Fentz bei Eiskunstlauf-Spektakel so gut wie noch nie

Paul Fentz

Kurzprogramm der Herren

Fentz bei Eiskunstlauf-Spektakel so gut wie noch nie

Was für eine hochklassige Show in Helsinki: Beim Kurzprogramm der Männer übertrafen sich die Topläufer mit Weltklasse-Leistungen. Auch der Berliner Paul Fentz hatte nach dem Wettbewerb allen Grund zur Freude.

Der 24-Jährige hat bei seiner WM-Premiere das Kürfinale erreicht und damit das Olympiaticket im Visier. Mit einer persönlichen Bestleistung im Kurzprogrammm machte Debütant Paul Fentz einen wichtigen Schritt nach vorn. Als 20. qualifizierte sich der Berliner für die Medaillenentscheidung am Samstag (10.00 Uhr/MESZ).

Neue Bestmarke bei WM-Debüt

Paul Fentz

Paul Fentz während des Kurzprogramms in Helsinki

Als seine neue Bestmarke von 73,69 Punkten auf der Anzeigetafel der Hartwall-Arena erschien, lehnte sich Fentz erleichtert zurück, pustete kräftig durch und winkte anschließend entspannt in den deutschen Fanblock. "Jetzt ist die Erleichterung groß. Bei meiner ersten WM auch die Kür zeigen zu dürfen, das war mein großes Ziel", sagte Fentz fast euphorisch.

Er wurde bei seinem Programm zum Oasis-Song Wonderwall, interpretiert von Paul Anka, für seinen Mut zum Wagnis belohnt. Der EM-Zehnte riskierte die Kombination aus vierfachem und dreifachem Toe-Loop, musste die erste Landung allerdings mit den Händen abstützen und schaffte die zweite Rotation daher nur doppelt. Den dreifachen Axel und dreifachen Lutz brachte er dann sicher auf das Eis.

Olympia-Startplatz für Deutschland in Sicht

Die Teilnahme am Finale eröffnet Fentz die Chance, schon in Finnland einen deutschen Startplatz für die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang zu ergattern. Ob er dann auch tatsächlich im Flieger nach Südkorea sitzt, ist offen. Der Schützling von Trainerin Romy Österreich erläuft kein persönliches Startrecht, sondern einen Platz für die Deutsche Eislaufunion.  Für die diesjährige Teilnahme an EM und WM hatte sich der Sportsoldat nur ganz knapp gegen seinen Berliner Klubkollegen Peter Liebers, Olympia-Achter von Sotschi 2014, durchgesetzt.     

Titelverteidiger führt zur Pause

Javier Fernandez

Titelverteidiger Javier Fernandez liegt in Führung.

Im Konzert der ganz Großen spielte Titelverteidiger Javier Fernandez aus Spanien die erste Geige. Der Welt- und Europameister setzte sich in einer hochklassigen Konkurrenz mit 109,05 Punkten vor Shoma Uno aus Japan (104,86) und dem kanadischen Ex-Weltmeister Patrick Chan (102,13) auf Rang eins des Zwischenklassements.

Fernandez eroberte mit seinem Malaguena-Programm nicht nur die Führung, er distanzierte damit auch Yuzuru Hanyu aus Japan um mehr als zehn Zähler. Der Olympiasieger patzte bei seiner Sprungkombination und hat von Platz fünf aus praktisch keine ernsthaften Siegchancen mehr.

sid/sst | Stand: 30.03.2017, 17:01

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