Friedrich verschenkt im letzten Lauf den WM-Titel

Der Vierer mit  Francesco Friedrich

Viererbob-Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls

Friedrich verschenkt im letzten Lauf den WM-Titel

Drei Läufe lang führte er die Wertung souverän an, im vierten Lauf patzte Francesco Friedrich und musste noch einen lettischen Konkurrenten vorbeiziehen lassen. Oskars Melbardis ist neuer Vierer-Champion, den deutschen Bobteams bleiben ein Mal Silber und drei Mal Blech.

Die gute Ausgangsposition der deutschen Viererbobs nach den ersten beiden Durchgängen war schon nach dem dritten Lauf verspielt. Nur noch das Team von Francesco Friedrich lag nach dem Auftakt am Sonntag (21.02.16) im Soll. Der Sachse verteidigte mit der viertbesten Laufzeit Goldposition eins, seine härtesten Verfolger waren aber andere als noch nach den ersten beiden Läufen am Samstag.

Deutsche Teams verschlafen Lauf drei

Der Lette Oskars Melbārdis kletterte mit der schnellsten Fahrt des dritten Durchgangs von sieben auf zwei mit nur 17 Hundertstel Rückstand auf den führenden Friedrich. Neuer Dritter war, 20 Hundertstel hinter Friedrich, der Schweizer Rico Peter, der mit der zweitschnellsten Laufzeit vom fünften Platz aufs Podest kletterte.

Hatten die deutschen Viererbobs da schon die WM-Medaillen verschlafen? Nico Walther fiel vom Silberrang auf den undankbaren vierten Platz zurück (+0,32 Sekunden), Titelverteidiger Maximilian Arndt kletterte einen Rang auf fünf (+0,34), Johannes Lochner stagnierte auf Platz acht (+0,46). Angesichts der Konkurrenz auf den Podestplätzen eins bis drei schienen die Medaillen da schon unerreichbar weit entfernt.

Lochner zieht noch an Arndt vorbei

In umgekehrter Reihenfolge ging's im Finaldurchgang in den Eiskanal von innsbruck-Igls. Johannes Lochner, der Achtplatzierte, legte vor. Und der junge Berchtesgadener, dem nicht alles glückte an beiden Renntagen, legte mit ordentlich Wut im Bauch erst einmal die Laufbestzeit vor. Am siebtplatzierten Russen Alexander Kasjanow zog er locker vorbei, doch der Österreicher Benjamin Maier schnappte sich Laufbestzeit und Führung vom jungen Deutschen.

Fünf Bobs standen da noch oben. Maximilian Arndt war als nächster dran - und fiel deutlich zurück. Nur die "3" leuchtete im Ziel auf der Anzeigetafel auf, der Titelverteidiger war entthront. Aber wer sollte sein Nachfolger werden? Nico Walther erledigte erst einmal das Pflichtprogramm. Der Sachse, der am Samstag Zweiter war und am Sonntag auf vier zurückgefallen, setzte sich an die Spitze des Feldes. Drei Bobs standen da noch oben.

Der Showdown im vierten Durchgang

Erst löste der Schweizer Rico Peter den führenden Nico Walther mit einem fehlerfreien Lauf an der Spitze ab, dann der Lette Oskar Melbardis. Nur noch Zweier-Weltmeister Francesco Friedrich stand oben. Und der blieb nur zu Beginn cool. Nur 4,98 Sekunden am Start - mit Abstand die schnellste Zeit aller Teams für den Sachsenvierer. Alles bereit für den WM-Titel? Nein. Zwei Mal touchierte Freidrich die Bande, zwei Mal kostete das wertvolle Hundertstel - die am Ende fehlten. Mit vier Hundertstel Vorsprung sicherte sich der Lette Melbardis, der nach zwei Läufen noch 41 Hunderstel hinter Friedrich gelegen hatte, seinen ersten Weltmeistertitel. Für Friedrich, der drei Läufe an der Spitze gestanden hatte, blieb nur der zweite Platz.

"Fahrerisch war ich heute zu schlecht, um ganz oben zu stehen. Ich habe besonders im dritten Lauf zu viele Fehler gemacht. Insgesamt bin ich in allen vier Läufen nicht sauber durchgekommen. Oskars war heute der Beste und hat verdient gewonnen", sagte Friedrich nach dem vierten Lauf in der Sportschau.

br | Stand: 21.02.2016, 17:19

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