Zwei vierte Plätze zum Auftakt

Patrick Beckert

Eisschnelllauf-WM in Kolomna

Zwei vierte Plätze zum Auftakt

Patrick Beckert hat zum Auftakt der Eisschnelllauf-WM im russischen Kolomna einen Platz auf dem Podest verfehlt. Über 10.000 Meter wurde der Erfurter am Donnerstag (11.02.16) Vierter. Ebenfalls knapp an Edelmetall vorbei schrammte Claudia Pechstein über 3.000 Meter.

13:09,42 Minuten reichten für Beckert nur zu Platz vier. Die Goldmedaille holte sich der niederländische Topfavorit Sven Kramer in Bahnrekordzeit von 12:56,77 Minuten - zum vierten Mal schon auf der längsten Strecke. Er baute damit seine Position als Rekordweltmeister mit dem insgesamt 23. WM-Titel aus. Silber ging an Weltrekordler Ted-Jan Bloemen aus Kanada (12:59,69), Bronze holte der Niederländer Erik Jan Kooiman (13:02,15). Moritz Geisreiter (Inzell) belegte in 13:12,48 Minuten Rang sechs.

"Platz vier ist bitter. Aber man muss anerkennen und respektieren, dass heute drei besser waren", sagte Beckert, der dennoch nicht unzufrieden war: "Die Zeit ist gut, es ist die beste, die ich je bei einem Großereignis gelaufen bin." Außerdem erläuterte er: "Ich wollte eigentlich die ersten Runden schneller angehen, aber dann habe gemerkt: Das wird sehr, sehr schwer heute. Also bin ich lieber konstant durchgelaufen, bevor ich wie andere auf der Strecke einbreche."

Schwierige Vorbereitung wegen Knochenhautentzündung

Patrick Beckert

Patrick Beckert

Beckert war allerdings mit einem leichten Handicap gestartet. Der 25-Jährige war zuletzt ständig mit Fußproblemen wegen einer eitrigen Knochenhautentzündung konfrontiert, die sich bei jedem Rennen verschärfte. Erst eine dreiwöchige Eis-Pause über Weihnachten und ein speziell angefertigtes Paar Schlittschuhe verschafften ihm Linderung, so dass er sich seit vier Wochen gezielt auf die WM vorbereiten konnte. "Ich fühle mich fit. Es geht bergauf", hatte er wenige Tage vor dem Auftakt in Kolomna voller Zuversicht angekündigt. Am Ende des längsten WM-Rennens wurde Beckert immer schneller, aber auf den ersten Runden hatte er etwas zuviel Zeit auf die Spitzenkönner eingebüßt.

Nächste Chance für Beckert am Samstag

Beckert, der im Vorjahr WM-Bronze über 10.000 Meter gewonnen hatte, gilt als größte Medaillen-Hoffnung der deutschen Eisschnellläufer bei der WM, die dieses Jahr in Kolomna - südlich von Moskau - ausgetragen wird. Am Samstag hat der Thüringer über 5.000 Meter eine weitere Chance.

Pechstein Vierte bei Sablikova-Sieg

Über 3.000 Meter hat sich erwartungsgemäß Martina Sablikova den Titel geholt. Doe Tschechin, die in 4:03,05 Minuten gewann, bleibt damit auf dieser Strecke in diesem Winter weiter ungeschlagen. Sablikova verdrängte Olympiasiegerin Ireen Wüst (Niederlande) nur um acht Hundertstelsekunden auf Platz zwei. Dritte wurde deren Teamkollegin Antoinette de Jong. Mit ihrem insgesamt 14. WM-Titel rückte Sablikova der Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann aus Erfurt (19 Titel) wieder ein Stück näher.

Trotz einer hartnäckigen Erkältung belegte Pechstein einen unerwarteten vierten Platz über die 3.000 Meter. In 4:05,09 Minuten erreichte die fast 44 Jahre alte Berlinerin ihre mit Abstand beste Saisonplatzierung auf dieser Strecke. Zur Bronzemedaille fehlten Pechstein nur 0,8 Sekunden. "Heute habe ich einige hinter mir gelassen, die sich sicher wähnten, vor mit zu landen. Mit der besten Platzierung in diesem Winter darf ich wohl zufrieden sein", freute sich Pechstein. Am Freitag hat sie die nächste Medaillenchance über eine Distanz, die ihr sehr liegt: 5.000 Meter. Die in Erfurt trainierende Berlinerin Bente Kraus lief auf Platz neun (4:09,19), Stephanie Beckert aus Erfurt enttäuschte mit dem 20. und letzten Rang (4:20,23).

eei / dpa | Stand: 11.02.2016, 18:03

Darstellung: