Frenzel gewinnt tragisches Rennen

Erik Frenzel und Akito Watabe (v.l.)

WM-Generalprobe in Lahti

Frenzel gewinnt tragisches Rennen

Der 30. Weltcupsieg für Erik Frenzel ist in Sack und Tüten. Doch was war das für ein Rennen. Der junge Norweger Jarl Magnus Riiber war eigentlich der Schnellste, bog im Ziel aber falsch ab und wurde disqualifiziert.

Erik Frenzel hat Geschichte geschrieben. Der Sachse holte sich beim Weltcup in Lahti den Sieg. Der tragische Held kam aber aus Norwegen. Jarl Magnus Riiber fand die Zielgerade nicht. "Das kann passieren, es tut mir leid für den jungen Burschen", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Erik Frenzel freute sich natürlich trotzdem über den Sieg: "Ich hatte das Glück auf meiner Seite. Ich dachte, was hat er denn jetzt vor? Akito und ich, wir wollten beide auf den mittleren Kondor. Er sagte aber, dass es seine Schuld war. Es war am Schluss eine große Aufholjagd." Für den Samstag verordnete der Bundestrainer seinem Schützling eine Pause.

Ruhigem Start ...

Weinbuch war vor dem Rennen optimistisch: "Frenzel und Watabe werden hoffentlich gemeinsam nach vorn laufen. Dann sollte er der Stärkste sein. Er wird zügig anlaufen. Von hinten ist eigentlich keine Gefahr.“ Da sollte sich der Bundestrainer irren. Jan Schmid aus Norwegen und der Österreicher Lukas Klapfer fuhren die Lücke schnell zu, auch weil Frenzel und Watabe es ruhig angehen ließen.  Nach fünf gelaufenen Kilometern lag der erst 18-jährige Norweger Jarl Magnus Riiber immer noch eine halbe Minute in Front.

... folgt flotter zweiter Teil

Doch dann bliesen die Verfolger zur Aufholjagd. Neben Frenzel und Akito Watabe konnte nur Jan Schmid zunächst noch folgen. Schnell schmolz der Vorsprung von Riiber und einen Kilometer vor dem Ziel wurde er von dem Trio geschluckt. Doch der junge Wilde schlug zurück und holte sich doch noch den Sieg, dachte er. Doch er bog zu früh ab und wurde disqualifiziert. Da auch noch Watabe stolperte, war der Weg für den 30. Weltcupsieg frei für Frenzel.

Aufholjagd der Deutschen

Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Manuel Faißt verbesserten sich noch auf die Plätze fünf, sechs und zehn. Auf das Podest reichte es nicht mehr. Den dritten Platz sicherte sich der Norweger Jan Schmid.

Platz drei nach dem Springen

Jarl Magnus Riiber

Nach dem Springen hatte Frenzel als Dritter 42 Sekunden hinter dem Norweger Jarl Magnus Riiber gelegen. Beide sprangen, allerdings mit verschiedenem Anlauf, je 127,5 Meter. Zweiter war Haavard Klemetsen aus Norwegen.

Alle Chancen auf eine gute Platzierung hatten sich nach dem Springen Björn Kircheisen (37.) und Tino Edelmann (27.) verbaut. Der Sachse Kircheisen fiel mit 108,5 Metern weit zurück. Edelman schaffte 113 Meter und war ratlos: "Ich komme einfach nicht richtig zurecht. Ich weiß nicht mehr, was ich noch machen soll. Ich habe am freien Wochenende in Oberhof noch Trainingssprünge gemacht. Es geht sehr schwer aktuell.“ Johannes Rydzek (117 m/14.) und Manuel Faißt (118/12.)  kamen mit dem großen Bakken ebenfalls nicht richtig zurecht und verloren zur Spitze bereits viel Zeit. Fabian Rießle (20.) stürzte bei schlechteren Windbedingungen mit 113 Meter auch eher ab.

Stand: 19.02.2016, 15:57

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