Jetzt erst recht - Weinzierl lässt Taten sprechen

Nathalie Weinzierl

Eiskunstlauf-EM in Bratislava

Jetzt erst recht - Weinzierl lässt Taten sprechen

Das nennt man mal eine "richtige Antwort": Nachdem Eiskunstläuferin Nathalie Weinzierl vom Verband mit einer kindischen Strafe belegt worden war, zeigte die Mannheimerin eine starke Kurzkür.

Der Konter saß und zwang die Deutsche Eislauf Union (DEU) indirekt zum Einlenken: Mit einer starken Leistung und einer Menge Wut im Bauch reagierte Nathalie Weinzierl auf ihre kurzzeitige Ausbootung aus dem deutschen Team bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Bratislava. Die deutsche Vize-Meisterin sammelte im Kurzprogramm den Saisonbestwert von 57,36 Punkten und qualifizierte sich als Siebte mühelos für die Kür-Entscheidung am Freitag (18.00 Uhr).

Was war passiert? Die 21-Jährige hatte am Abend vor ihrem ersten Auftritt in Bratislava nicht an der DEU-Teamsitzung teilgenommen. Als Begründung gab sie an, sie habe am nächsten Tag - ihrem ersten Wettkampftag - sehr früh aufstehen müssen. Die für den späteren Abend angesetzte Sitzung habe nicht in ihre Vorbereitung gepasst. Nachvollziehbar, sollte man meinen. Nicht jedoch für den Verband. Der entschied, dass Weinzierl als Einzelläuferin antreten muss. Sogar die Teamkleidung musste sie abgeben.

DEU räumt "Überreaktion" ein

Nathalie Weinzierl

Nur auf sich konzentriert: Nathalie Weinzierl

Ihre Absage teilte sie nur Bundestrainerin Ilona Schindler mit, nicht direkt der Mannschaftsleitung, die daraufhin umgehend reagierte. Eine "Überreaktion", wie die DEU nun mitteilen ließ. Weinzierl freilich, die beim Einlaufen und beim Warten auf die Noten ihre Olympiajacke von 2014 trug, ließ sich von den Störgeräuschen nicht aus dem Konzept bringen. Die Olympia-18. von Sotschi zeigte zur Programm-Musik "Feeling Good" eine fehlerfreie Kurzkür. Einzige kleine Einschränkung: Ihren zweiten Toe-Loop in der Kombination drehte sie nur doppelt statt dreifach. Belohnung für den tollen Auftritt: Rang sieben.

"Vielleicht war Nathalies Leistung die Antwort auf die Ereignisse am Dienstag", sagte ihr Trainer Peter Sczypa. Die deutsche Vize-Meisterin nickte nur eifrig dazu, ausführlich äußern will sie sich erst nach dem Ende der Damen-Konkurrenz. Am Abend wurde die 21-Jährige dann rehabilitiert. Ab sofort gehört Weinzierl also wieder offiziell zum Team.

Russischer Dreikampf um den Titel

Jewgenija Medwedewa

Führt nach dem Kurzprogramm: Die Russin Jewgenija Medwedewa

An der Spitze der Damen-Konkurrenz lieferte sich ein russisches Trio einen einsamen Dreikampf. Rang eins übernahm Junioren-Weltmeisterin Jewgenija Medwedewa (72,55) vor der letztjährigen WM-Dritten Jelena Radjonowa (70,96) sowie Anna Pogorilaja (63,61).

wp/sid | Stand: 28.01.2016, 16:28

Darstellung: