Deutsche Skeleton-Pilotinnen feiern Doppelsieg

Jaqueline Lölling

Skeleton-WM am Königssee

Deutsche Skeleton-Pilotinnen feiern Doppelsieg

Jacqueline Lölling und Tina Hermann haben sich bei der Heim-WM am Königssee ein Privatduell um den Titel geliefert. Am Ende hatte Lölling die Nase vorn.

Europameisterin Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) ist zum ersten Mal Weltmeisterin. Sie verwies Titelverteidigerin Tina Hermann (Königssee) auf den zweiten Rang. Nur 0,25 Sekunden trennten die Konkurrentinnen am Samstag (25.02.17) nach drei absolvierten Läufen. Nachwuchsfahrerin Anna Fernstädt (Berchtesgaden) landete bei ihrer WM-Premiere auf einem starken vierten Platz. Die 20-Jährige musste sich im Kampf um Platz drei Olympiasiegerin Lizzy Yarnold (Großbritannien) geschlagen geben.

"Lölling hat sich WM-Sieg verdient"

Jaqueline Lölling

So sehen Sieger aus: Jaqueline Lölling feiert ihren ersten WM-Sieg.

"Wahnsinn. Es fühlt sich einfach nur gut an. Dass es wirklich für Gold reicht, habe ich nicht erwartet“, freute sich die neue Weltmeisterin, die das Jubelbad in der Menge genoss. Auch die geschlagene Hermann war über Silber glücklich: "Jacqueline ist in einer bestechender Form. Mir war klar, dass es sehr schwer werden wird, sie zu schlagen." Vor dem entscheidenden Lauf lag Hermann nur sechs Hundertstelsekunden hinter Lölling. Hermann legte mit schneller Laufzeit vor, doch Lölling konterte nervenstark und gewann verdient. "Sie hat sich den WM-Sieg in diesem Jahr verdient. Sie war die konstanteste Fahrerin", sagte Bundestrainer Jens Müller, der vor allem das Fahrgefühl der neuen Nummer 1 lobte, im ZDF.

Nur drei statt vier Läufen

Die WM-Entscheidung fiel in drei statt vier Läufen. Der zweite Durchgang wurde am Freitag wegen dichtem Schneetreiben und starkem Wind annulliert, weil die später gestarteten Fahrerinnen teilweise über eine Sekunde verloren.

Mit gleich zwei Goldkandidatinnen wird der deutsche Verband damit in die kommende Saison starten, der erste Olympia-Sieg ist greifbar, das ist ein neues Gefühl für den zuletzt gebeutelten deutschen Skeletonsport. "Ich glaube, dass die beiden dieses Niveau auch in den kommenden Jahren halten können", sagte Bundestrainer Jens Müller, insgesamt sei sein Team "in Fahrtrichtung Olympia zudem sehr professionell aufgestellt". Besonderen Optimismus darf Müller aus der Tatsache schöpfen, dass Lölling und Hermann ihre starken Ergebnisse vor allem großer fahrerischer Klasse verdanken. Und die Olympiabahn in Südkorea "ist schwierig", sagt der 51-Jährige, "das sollte für die beiden ein Vorteil sein."

sst | Stand: 25.02.2017, 11:36

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