Langlauf-Olympiasieger Legkow zieht vor den CAS

Der russische Langläufer Alexander Legkow steht am 23.02.2014 nach seinem Sieg im 50km Massenstart bei den Olympischen Spielen in Sotschi (Russland) im Ziel.

Wegen lebenslanger Sperre

Langlauf-Olympiasieger Legkow zieht vor den CAS

Er stand im Mittelpunkt des russischen Staatsdopings bei Olympia 2014. Nun wurde Alexander Legkow lebenslang gesperrt. Vom IOC und vorerst nur für Olympia. Der Langläufer will das nicht hinnehmen und zieht nun vor den CAS.

Russlands Langlauf-Olympiasieger Alexander Legkow wird nie wieder bei Olympia starten und auch sonst keine Funktionen bei Olympischen Spielen übernehmen dürfen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sperrte den 34-Jährigen am Mittwoch (01.11.2017) lebenslang.

Neben Legkow wurde auch sein Teamkollege Jewgeni Below mit einer lebenslangen Strafe sanktioniert. Mit den Strafen fällte das IOC die ersten Entscheidungen nach den Untersuchungen der Oswald-Kommission. Sie hatte Athleten angehört, die im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Staatsdoping in Russland auch während der Winterspiele 2014 in Sotschi gebracht wurden.

Legkow-Anwalt: "Skandal"

Alexander Legkow

Alexander Legkow

Legkows deutscher Anwalt Christof Wieschemann kritisierte das Urteil der IOC-Disziplinarkommission umgehend. Der Jurist nannte die Strafe "skandalös". Das Olympische Komitee stelle sich gegen bereits gefällte Entscheidungen des internationalen Sportgerichtshofs. In einer Stellungnahme Wieschmanns von September hatte der CAS die Erwähnung der Athleten im Report des Anti-Dopingermittlers McLaren als "begründete Möglichkeit", nicht aber als "hinreichenden Nachweis" für Doping gewertet. Die vorläufigen Sperren der CAS gegen Legkow und Below liefen am Dienstag, 31. Oktober, aus.

Legkow legt Widerspruch ein

Es werde nun einen Antrag auf ein beschleunigtes Verfahren geben, sagte Wieschemann am Donnerstag und ergänzte: "Ich gehe davon aus, dass Sascha beim Weltcup-Auftakt am 24. November startet." Er erwarte nicht, dass der Ski-Weltverband FIS eine Suspendierung ausspricht. Mit dem IOC ging er hart ins Gericht: Ermittler Richard McLaren habe "in seinem Report erklärt, dass ihm keine Beweise für Doping individueller Athleten vorliegen. Das IOC trifft Entscheidungen, die weit über McLarens Report hinausgehen. Damit macht man es sich da zu einfach."

Der FIS selbst hielt sich noch bedeckt und formulierte die Aussicht auf mögliche zukünftige Maßnahmen zunächst vorsichtig: "Nun liegt es an der FIS, die Konsequenzen aus den Befunden des IOC im Hinblick auf Bereiche außerhalb der Spiele wie den Weltcup oder andere FIS-Wettbewerbe zu ziehen."

Doping: Legkow und Below wollen gegen Sperre vorgehen

Sportschau | 01.11.2017 | 01:11 Min.

Zwei Medaillen zurückgefordert

Legkow verliert mit der Strafe des IOC seine 50-Kilometer-Goldmedaille von Sotschi. Das Urteil betrifft zudem die russische 4x10-Kilometer-Staffel, mit der Legkow Silber gewonnen hatte. Die Medaillen muss der Russe zeitnah zurückgeben.

Suspendierung vom Weltverband

Die lebenslange Sperre von Legkow und Below gilt vorerst nur für die Olympischen Spiele und nicht für die vom Weltverband FIS veranstalteten Weltcups. Allerdings wurden die beiden Langläufer bereits am 22. Dezember 2016 auch vom Skiweltverband vorläufig gesperrt. Die FIS hatte die Suspendierung ausgesprochen, nachdem das IOC nach Erkenntnissen aus dem McLaren-Report ein Disziplinarverfahren gegen insgesamt 28 russische Teilnehmer der Olympischen Spiele in Sotschi eingeleitet hatte.

Legkow und Below standen schon seit geraumer Zeit mit anderen vier Langläufern im Verdacht, vom russischen Staatsdoping profitiert zu haben. Ihre Urinproben könnten im Kontrolllabor manipuliert worden sein, hatte ein Bericht des Ermittlers Richard McLaren im Auftrag der Welt-Antidoping-Agentur WADA ergeben.

Thema in: Deutschlandfunk, Mittwoch, 1.11., 22.45 Uhr

dh/dpa/sid | Stand: 02.11.2017, 13:29

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