausfordernden Skihang. "Das Gelände ist sehr interessant: oben eher auf der steilen Seite, im mittleren und unteren Teil mittelsteil und wellig. Der Hang hat mir gut gefallen", sagte Dopfer.

Die Wintersport-Höhepunkte des Wochenendes

Neuland für die Skispringer und im Super G, Weltcupsieger, WM-Medaillen ... und eine WM-Revanche? Auch wenn die Wintersaison sich langsam dem Ende neigt: Das Wochenende hat es in sich.

Tina Hermann

Siegerfaust - das kann Tina Hermann in diesen Tagen ziemlich gut. Erst am vergangenen Wochenende zeigte die 23-Jährige der Konkurrenz ebenjene Siegerfaust. Weltmeisterin darf sich die Königsseerin seither nennen. Und am Wochenende könnte sie auch erstmals Weltcup-Gesamtsiegerin werden. Da trifft es sich gut, dass das Weltcupfinale auf ihrer Heimbahn stattfindet. Dort muss sie praktisch nur noch heil runterkommen. Vor dem letzten Saisonrennen hat Hermann 168 Punkte Vorsprung auf Teamkollegin Jaquelinge Lölling. Für seinen Sieg gibt es 225 Punkte - sie benötigt also nur noch 58 Punkte. Mit Platz 21 hätte sie den Weltcup-Gesamtsieg sicher.

Siegerfaust - das kann Tina Hermann in diesen Tagen ziemlich gut. Erst am vergangenen Wochenende zeigte die 23-Jährige der Konkurrenz ebenjene Siegerfaust. Weltmeisterin darf sich die Königsseerin seither nennen. Und am Wochenende könnte sie auch erstmals Weltcup-Gesamtsiegerin werden. Da trifft es sich gut, dass das Weltcupfinale auf ihrer Heimbahn stattfindet. Dort muss sie praktisch nur noch heil runterkommen. Vor dem letzten Saisonrennen hat Hermann 168 Punkte Vorsprung auf Teamkollegin Jaquelinge Lölling. Für seinen Sieg gibt es 225 Punkte - sie benötigt also nur noch 58 Punkte. Mit Platz 21 hätte sie den Weltcup-Gesamtsieg sicher.

Nicht ganz so einfach die Rechnung bei Eric Frenzel. In der Nordischen Kombination führt der Oberwiesenthaler vor dem vorletzten Weltcup der Saison zwar ebenfalls komfortabel mit fast 150 Punkten Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger Akito Watabe aus Japan. An den letzten beiden Wochenenden gehen aber noch einmal vier Rennen und damit 400 Punkte für den Sieger in die Wertung ein. Gelingt es Frenzel, im Fleimstal, wo er 2013 Weltmeister wurde, seinen Vorsprung auf 200 Punkte auszubauen, hätte er den Gesamtsieg sicher. Es wäre das vierte Mal in Serie.

Am nächsten Ort des kommenden Weltcup-Wochenendes kennen sich die Kombinierer aus - ein bisschen zumindest, 2012 machte hier der Weltcup einmal Station. Die Skispringer betreten dagegen Neuland. Erstmals geht in der Wintersport-Hauptstadt Kasachstans ein Weltcup-Springen über die Bühne.

Andorra und alpiner Leistungssport, was fällt Ihnen dazu ein? Richtig: Wenig. Vielleicht Marc Oliveras? Der kommt aus dem Zwergenstaat in den Pyrenäen und brachte es immerhin auf vier Olympia-Teilnahmen.

Andorra möchte sich aber mehr und mehr auf der Weltcup-Landkarte festsetzen. Und dafür gibt es am Wochenende das zweite Weltcup-Rennen in der Geschichte. Wie bei der von schlechtem Wetter überschatteten Weltcup-Premiere im Jahr 2012 dürfen wieder die Damen ran. In den beiden Super-G-Rennen möchte Weltcup-Disziplin-Spitzenreiterin Lindsey Vonn aus den USA (li./420 Punkte) ihren Vorsprung auf die Schweizerin Lara Gut (266 Punkte) weiter ausbauen. Eine Vorentscheidung dürfte aber noch nicht geben, insgesamt stehen noch fünf Rennen in dieser Saison auf dem Programm.

Die Herren der Alpin-Schöpfung machen übrigens im oberösterreichischen Hinterstoder Station. Zum ersten Mal seit fünf Jahren. Drei Rennen stehen auf dem Programm, zwei Riesenslalom und ein Super G. Riesenslalom-Spitzenreiter Marcel Hirscher peilt nach seinem Slalom-Sieg von Stockholm gleich den nächsten Erfolg an.

Und es gibt am kommenden Wochenende auch WM-Medaillen. Eisschnelllauf-WM-Medaillen - im fernen Südkorea beginnt die Mehrkampf-WM. Los geht es mit den Sprintstrecken, je zweimal müssen die 500 Meter und die 1.000 Meter gelaufen werden. Top-Favorit bei den Herren ist der Russe Pawel Kulizhnikow, der zuletzt bei der Einzelstrecken-WM die Titel auf beiden Strecken gewann ...

... aber auch Nico Ihle hat sich voller Selbstbewusstsein auf die Strecke in den fernen Osten gemacht. "Ich fühle mich gut und möchte ein Top-Ergebnis belegen, da dieser Vierkampf genau mein Ding ist", sagte der Chemnitzer vor der Abreise. Immerhin: In der vergangenen Saison wurde Ihle hier in Seoul zwei Mal im Weltcup Vierter. Neben Ihle geht auch die Inzellerin Gabi Hirschbichler an den Start.

Apropos WM. Da erlebte Viererbob-Pilot Francesco Friedrich am vergangenen Wochenende in Innsbruck eine schlimme Niederlage, als er im letzten der vier WM-Läufen noch vom Letten Oskars Melbardis abgefangen wurde. Beim Weltcupfinale am Wochenende in Königssee soll es nun eine Revanche geben.

Stand: 25.02.2016, 12:07

Ski Alpin | Weltcupstand Damen

Name P
1. Lara Gut 1522
2. Lindsey Vonn 1235
3. Viktoria Rebensburg 1147
4. Tina Weirather 1016
5. Frida Hansdotter 915

Ski Alpin | Weltcupstand Herren

Name P
1. Marcel Hirscher 1795
2. Henrik Kristoffersen 1298
3. Alexis Pinturault 1200
4. Kjetil Jansrud 1161
5. Aksel Lund Svindal 916
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