Freestylerin Lisa Zimmermann verpasst Winterspiele

Lisa Zimmermann

Keine Chance auf Olympia-Qualifikation

Freestylerin Lisa Zimmermann verpasst Winterspiele

Freestylerin Lisa Zimmermann, Slopestyle-Weltmeisterin von 2015, wird nicht zu Olympia fahren. Die Fürtherin verpasste nach einer langwierigen Verletzungspause auch die letzte Qualifikationschance. Die Absage sorgt für Verstimmung zwischen Skiverband und Athletin.

"Ihr Management hat uns mitgeteilt, dass sie nicht an den Qualifikations-Wettkämpfen teilnimmt und damit die Voraussetzungen für Olympia nicht erfüllt. Damit ist das Thema für uns erledigt", sagte Wolfgang Maier, Alpindirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), am Donnerstag (11.01.18).

Die 21-jährige Zimmermann, 2015 Slopestyle-Weltmeisterin und 2017 Big-Air-Gewinnerin bei den X-Games, hatte sich im Februar 2017 einen Kreuzbandriss zugezogen. Entgegen des DSV-Ratschlags hatte sich die Sportlerin gegen eine Operation entschieden. Zimmermann, die selbstständig trainiert, und der Verband waren immer wieder unterschiedlicher Meinung. "Wir hätten ihr gerne unser Know-how im Bereich Kreuzbandverletzungen zur Verfügung und ihr ein auf sie zugeschnittenes Programm zusammengestellt, aber das wollte sie nicht", sagte Maier.

Einen Tag später legte Maier in einem dpa-Interview nach: "Man kann doch nicht einen Kreuzbandriss nicht operieren, den ganzen Sommer nichts tun, sich kurz vor Weihnachten ein bisserl auf die Ski stellen und dann sagen, ich fahre zu Olympia. Das hat mit Profisport nichts zu tun."

Zimmermann muss über DSV "schmunzeln"

Zimmermann selbst reagierte am Samstag auf die Aussagen des DSV-Sportdirektors - mit einem gewissen Unverständnis. "Natürlich hätte ich große Lust gehabt, mit dabei zu sein, aber das wäre einfach ein zu großes Risiko", wird Zimmermann in einer Stellungnahme ihres Managements zitiert. "Sollten die kritischen Aussagen des DSV stimmen, kann ich es nicht verstehen. Aber es bringt mich auch irgendwie zum Schmunzeln", so Zimmermann weiter.

Sie habe sich nach zahlreichen Rücksprachen dazu entschieden, ihrem Knie mehr Zeit zur Heilung zu geben: "Diese Zeit brauche ich, damit ich wieder voll fit werde. Schließlich habe ich ja vor, noch lange dabei zu sein und meine Tricks zeigen zu können."

DSV bedauert Nicht-Teilnahme

Zuletzt hatte Zimmermann noch selbst Hoffnung auf eine Olympia-Teilnahme gemacht. Dennoch verzichtete sie auf die beiden Weltcups an diesem Wochenende in Aspen und am 20. Januar in Mammoth Mountain (beides USA). Der DSV bedauerte die Absage: "WM-Gold schüttelt man nicht so eben aus dem Ärmel", sagte Maier: "Sie wäre für uns in Pyeongchang eine extrem wertvolle Athletin gewesen, gerade im Freestyle-Bereich."

Bei den Ski-Freestylern hat der DSV nach dem Olympia-Aus von Zimmermann mit Skicrosserin Heidi Zacher nur eine Teilnehmerin mit realistischen Chancen auf eine Medaille.

Thema in: B5 Sport, 13.01.2018, 22.55 Uhr

sid | Stand: 14.01.2018, 09:23

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