Hüfner und Loch - die Gejagten

Felix Loch

Rodelauftakt in Innsbruck-Igls

Hüfner und Loch - die Gejagten

Olympiasieger, Weltmeister, Weltcup-Gesamtsieger - Tatjana Hüfner und Felix Loch sind der Maßstab im internationalen Rodelsport. Auch in der neuen Saison sind die Ziele hochgesteckt.

Die Rodel-WM 2013 im kanadischen Whistler soll nur die Durchgangsstation bleiben. Mit der am Wochenende beginnenden Weltcupsaison starte für die deutschen Rodlerinnen und Rodler bereits die Vorbereitung für den Olympiawinter 2014. "Es geht Richtung Winterspiele - jetzt schon", stellt Bundestrainer Norbert Loch vor dem Weltcup-Start an diesem Wochenende im österreichischen Igls klar: "Diese Saison ist vor allem auch Vorbereitung für Sotschi."

Felix Loch mit breiter Brust

Die deutschen Rodelcracks gehen - obwohl mit der Favoritenrolle besetzt - ohne Druck in die neue Saison und richten gleich einmal Kampfansagen an die Konkurrenz. "Ich bin auf einem guten Weg. Ich bin am Start ein bisschen schneller geworden", sagt der 23-jährige Felix Loch, der sich in der vergangenen Saison neben dem Weltmeistertitel erstmals den Gesamtweltcup sicherte. Keine guten Nachrichten für die Konkurrenz: Für die deutschen Fahrer könnte auch in der neuen Saison neben allen fahrerischen Qualitäten auch wieder die Athletik am Start den Ausschlag geben. "Im letzten Winter sind wir eine Top-Saison gefahren. Das war sensationell", sagt Loch, der sich zusammen mit Andi Langenhan alle Weltcup-Siege aufgeteilt hatte, und darauf auch in der neuen Saison hofft: "Wenn ich nicht vorne war, war der Andi vorne. Und ich hoffe, dass es für uns in diesem Jahr so weitergeht."

Druck lässt Loch, obwohl er in der Rolle des Gejagten ist, gar nicht erst aufkommen. "Wenn man die Vorsaison betrachtet, kann man das denken. Aber diesen Druck lasse ich gar nicht an mich heran. Ich will nur schnell fahren - der Rest kommt von alleine", sagt der Sohn des Bundestrainers: "Ich habe den Anspruch, immer vorne zu landen. Alles andere wäre Quatsch."

Hüfner und der mögliche Gesamtweltcup Nummer sechs

Tatjana Hüfner

Tatjana Hüfner

Bei den Damen geht Tatjana Hüfner als Weltcuptitelverteidigerin in die neue Saison, fünf Mal in Folge gewann sie zuletzt den Titel. Doch die Konkurrenz holt auf. "Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, die Erfolge zu wiederholen", sagt Hüfner, die im vergangenen Jahr einige Male auch hinterherfahren musste. Doch auch sie sieht - ähnlich wie Loch - deshalb keinen Druck: "Ich muss mich allein mir auseinandersetzen", sagt sie: "Ich genieße jedes Rennen und ich will jedes Rennen gewinnen."

Die größte Konkurrenz kommt aus dem eigenen Team in Person der Miesbacherin Natalie Geisenberger. Daneben zählen die Kanadierin Alex Gough und Tatiana Iwanowa aus Russland zu den möglichen Kandidatinnen auf den Gesamtweltcupsieg. Gewinnt Hüfner zum sechsten Mal, wäre es ein einzigartiger Rekord. Aber auch das nimmt die gelassen auf: "Ich muss niemanden übertrumpfen. In die Rodel-Geschichtsbücher habe ich mich schon eingetragen. Einmal mehr oder weniger interessiert mich nicht", sagt Hüfner nüchtern wie immer.

dpa/sid | Stand: 22.11.2012, 15:47

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