Frenzel krönt sich zum Nordic-Triple-König

Eric Frenzel bejubelt seinen Sieg in Seefeld

Seit elf Wettkämpfen in Seefeld ungeschlagen

Frenzel krönt sich zum Nordic-Triple-König

Was für eine Dramatik beim Finale des Nordic-Triple in Seefeld! Titelverteidiger Eric Frenzel hat das Unmögliche möglich gemacht. Auch Sturz und Riesen-Rückstand konnten den Weltmeister und Olympiasieger in Seefeld nicht stoppen.

Frenzel, für den sich nach einem Sturz im Springen am Sonntag ein 24-Sekunden-Vorsprung in einen 56-Sekunden-Rückstand verwandelte, fing auf der Zehn-Kilometer-Langlaufstrecke den Führenden Japaner Akito Watabe noch ab. Frenzel feierte damit einen nicht mehr für möglich gehaltenen Hattrick - er gewann bereits 2014 und 2015 und ist konnte zudem in Seefeld seit 2013 in elf Rennen ungeschlagen.

Frenzel: "Mir fehlen die Worte"

"Mir fehlen die Worte. Es ist unglaublich", jubelte Frenzel nach dem Rennen: "Ich wusste, dass es schwer würde. Umso schöner, dass es geklappt hat. Ich habe gewusst, dass ich alles reinlegen muss und auf die letzten Kilometer etwas mobilisieren kann. Ich habe etwas Wut aus dem Sprung mitgenommen."

Eric Frenzel (re.) und Akito Watabe in Seefeld

Sieger und tragisch Geschlagener: Eric Frenzel (re.) und Akito Watabe.

Frenzel begann das wegen des schlechten Wetters von 15 auf zehn Kilometer verkürzte Langlaufrennen gleich mit hohem Tempo. Nach 1,1 Kilometern hatte der in Oberfanken lebende Sachse schon mehr als sieben Sekunden aufgeholt, nach 2,5 Kilometern lag Frenzel noch 44 Sekunden hinter dem Spitzenreiter, bei Halbzeit trennten Watabe und Frenzel 39,4 Sekunden. Begünstigt durch einen Sturz des Japaners in der Loipe lag Frenzel nach 7,5 Kilometern noch 25 Sekunden hinter der Spitze, nach 8,6 Kilometern waren es 18,5 Sekunden. Auf den letzten 1,4 Kilometern des Rennens schien der Weltcup-Gesamtsieger der vergangenen drei Jahre nun die zweite Luft zu bekommen, während Watabe an der Spitze das Tempo nicht halten konnte. Rund 300 Meter vor dem Ziel zog der Deutsche dann sogar am Japaner vorbei und riss im Ziel die Arme in die Luft. Letztlich siegte der Olympiasieger mit einem Vorsprung von 18,7 Sekunden. Watabe, wiederholt Weltcup-Gesamt-Zweiter, verpasste damit den ersten großen Erfolg seiner Karriere.

Rießle Dritter - Rydzek stürzt im Zielsprint

Fabian Rießle in Seefeld

Fabian Rießle: "So glücklich"

Auf einen starken dritten Platz kam Fabian Rießle. Der Schwarzwälder, der nach dem Springen als Dritter ins Rennen gegangen war, setzte sich im Schlussspurt einer großen Verfolgergruppe durch. Rießle verwies die Norweger Joergen Graabak und Magnus Krog auf die Plätze. "Ich bin so glücklich, dass ich im Ziel bin. Es war so anstrengend. Ich fühle mich super gut mit dem dritten Platz", freute sich der 25-Jährige.

Pech hatte wieder einmal Johanes Rydzek. Der Oberstdorfer stürzte wie bereits am Samstag. Im Spurt um den dritten Platz stolperte Rydzek im Tiefschnee und wurde am Ende nur Siebter. Trost kam von Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Rydzek war vielleicht sogar der Stärkste im Zielsprint. Bei ihm läuft es dieses Jahr nch nicht. Aber ich bin sicher, dass der Knopf noch aufgeht. Er wird noch kommen."

Tino Edelmann, als Elfter in das Triple-Finale gestartet, beendete die Wettkampfserie als 15., Manuel Faisst verbesserte sich von Rang 21 auf Platz 16, Björn Kircheisen lief von Platz 28 auf Rang 22 nach vorn.

Jakob Lange nicht am Start

Jakob Lange nach seinem Sturz in Seefeld

Jakob Lange nach seinem Sturz in Seefeld

Nicht an den Start gegangen war Jakob Lange, der ebenso wie Frenzel beim Springen, das am Sonntagmittag nach mehreren Verschiebungen über die Bühne ging, schwer stürzte. Der 20-Jährige zog sich dabei eine Innenbandzerrung im Knie und eine Prellung am Knöchel zu und wurde vom deutschen Mannschaftsarzt Stefan Pecher aus dem Rennen genommen.

dh | Stand: 31.01.2016, 15:32

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