Savchenko/Massot schrammen an Gold vorbei

Aljona Savchenko und Bruno Massot während der Kür

WM-Entscheidung im Paarlaufen

Savchenko/Massot schrammen an Gold vorbei

Deutschlands Vorzeigepaarläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot haben einen starken Auftritt beim Kürfinale auf das Eis gezaubert. Am Ende fehlte eine Winzigkeit zum Titel. Gold ging nach China.

Aljona Savchenko und Bruno Massot jubelten nach einem famosen Kür am Donnerstag (30.03.2017) bei der Weltmeisterschaft in Helsinki euphorisch. Silber war sicher, Gold lag in der Luft. Nur die nach dem Kurzprogramm in Führung liegenden Chinesen Sui Wenjing und Han Cong konnten diesem Traum noch einen Strich durch die Rechnung machen. Sie liefen als letztes Paar, hatten ihre Nerven im Griff und verteidigten ihren Spitzenplatz trotz eines Sturzes. Bronze ging an die Russen Jewgenia Tarasowa/Wladimir Morozow.

Zwei Olympia-Startplätze sicher

Alles gewagt, fast alles gewonnen: So könnte man die brillante Kür mit dem hochriskanten dreifachen Wurf-Axel von Savchenko/Massot zusammenfassen. Nahezu fehlerfrei glitten die beiden Oberstdorfer bei ihrer ersten gemeinsamen WM über das Eis. Schon vor der Notenvergabe war sich Savchenko einer Medaille sicher, sie reckte die Faust nach oben. Mit 230,30 Punkten landeten die Schützlinge von Trainer Alexander König am Ende nur knapp hinter den letztjährigen Vize-Weltmeistern Wenjung Sui und Cong Han aus China (232,06).

Dreifachen Wurf-Axel sicher gestanden

Aljona Savchenko und Bruno Massot während der Kür

Aljona Savchenko und Bruno Massot während der Kür

Savchenkos Partner Massot standen die Tränen in den Augen, er konnte den Medaillengewinn kaum fassen. Den Unterschied zu den drittplatzierten Tarasowa/Morosow (219,03) machte in der mit 10.000 Zuschauern ausverkauften Hartwall-Arena der dreifache Wurf-Axel aus, den Savchenko so sicher stand wie selten zuvor. Aber auch die ruhigen Momente in der Kür "Lighthouse" faszinierten das Publikum, oftmals war nur das leise Kratzen der Kufen auf dem Eis zu hören. "Wenn man liebt, was man tut, kann man viele Steine aus dem Weg räumen, besonders nach Verletzungen im Sport", sagte Savchenko, die sich im November ein Band im Knöchel angerissen hatte, voller Emotionen. Die 33-Jährige hatte bei den deutschen Meisterschaften gar nicht starten können, bei den europäischen Titelkämpfen nur mit abgespecktem Programm.

Zwei Olympia-Startplätze sicher

Aliona Savchenko und Bruno Massot während der Kür

Pure Freude bei Aljona Savchenko und Bruno Massot.

Auch Massot verwies bei allem Jubel auf die Probleme im Verlauf des vorolympischen Winters: "Wir haben alles mitgenommen, auch die schlechten Erfahrungen. Alles ist nun in unserer Reisetasche auf dem Weg zu Olympia." Mit dieser Silbermedaille ergattern Savchenko/Massot zwei deutsche Startplätze für die Winterspiele 2018 in Südkorea. Zuvor muss der 28-jährige Franzose aber noch die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen.

Hase/Seegert verpassen Kür

Das zweite deutsche Paar, Minerva-Fabienne Hase und Nolan Seegert, hatte nach einer eher braven Präsentation mit 59,76 Punkten und Rang 19 das Kürfinale verpasst.

sid/sst | Stand: 30.03.2017, 21:12

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