Savchenko/Massot gehandicapt zur Eiskunstlauf-WM

Aljona Savchenko und Bruno Massot

Titelkämpfe beginnen am Mittwoch

Savchenko/Massot gehandicapt zur Eiskunstlauf-WM

"Eine Medaille wäre ein Traum" - die deutschen Vorzeigepaarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot fahren mit gedämpften Erwartungen zur am Mittwoch startenden WM. Eigentlich sind sie Mitfavoriten. Aber da gibt es eine neue Verletzung.

Das Verletzungspech bleibt den Paarläufern Aljona Savchenko und Bruno Massot auch vor der am Mittwoch in Helsinki beginnenden Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft treu. Nachdem das Duo in diesem Winter bereits durch eine langwierige Knöchelverletzung Savchenkos gehandicapt war, musste sich zuletzt Massot mit Rückenbeschwerden herumplagen.

Bandscheibenvorfall bei Massot

Die Paarläufer Savchenko/Massot

Bei dem gebürtigen Franzose brach vor zwei Wochen beim Training in Oberstdorf eine alte Verletzung auf. "Er hatte vor einiger Zeit einen leichten Bandscheibenvorfall. Eine Bewegung beim dreifachen Twist hat alles wieder ausgelöst", erklärt Trainer Alexander König und dämpft die Medaillenhoffnungen: "Eine WM-Medaille wäre ein Traum, aber wir müssen auch einmal cool und realistisch sein." Obwohl Massot durch einen extra angereisten Physiotherapeuten aus Stuttgart wieder fit gemacht wurde, läuft nun die Angst mit, dass die Verletzung den 28-Jährigen im Kurzprogramm am Mittwoch (ab 17.10 Uhr) oder in der Kür am Donnerstag (ab 17.55 Uhr) behindert.

Vierfacher Wulf-Salchow und Dreifach-Wurf-Axel geplant

Massot selbst hält sich mit Voraussagen zurück: "Wir wollen zeigen, dass wir in Oberstdorf gut gearbeitet haben", sagt er eher unverbindlich. Sportlich hat das Duo durch EM-Silber im Januar im tschechischen Ostrava bereits gezeigt, dass sie konkurrenzfähig sind. Zum WM-Repertoire sollen der vierfache Wurf-Salchow und der dreifache Wurf-Axel gehören. Das dürfte für einen Medaillengewinn auch nötig sein, denn die Konkurrenz in der Hartwall-Arena ist stark. Die Titelverteidiger Meagan Duhamel und Eric Radford streben ihr drittes WM-Gold nacheinander an.

Zudem machen sich neben den Europameistern Jewgenia Tarasowa und Wladimir Morozow und den Four-Continents-Siegern Wenjig Sui und Cong Han weitere Duos aus Russland und China Medaillenhoffnungen. Für Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow begann die WM dramatisch. Die 22 Jahre alte Tarasowa erlitt bei den Wettkampfvorbereitungen eine Schnittverletzung unterhalb des Knies, die mit zehn Stichen genäht werden musste. Die vom Chemnitzer Ex-Weltmeister Robin Szolkowy betreuten Grand-Prix-Finalsieger wollten erst nach dem Einlaufen entscheiden, ob sie den Wettkampf aufnehmen. 

Fentz, Schott, Lorenz/Polizoakis hoffen auf Olympia

Eiskunstlauf-EM in Ostrava: Paul Fentz

Paul Fentz

Nicht um Medaillen, sondern um Startplätze für die olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang geht es für die übrigen deutschen Läufer, die teilweise auch mit Blessuren zu kämpfen haben. So laboriert der EM-Zehnte Paul Fentz aus Berlin an Schienbeinproblemen, die Essenerin Nicole Schott wurde kürzlich von einer Grippe gehandicapt. Die in Detroit trainierenden Eistänzer Kavita Lorenz/Panagiotis Polizoakis wollen nach dem enttäuschenden 14. Platz bei der EM diesmal besser abschneiden.

Zwei Olympia-Chancen

Eiskunstlauf-EM in Ostrava - Nicole Schott

Nicole Schott

Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), glaubt an gute Quali-Chancen für die deutschen Starter. Um sich das Olympia-Ticket zu sichern, müsste etwa Platz 20 herausspringen. Sollte es dennoch im ersten Anlauf nicht reichen, bekommen die deutschen Läufer bei der Nebelhorn-Trophy Ende September in Oberstdorf eine zweite Qualifikationschance.

Die Favoriten der Eiskunstlauf-WM

Bei den Damen gibt es eine ganz deutliche Gold-Anwärterin, bei den Paaren und den Herren ist die Sache nicht so klar. Wer wird bei der Eiskunstlauf-WM in Helsinki die Medaillen holen? Wir stellen die Favoritinnen und Favoriten vor.

Eiskunstlaufen - Anna Pogorilaya

Damen: Anna Pogorilaya (Russland)

Fast unmöglich erscheint es, dass nicht mindestens eine Russin in den Top 3 landet. Neben Medwejewa hat auch Anna Pogorilaya beste Chancen auf eine WM-Medaille. Die 18-Jährige, früher wegen ihrer Inkonsistenz und spektakulären Stürzen bekannt, läuft eine stabile Saison. Nach Platz zwei beim Grand-Prix-Finale und der Europameisterschaft greift sie nach ihrer zweiten WM-Medaille. Im Vorjahr in Boston reichte es bereits zu Bronze.

Damen: Anna Pogorilaya (Russland)

Fast unmöglich erscheint es, dass nicht mindestens eine Russin in den Top 3 landet. Neben Medwejewa hat auch Anna Pogorilaya beste Chancen auf eine WM-Medaille. Die 18-Jährige, früher wegen ihrer Inkonsistenz und spektakulären Stürzen bekannt, läuft eine stabile Saison. Nach Platz zwei beim Grand-Prix-Finale und der Europameisterschaft greift sie nach ihrer zweiten WM-Medaille. Im Vorjahr in Boston reichte es bereits zu Bronze.

Damen: Mai Mihara (Japan)

Neben Ashley Wagner aus den USA und Kaetlyn Osmond aus Kanada ist auch Mai Mihara aus Japan eine klare Medaillenfavoritin. Gerade erst 19 Jahre alt geworden feierte sie bei den Four-Continents-Titelkämpfen mit einer starken Aufholjagd Gold. Nach Platz zwei beim Grand-Prix-Finale und dem Four-Continents-Erfolg in Südkorea könnte die Vize-Weltmeisterin von 2015 in Helsinki zur zweiten WM-Medaille laufen.

Paarlauf: Aljona Svachenko/Bruno Massot (Deutschland)

Im Paarlauf ruhen die deutschen Hoffnungen auf Aljona Savchenko und Bruno Massot. Doch in dieser Saison bremsen Verletzungen das Duo aus Oberstdorf aus. Erst zog sich die gebürtige Ukrainerin eine Knöchelverletzung zu, zuletzt laborierte der gebürtige Franzose Massot an einem leichten Bandscheibenvorfall. Eine WM-Medaille wäre für die WM-Dritten des Vorjahres und den EM-Zweiten dieses Jahres eine kleine Überraschung.

Paarlauf: Jewegenija Tarasowa/Wladmir Morosow (Russland)

Anders die Russen Jewegenija Tarasowa und Wladmir Morosow. Die Europameister und Grand-Prix-Sieger knackten bei der EM in Ostrava u.a. die 80-Punkte-Schallmauer im Kurzprogramm. Nach WM-Platz fünf aus dem vergangenen Jahr brennen die 22-jährige Tarasowa und ihr in Potsdam geborener zwei Jahre jüngerer Partner auf ihre erste WM-Medaille.

Herren: Nathan Chen (USA)

Holt der Neuling gleich Gold? Der 17-jährige Nathan Chen aus den USA läuft erstmals bei einem ganz großen Wettbewerb. Das Momentum könnte er auf seiner Seite haben. Erst im Februar brillierte er bei den Four Continents mit fünf Vierfachsprüngen. Künstlerisch hat er in den vergangenen zwölf Monaten enorm zugelegt – und plötzlich ist er Top-Favorit im Herren-Wettbewerb.

dh/dpa/sid | Stand: 28.03.2017, 16:29

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