Friedrich rast im Zweierbob zu Gold

Zweierbob in Igls

Bob-WM in Innsbruck

Friedrich rast im Zweierbob zu Gold

Deutscher Doppelsieg bei der Bob-WM in Innsbruck: Francesco Friedrich holte sich den Titel im Zweierbob vor Johannes Lochner. Für Friedrich war es ein ganz besonderer Sieg. Am Abend setzte sich die deutsche Siegesserie fort.

Mit dem Triumph von Innsbruck/Igls machte Francesco Friedrich mit Anschieber Thorsten Margis den Titel-Hattrick perfekt. Es war sein dritter WM-Sieg in Folge.

Gleichauf vor Finallauf

Das Finale im vierten und letzten Lauf war dabei an Spannung kaum zu überbieten. Lochner und Friedrich hatten nach drei Läufen auf die Hundertstel gleichauf gelegen. Junioren-Weltmeister Lochner lenkte seinen Bob mit Anschieber Joshua Bluhm zunächst am Schweizer Beat Hefti vorbei auf die Führungsposition, obwohl er in Kurve neun leicht patzte.

Das nutzte Friedrich aus. Der 25-Jährige aus Oberbärenburg legte als letzter Starter des Finales einen tadellosen Lauf hin und holte sich die Goldmedaille. Am Ende lag Friedrich 0,17 Sekunden vorn. Der neue Bahnrekord von 51,32 Sekunden gehört nun ebenfalls Friedrich.

"Wir sind so erleichtert", sagte Friedrich: "Was die nervliche Belastung und die Vorbereitung betrifft war es das schwierigste Rennen meiner Karriere. Vielen Dank an meine Physiotherapeuten, ohne euch hätte das hier nie geklappt." Friedrich hatte sich vor drei Wochen einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen, damit schien zunächst sogar die WM-Teilnahme in Gefahr.

Im Kreis der ganz Großen

Nur der Italiener Eugenio Monti (1957 bis 1961) holte im kleinen Schlitten bislang mehr als drei WM-Titel in Serie. Der "Hattrick" gelang vor Francesco Friedrich sonst nur dem heutigen Bundestrainer Christoph Langen (1993 bis 1996).

Zweierbob in Igls

Der Gold-Bob bei der Zielankunft

Auch Lochner schrieb ein historisches Kapitel ins Familien-Album: Genau 25 Jahre nach dem Sieg seines Onkels Rudi in Altenberg holte der Junioren-Weltmeister aus Berchtesgarden wie im Vorjahr WM-Silber, obwohl er nicht ein einziges Weltcup-Rennen in diesem Winter absolvierte. Zudem bangte sein Anschieber Bluhm im Sommer nach einem schweren Verkehrsunfall noch um sein Leben.

Probleme bei Walther und Arndt

Die übrigen Deutschen hatten dagegen große Probleme. Nico Walther (Oberbärenburg) enttäuschte mit Christian Poser als Elfter, direkt dahinter reihte sich Vierer-Weltmeister Maximilian Arndt (Oberhof) mit Kevin Kuske ein.

Sieg auch im Teamwettbewerb

Anja Schneiderheinze und Annika Drazek

Nächste Sektflasche für Anja Schneiderheinze (li.): Am Sonntag siegte die Zweier-Weltmeisterin auch im Team.

Am Sonntagabend wurde die deutsche Triumphfahrt dann fortgesetzt. Im nicht-olympischen Teamwettbewerb fuhren die Bob- und Skeletonpiloten den dritten Sieg im dritten Rennen ein. Das Sextett Deutschland I mit der frischgekürten Zweierbob-Weltmeisterin Anja Schneiderheinze (Erfurt) und Anschieberin Frabziska Bertels setzte sich vor Russland I, Österreich 1 und Deutschland II durch. Zu Schneiderheinzes Team gehörten der Vizeweltmeister im Zweierbob, Johannes Lochner (Stuttgart) mit Tino Paasche an der Bremse, sowie Deutschlands derzeit beste Skeletonis Axel Jungk (Oberbärenburg) und Tina Hermann (Königssee).

Deutschland II startete mit Nico Walther (Oberbärenburg) und Jannis Bäcker im Männerbob, Stephanie Schneider (Oberbärenburg) und Anne Lobenstein im Zweier der Frauen sowie Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) und Michael Zachrau (Oberhof) auf den Skeletonschlitten. Der nicht-olympische Wettbewerb wird seit 2007 ausgetragen. Die Zeiten von je zwei Skeleton- und Bobpiloten werden addiert, das Team mit der besten Gesamtzeit gewinnt. Für Deutschland war es der sechste WM-Sieg im Team, schon von 2007 bis 2011 und 2015 hatte die BSD-Auswahl gewonnen.

dpa/sid/mick | Stand: 14.02.2016, 12:30

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