Frenzel läuft von sieben auf zwei

Eric Frenzel (re.) und Joergen Graabak - Nordische Kombination Trondheim

Weltcup in Trondheim

Frenzel läuft von sieben auf zwei

Kombinierer Eric Frenzel landete beim Weltcup im norwegischen Trondheim nach einer furiosen Aufholjagd auf dem zweiten Platz.

Mit 131,5 Metern hatte Youngster Jarl Magnus Riiber den weitesten Sprung im gesamten Feld vorgelegt. Der Lohn: Mit 134,0 Punkten führte der 18-jährige Überraschungsgewinner von Oslo drei Tage zuvor vor seinem Landsmann Haavard Klemetsen (129,9 Punkte) und den beiden Japanern Akito Watabe (125,8) und Takehiro Watanabe (125,1). "Das waren perfekte Bedingungen für mich. Im Training bin ich noch nicht so richtig klargekommen, hatte etwas Abstimmungsprobleme. Aber dann habe ich noch etwas nachjustiert und bin nun sehr froh über meinen Sprung", sagte Riiber, der mit 16 Sekunden Vorsprung vor Klemetsen in die Loipe ging, 33 und 36 Sekunden vor den beiden Japanern.

Dass er seinen Landsmann Klemetsen auf der 10-Kilometer-Runde auf Distanz halten könnte, daran wollte Riiber nicht so recht glauben: "Das Rennen wird richtig hart. Ich werde etwas langsamer loslaufen also in Oslo. Ich hoffe, ich kann mit Haavard Klemetsen zusammen laufen." Doch in der Loipe dann ein überraschendes Bild: Riiber stürmte munter vorne weg, Klemetsen hatte Probleme, zu folgen - und fiel sogar zurück. Der Japaner Watabe schob sich auf Platz zwei und war ärgster Verfolger von Riiber, auch Watanabe schloss früh zu Klemetsen auf.

Frenzels Aufholjagd

Joergen Graabak - Nordische Kombination Trondheim

Der Norweger Joergen Grabaak triumphierte im Norden Norwegens.

Nach knapp vier Kilometern meldeten aber noch weitere Läufer in der Verfolgergruppe an - darunter auch Eric Frenzel. Der Olympiasieger und Weltmeister hatte nach dem Springen auf Platz sieben gelegen, 57 Sekunden hinter Riiber war er in den 10-Kilometer-Lauf gestartet. Nach nicht einmal der Hälfte der Strecke meldete er sich im Kampf um die Podestplätze zurück. Nach der Hälfte des Rennens deutete sich ein Vierkampf um drei Podestplätze an. Noch immer führte Riiber, dahinter folgten der Japaner Watabe (+21,0 Sekunden), der Norweger Jörgen Graabak (+33,1 Sekunden) und eben Frenzel (+33,4 Sekunden), alle anderen Verfolger mussten abreißen lassen.

Ein Trio für drei Plätze

Nach sechs Kilometern schnappten sich Graabak und Frenzel den Japaner Watabe, aus dem Vierkampf ums Podest wurde ein Dreikampf. Drei Starter, drei Plätze - aber wer würde ganz oben stehen? Riibers Vorsprung schrumpfte Sekunde um Sekunde, die Zweckgemeinsachft Frenzel/Graabak hollte immer mehr auf - und nach acht Kilometern war es soweit: Der einsame Lauf des Jarl Magnus Riiber war beendet, das Spitzentrio war nun Ski an Ski unterwegs.

Auf den letzten Metern setzte sich dann der Norweger Graabak etwas ab. Er siegte in 24:26,2 Minuten vor Eric Frenzel (+5,1 Sekunden) und dem jungen Riiber (+19,7). "Vor zwei Jahren habe ich am letzten Berg den Sieg verloren. Deshalb wollte ich es dieses Jahr besser machen. Das ist mir gelungen, diesmal habe ich am letzten Berg den Sieg geholt. Ich bin sehr glücklich", sagte Sieger Graabak. Der zweitplatzierte Frenzel muss sich aber auch nicht ärgern über den verpassten Sieg. Denn auch mit Platz zwei konnte er seine Führung im Gesamtweltcup ausbauen.

Zufrieden war auch der Bundestrainer. "Da kann man nicht meckern", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Das Hauptziel war, das Gelbe Trikot zu verteidigen und den Vorsprung möglichst auszubauen."

Starke deutsche Mannschaftsleistung

Die deutschen Kombiniere überzeugten in Trondheim einmal mehr als Mannschaft. Johannes Rydzek wurde Fünfter (+53,3 Sekunden), Fabian Rießle Sechster (+59,9) und Manuel Faißt Achter (+1:02,7 Minuten). Der Weltcup wurde als Ersatz für das Ende November ausgefallene Auftaktrennen im finnischen Ruka ausgetragen. Am Mittwoch (10.02.16) findet in Trondheim das zweite Einzelrennen statt.

br/dpa/sid | Stand: 09.02.2016, 15:47

Nordische Kombination | Weltcupstand Herren

Name P
1. Johannes Rydzek 330
2. Eric Frenzel 294
3. Björn Kircheisen 205
4. Akito Watabe 186
5. Fabian Rießle 182

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