Frenzel geht auf dem Zahnfleisch

Eric Frenzel

Weltcup in Val di Fiemme

Frenzel geht auf dem Zahnfleisch

Der tiefe Schnee von Val di Fiemme hat es den Nordisch Kombinierten sehr schwer gemacht. Eric Frenzel konnte seine Führung in der Loipe nicht behaupten und war am Ende auch nicht bester Deutscher. Den Sieg holte ein Norweger.

Dem Gesamtweltcup-Sieger der Nordisch Kombinierten, Eric Frenzel, ist anzusehen, dass die Saison langsam zu Ende gehen sollte. Bei schwierigen äußeren Bedingungen in Val di Fiemme konnte der Sachse seinen Vorsprung aus dem Springen nicht lange verteidigen. Der Norweger Magnus Krog kam schnell heran, zog nahezu mühelos vorbei und gewann den Wettkampf. Frenzel musste dann sogar noch eine Verfolgergruppe unter anderem mit Fabian Rießle passieren lassen und wurde am Ende Vierter: "Ich geh langsam auf dem Zahnfleisch. Ich muss ehrlich sagen, ich bin froh, wenn nächste Woche ein Schlussstrich gezogen wird."

Rießle im Pech

Die Kombinierer Fabian Rießle, Magnus Krog und Jörgen Graabak (v.l.n.r.)

Rießle nicht ganz so glücklich wie Krog und Graabak (v.l.n.r.)

In der Verfolgergruppe hinter Krog hatte Rießle zunächst gute Karten. Er lief zusammen mit Lukas Klapfer (AUT) und Jörgen Graabak (NOR). Das Trio war auf dem besten Weg, Platz zwei und drei unter sich auszumachen. In einer der letzten Kurven lief Klapfer jedoch auf Rießle auf und beide stürzten. Damit konnte sich Graabak ungefährdet Rang zwei hinter seinem Landsmann Krog sichern. Bundestrainer Hermann Weinbuch ärgerte sich über den Zwischenfall und wollte ihn auch nicht als Versehen abtun: "Da mache ich ihm schon einen Vorwurf. Er (Klapfer) fährt da hinten drauf. Das macht man nicht, das hat mit Fairness nichts zu tun." Rießle rettete aber mit einer großen Kampfleistung Platz drei und sagte im Ziel: "Es ärgert mich schon, denn ich hab mich gut gefühlt auf der letzten Runde. Und dann in der vorletzten Kurve wieder so was. Ich hoffe, dass es in Schonach noch einen schönen Abschluss gibt."

Springen im Dauerregen

Schon nach dem Springen zeigte sich Frenzel nicht so gelöst wie gewohnt. Er hatte zwar mit 120,5 m den weitesten Satz gelandet, stellte im Dauerregen von Val di Fiemme aber fest: "Ich verstehe nicht, warum wir bei solchen Bedingungen überhaupt springen müssen. Ich denke aber, mein Sprung war ganz in Ordnung. In der Loipe wird es bestimmt noch mal anstrengender werden als gestern." Bundestrainer Hermann Weinbuch sagte: "Die Anlaufspur wurde immer langsamer. Die hinteren haben es wirklich schwerer gehabt."

Nur drei Deutsche im Ziel

Fabian Rießle, Nordische Kombination

Fabian Rießle lief trotz Sturzes aufs Podest.

Für die große Überraschung beim Springen hatte Tobias Simon gesorgt. Bei seinem ersten Einsatz in einem Weltcup-Einzel in dieser Saison sprang der 23-Jährige auf 119,0 Meter und sicherte sich Platz zwei hinter Frenzel. Er ging mit 24 Sekunden Rückstand ins Rennen, gab aber nach etwa der Hälfte auf. Auch Tino Edelmann schnallte die Ski vorzeitig ab. Er wurde jedoch dazu gezwungen. Nach Angaben der FIS war Edelmann etwas zu früh gestartet und wurde deshalb disqualifiziert. Enttäuscht und wütend schleuderte er Ski und Stöcke auf den Boden. Johannes Rydzek und Tobias Haug waren zum 10-km-Langlauf gar nicht erst angetreten. Und so beendete von den deutschen Startern neben Frenzel und Rießle nur Manuel Faißt den Wettkampf. Er wurde 19.

ake | Stand: 28.02.2016, 15:59

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