Fill siegt auf grenzwertiger Streif

Peter Fill

Abfahrt in Kitzbühel

Fill siegt auf grenzwertiger Streif

Sie ist die spektakulärste Abfahrtsstrecke – die Streif in Kitzbühel. In diesem Jahr gab es vor allem spektakuläre Stürze. Für einen Topfavoriten ist die Saison vorbei. Den Sieg holte sich am Ende der Italiener Peter Fill vor zwei Schweizern.

Im dritten Jahr nacheinander wieder kein Rennen über die Original-Streif-Strecke: Nach zwei Verschiebungen wegen Schneefalls, schlechter Sicht und starkem Wind wurde das Hahnenkammrennen in Kitzbühel minimal verkürzt. Die Läufer starteten etwas weiter unten, direkt über der "Mausefalle". So sollte die Geschwindigkeit auf den Sprung etwas herausgenommen werden. Dennoch gab es spektakuläre Stürze. Topfavorit Aksel Lund Svindal und die Österreicher Georg Streitberger und Hans Reichelt stürzten alle drei schwer. Den Sieg holte sich in einem Rennen, das nach 30 Läufern aus Sicherheitsgründen abgebrochen wurde, der Italiener Peter Fill in 1:52,37 Minuten, vor den beiden Schweizern Beat Feuz (+0,37 Sekunden) und Carlo Janka (+0,65).

Fill siegt verdient in einem Abbruchrennen

Extrem steil, mit vielen kleinen und größeren Wellen und Schlägen, mit sehr eisigen Passagen, anstrengenden Gleitstücken sowie gefährlichen Sprüngen und das alles bei böigem Wind und immer schlechter werdenden Lichtverhältnissen – und Geschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometern pro Stunde – die Streif verlangte auch dieses Jahr den Abfahrern alles ab. Am besten kam mit den schwierigen Verhältnissen der Italiener Peter Fill zurecht. Er fuhr ein fehlerfreies Rennen mit der höchsten Geschwindigkeit im obersten Teil mit 115,10 Kilometer pro Stunde. Im Zielhang war Fill mit 134,30 Kilometer pro Stunde unterwegs, der sechstschnellsten Geschwindigkeit. Nach ihm kamen mit Beat Feuz und Carlo Janka zwei Schweizer ins Ziel, die auf der Streif ihre ganz eigene Linie fuhren. Wegen der ständig wechselnden Licht- und Windverhältnisse sowie einigen schlimmen Stürzen wurde das Rennen nach 30 Läufern aus Sicherheitsgründen schließlich abgebrochen. Sind 30 Läufer gefahren, wird das Rennen gezählt. Fill darf also seinen Streif-Sieg feiern.

Saisonaus für Svindal

Aksel Lund Svindal

Aksel Lund Svindal

Für einige Athleten war bei der 6. Weltcup-Abfahrt der Saison schon vor dem Ziel Schluss. Sie scheiterten an der berüchtigten Hausbergkante. Einen von ihnen erwischte es besonders schwer: Aksel Lund Svindal. Der Norweger ging nach seinem Sturz beim Kombinations-Slalom bereits angeschlagen ins Rennen. Sein Physiotherapeut hatte ihn gerade soweit wieder so fit gemacht, dass er starten konnte. Kurz vor der Traverse krachte er in die Fangnetze. Was zuerst "nur" nach Schürfwunden im Gesicht und einer blutenden Nase aussah, entpuppte sich später als Kreuzbandriss.

Schlimm traf es zudem die Österreicher: Georg Streitberger und Hannes Reichelt stürzten an derselben Stelle kurz vor der Schlusspassage schwer. Streitberger wurde per Helikopter ins Krankenhaus geflogen. Dort wurde ein Kreuzbandriss im rechten Knie diagnostiziert. Mitfavorit Reichelt konnte sich nach einem spektakulären Sturz auf Hüfte, Wirbelsäule und Kopf auf der rechten Seite selbst aus dem Fangnetz befreien. Aus Sicherheitsgründen wurde Reichelt ins Tal befördert. Auch ihr Teamkollege Klaus Kröll schied aus. Wegen der Stürze war das Rennen immer wieder länger unterbrochen.

Sander auf Rang 17

Andreas Sander

Andreas Sander

Der Deutsche Skiverband schickte beim Speed-Rennen verletzungsbedingt nur zwei Abfahrer ins Rennen: Klaus Brandner (Königssee) und Andreas Sander aus Ennepetal. Im Super-G von Kitzbühel wurde Sander Zehnter. In der Abfahrt war Sanders bestes Ergebnis bisher der 16. Platz im vergangenen Jahr auf der stark verkürzten Strecke. Sein Ziel dieses Mal war es, die Leistung auf der Originalstrecke zu bestätigen. Mit Startnummer drei ging er ins Rennen, verfehlte sein Ziel aber knapp: Mit zwei Sekunden Rückstand fuhr Sander auf Platz 17. Wegen des Abbruchs nach 30 Läufern kam Klaus Brandner mit Startnummer 46 nicht mehr ins Rennen.

Zeitlich verschoben und verkürzt

Das Rennen wurde mehrmals verschoben. Rennleiter Markus Waldner begründete die Verschiebungen zunächst mit schlechter Sicht und starkem Schneefall, dann kamen noch anhaltend starke Winden im Bereich der Mausefalle dazu. 2013 waren die Skirennfahrer in Kitzbühel letztmals über die komplette Original-Strecke mit Mausefalle und Steilhang gefahren. 2014 musste der Hausberg wegen zu wenig Schnee umfahren werden, 2015 sorgte die Witterung für eine Fahrtzeit von unter einer Minute und der damit kürzesten Streif-Abfahrt der Geschichte.

abu | Stand: 23.01.2016, 15:48

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