Theaux schlägt "Superman" Innerhofer

Christof Innerhofer nach seiner Abfahrt in Santa Caterina

Abfahrt der Herren in Santa Caterina (ITA)

Theaux schlägt "Superman" Innerhofer

Kein Lauf wie jeder andere: Bei der Weltcup-Abfahrt in Santa Caterina zeigte der Italiener Christof Innerhofer einen Lauf im Stil eines Comic-Helden. Ein Deutscher überraschte. Außerdem riss eine Serie.

Adrien Theaux hat die Weltcup-Abfahrt von Santa Caterina gewonnen. Der Franzose zeigte eine überragende Vorstellung und ließ die Konkurrenz um mehr als eine Sekunde hinter sich. Am Ende lag er 1,04 Sekunden vor Hannes Reichelt (Österreich) und 1,15 Sekunden Landsmann vor David Poisson. Theaux und Reichelt hatten schon im Training überzeugt.

Innerhofer mit "Superman-Umhang" im Ziel

Mann des Tages war aber Christof Innerhofer. Der Italiener zeigte eine spektakuläre Fahrt. Der Südtiroler fuhr in einer Linkskurve mit 110 km/hh in eine Doppel-Halterung hinein, der Stoff nebst einer Stange verhedderte sich an seinem Rücken, seine Brille verrutschte, so dass er kurz nur noch auf einem Auge sah. Dennoch raste er wagemutig einfach weiter hinunter. Am Ende stand eine Zeit, die nur 1,10 Sekunden unter seiner Trainingszeit war. Das war am Montag die zweitbeste gewesen. Innerhofer sagte: "Das war echt eine Höllenfahrt. Ich hab gemerkt, dass ich eine Stange noch hinter mir habe. Ich hab gedacht, fahr einfach weiter! Das war einfach brutal, mein Willen und mein Ehrgeiz haben mich runter getrieben. Insgesamt wäre das schon eine Riesenchance gewesen, aber das Wichtigste ist, dass ich gesund bin." Am Ende wurde er mit geradezu 1,22 Sekunden Rückstand Vierter.

Svindal nur Siebter

Für Aksel Lund Svindal, der alle drei Abfahrten der Saison gewonnen hatte, reichte es diesmal nicht. Der Norweger verlor konstant Zeit und wurde am Ende mit Rückstand 1,61 Sekunden Siebter. Der Weltcup-Zweite Guillermo Fayed (FRA) wurde Neunter.

Sander springt nach Ferstl-Aus in die Bresche

Andreas Sander beim Abfahrts-Weltcup in Santa Catarina (29.12.2015)

Andreas Sander

Einen hervorragenden zehnten Platz holte sich Andreas Sander. Der Ennepetaler fuhr erstmals überhaupt in einer Abfahrt in die Top Ten. Sein Rückstand betrug 1,70 Sekunden. Ganz zufrieden war er aber nicht: "Ich hab leider Fehler gemacht, die ich auch schon im Training gemacht hatte. Ich hoffe, ich kann den 14. Platz von Gröden überbieten. Dann wäre ich zufrieden. Die Strecke ist sehr schwierig. Es ist ein Mittelding zwischen Super-G und Abfahrt. Das größte Problem aber ist die schlechte Sicht."

Der bislang beste deutsche Abfahrer Josef Ferstl fehlt verletzt. Nach seinem guten zehnten Platz in Gröden stürzte er beim Training in Santa Caterina und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Das bedeutet das Saison-Aus für den 26-Jährigen, der am Dienstag Geburtstag feiert. Sander grüßte seinen Teamkollegen: "Alles Gute, lass Dich gut pflegen, nächstes Jahr greifen wir wieder zusammen an."

Santa Caterina Ersatz für Klassiker

Der Weltcup in Santa Caterina war für den Klassiker Bormio in den Weltcup-Kalender gekommen. Im WM-Ort von 1985 und 2005 gab es Probleme mit den örtlichen Veranstaltern. Die argumentierten, man brauche zwischen Weihnachten und Silvester die Einnahmen aus dem Tourismus. Die Probleme mit den abgesperrten Pisten und geblockten Unterkünften wogen schließlich zu schwer. Die 3.186 m langen Piste Stelvio in Bormio galt in technischer Hinsicht als eine der schwierigsten Strecken, die den Fahrern auch physisch alles abverlangte.

cke | Stand: 29.12.2015, 13:14

Ski Alpin | Weltcupstand Damen

Name P
1. Mikaela Shiffrin 358
2. Lara Gut 230
3. Sofia Goggia 207
4. Ilka Stuhec 200
5. Wendy Holdener 168

Ski Alpin | Weltcupstand Herren

Name P
1. Marcel Hirscher 280
2. Kjetil Jansrud 200
3. Alexis Pinturault 184
4. Aksel Lund Svindal 140
5. Mathieu Faivre 129
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