Frenzel dominiert auch den zweiten Tag

Eric Frenzel küsst nach dem Sieg im 10 Kilometer-Rennen seine Ski

Nordic Combined Triple

Frenzel dominiert auch den zweiten Tag

Die Frenzel-Festspiele beim Triple der Nordischen Kombinierer in Seefeld gehen weiter: Auch am zweiten Tag kommt der Sieger aus Oberwiesenthal. Der Titel in Seefeld ist ihm kaum noch zu nehmen und auch im Gesamtweltcup übernahm Frenzel die Führung von Teamkollege Fabian Rießle, der Dritter wurde.

Nach dem Springen lag Frenzel auf Rang zwei, aber er startete auf der zehn Kilometer langen Laufstrecke nur winzige vier Sekunden hinter dem Japaner Akito Watabe. Den hatte der Oberwiesenthaler aber schon nach einem Kilometer eingeholt.  Als es nach 2,5 Kilometern das erste Mal ins Stadion ging, war der deutsche Kombinierer bereits vorne. Allerdings musste er damit auch die Führungsarbeit übernehmen. Genau deshalb wurde er von Bundestrainer Hermann Weinbuch auch ermahnt, er solle diese Aufgabe auch einmal dem Japaner übertragen – was sein Schützling dann auch tat.

Eric Frenzel bei seinem Lauf über 10 Kilometer in Seefeld

Eric Frenzel bei seinem Lauf über 10 Kilometer in Seefeld

Nach 7,5 Kilometern setzte Frenzel bei einer Steigung die entscheidende Attacke. Und er ließ seinen Konkurrenten regelrecht stehen und konnte seinen Zieleinlauf als überdeutlicher Sieger ausgiebig genießen. Den Japaner Watabe hatte er klar auf Rang zwei verwiesen. Dementsprechen ging das Lobe des Siegers auch an sein Serviceteam: "In der Loipe muss ich sagen: Ein Hoch auf unsere Techniker! Wir hatten heute wieder super Material unter den Füßen." Frenzel geht jetzt mit einem Vorsprung von knapp 25 Sekunden in den letzten Wettbewerb des Seefeld-Triples. "Ich bin jedes Mal selbst wieder überrascht, wie gut es hier läuft", so kommentierte er ganz nüchtern seinen Dominanz nach dem Rennen. Und auch der Bundetrainer war angesichts dieser Leistung ziemlich sprachlos: "Ich versuche immer noch, die ein oder andere Erklärung zu finden", sagte der 55-Jährige: "Ich glaube, viel ist einfach seine enorme mentale Stärke."

Auch Rießle auf dem Podium

Fabian Rießle beim Langlauf über 10 Kilometer

Fabian Rießle beim Langlauf über 10 Kilometer

Das deutsche Trio um Fabian Rießle, Manuel Faißt und Johannes Rydzek zeigte auch eine gute Laufleistung. Zwar war für sie "der Zug um Platz zwei nach der Hälfte des Rennens abgefahren“, so der Bundestrainer. Für Fabian Rießle reichte es aber zu einem guten dritten Platz. Hinter den beiden Deutschen auf dem Podium lief auch Weltmeister Johannes Rydzek (Oberstdorf) als Siebter trotz eines Sturzes in der Schlussphase in die Top 10. Routinier Tino Edelmann (Zella-Mehlis) wurde Elfter, Manuel Faißt (Baiersbronn) landete auf Platz 18.

Frenzel nach dem Springen auf Rang zwei

Eric Frenzel nach dem Springen

Eric Frenzel nach dem Springen

Der Oberwiesenthaler hatte sich auf der Schanze von Seefeld eine gute Ausgangsposition erarbeitet. Bei heftigem Rückenwind kämpfte sich Frenzelbis auf 99,5 Meter. Damit landete Frenzel direkt hinter dem erneuten Sprungsieger Watabe, der 103,5 Meter erreichte. Auf Rang drei nach dem Springen lag der Bernhard Gruber, er erzielte zwar mit 106 Metern die größte Weite, aber beim Springen wurden die Rückstände vom ersten Wettbewerb mit eingerechnet. Im Langlauf wurde der Österreicher dann aber nach hinten durchgereicht.

Deutsches Trio mit gutem Weiten

Das deutsche Trio Rießle (93,5m/Platz 8), Faißt (100,5m/9.) und Rydzek (99m/11.) hatte nach dem Springen ebenfalls noch gute Chancen. Vor allem Rießle hatte aber nach dem Springen eine gehörige Wut im Bauch: Er war mit 3,0 Meter/Sekunde Rückenwind von der Schanze gelassen wurden. Das brachte ihm zwar 26,5 Bonuspunkte ein, die fehlende Weite konnte das aber nicht kompensieren. Tino Edelmann (98 Meter) verbesserte sich im Springen leicht auf den 23. Platz Jakob Lange (95 m/Platz 31) und Björn Kircheisen (99m/34.) konnten sich dabei nicht verbessern.

Was ist das Seefeld Triple?

Das sogenannte Seefeld Triple oder auch Nordic Combined Triple wird zum dritten Mal ausgetragen. Der Sieger wird in drei Wettkämpfen ermittelt. Am ersten Tag gab es einen verkürzten Wettbewerb mit einem Sprung und einem Fünf-Kilometer-Lauf. Am zweiten folgte für die 50 Besten ein normaler Wettbewerb, d.h. mit einem Sprung und dem Lauf über zehn Kilometer. Am dritten Tag schließlich bestreiten die 30 Besten einen "klassischen" Gundersen-Wettbewerb mit zwei Springen und 15 Kilometern in der Loipe. Dabei werden am zweiten und dritten Wettkampftag jeweils die bisherigen Zeitrückstände mitgenommen, so dass derjenige, der am Sonntag als erster im Ziel ist, auch der Gesamtsieger aller drei Tage ist. Bei der Premiere 2014 und auch im Vorjahr war das jeweils Eric Frenzel.

rmü/dko/dpa/sid | Stand: 30.01.2016, 16:21

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