Russisches Langlauf-Sextett erhält Weltcup-Starterlaubnis

Maxim Wylegschanin und Alexander Legkow

Unter Dopingverdacht stehende Russen in Kuusamo am Start

Russisches Langlauf-Sextett erhält Weltcup-Starterlaubnis

Bei den Olympischen Spielen dürfen die Russen um Alexander Legkow und Maxim Wylegschanin nicht starten. Der Ski-Weltverband erteilte dem Sextett nun aber grünes Licht für den Weltcup.

Bei Olympia gesperrt - im Weltcup am Start. Der Ski-Weltverband FIS hat den sechs vom IOC gesperrten russischen Langläufern eine Starterlaubnis für den Weltcupauftakt am Freitag (24.11.2017) in Kuusamo erteilt. Das gab der Weltverband am Donnerstag (23.11.2017) auf seiner Website bekannt.

"FIS-Dopingkomitee muss warten"

In der Mitteilung wird die Entscheidung so begründet: "Das FIS-Dopingkomitee muss warten, bis die mit Begründungen versehene Entscheidung der IOC-Disziplinarkommission vorliegt, bevor es weitere Schritte einleiten kann." Derzeit gebe es keine rechtliche Grundlage, eine Suspendierung gegen das Sextett Alexander Legkow, Jewgeni Below, Maxim Wylegschanin, Alexej Petuchow, Julia Iwanowa und Jewgenija Schapowalowa auszusprechen: "Damit sind die aktiven Athleten bis auf Weiteres berechtigt, bei Weltcup-Wettbewerben zu starten", teilte die FIS mit.

Sperren waren am 31.10. ausgelaufen

Nach einem Bericht des Dopingermittlers Richard McLaren und folgenden Ermittlungen des Internationalen Olympischen Komitees hatte die FIS im Dezember 2016 die sechs Langläufer gesperrt. Diese Sperre war am 31. Oktober ausgelaufen. Anfang November hatte das IOC die Russen lebenslang für Olympia gesperrt. Das Sextett kündigte daraufhin den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS an.

FIS: "Keine Beweise"

Während für das IOC eine Verwicklung des Sextetts in das russische Staatsdoping um die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi erwiesen ist, erklärte der Ski-Weltverband, in den vergangenen Monaten keine ausreichenden Hinweise für Dopingvergehen gefunden zu haben. "Die Untersuchungen, die seit Dezember 2016 von der FIS durchgeführt werden, einschließlich der Untersuchungen früherer Tests und Befragungen des Hilfspersonals, haben keine ausreichenden Beweise erbracht, um Fälle von Verstößen gegen Anti-Doping-Bestimmungen zu eröffnen", heißt es in der Mitteilung.

Bewlo siegt "clean as snow"

Schon vor der Entscheidung hatte der russische Skiverband sowohl Below als auch Wylegschanin für den Weltcup im finnischen Kuusamo nominiert, der formschwache Legkow fehlt dagegen. Alle drei hatten am vergangenen Wochenende auch an offiziellen Testrennen in Schweden teilgenommen, Below gewann dabei ein Rennen über 10 Kilometer Freistil und trug anschließend ein Halstuch mit der Aufschrift "Clean as snow" - so sauber wie Schnee.

Langlaufszene gespalten

Die Skilanglaufszene hatte sich in Erwartung der FIS-Entscheidung gespalten gezeigt. Der sportliche Leiter des Deutschen Skiverbandes (DSV), Andreas Schlütter, hatte sich skeptisch zu einem Start der Russen geäußert. "Wenn die jetzt im Weltcup starten - das funktioniert eigentlich nicht." Nach Meinung von Alex Harvey, dem Jura studierenden kanadischen Weltmeister über 50 Kilometer, hat die FIS nicht genügend Beweise, um die Athleten zu sperren.

Russen beteuern Unschuld

Die betroffenen Russen hatten selbst Doping immer bestritten. Legkow und sein deutscher Anwalt beklagten, dass das IOC noch keine Beweise vorgelegt habe. "Doping hätte keinen Sinn gemacht", erklärte Legkow. "Ich möchte, dass jeder versucht, diese Angelegenheit objektiv zu betrachten", sagte Below nach seinem Sieg in der Vorwoche.

Thema in: Deutschlandfunk, Donnerstag, 23.11.2017, 22:50 Uhr

dh/sid | Stand: 23.11.2017, 15:28

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