Schneiderheinze holt WM-Gold

Anja Schneiderheinze Annika Drazek bei Siegerehrung der WM in Innsbruck (13.02.2016)

Damen-Bob-WM in Innsbruck

Schneiderheinze holt WM-Gold

Zweiberbob-Pilotin Anja Schneiderheinze hat mit Anschieberin Annika Drazek für eine Sensation bei der WM in Innsbruck-Igls gesorgt: Die Erfurterin holte überraschend ihr erstes WM-Gold als Pilotin.

Im Weltcup lief es in dieser Saison alles andere als gut – doch bei der WM in Innsbruck ist die Bob-Pilotin ganz vorn: Nach dem ersten Lauf in Führung gegangen, gaben Anja Schneiderheinze und ihre Anschieberin Annika Drazek die Führung nicht mehr ab. Nun sind die beiden nicht nur Europameisterinnen, sondern auch Weltmeisterinnen. Für die 37-jährige Schneiderheinze ist es der erste Weltmeister-Titel als Pilotin, für die deutschen Bob-Damen der erste WM-Titel seit fünf Jahren.

Souverän an der Spitze

Anja Schneiderheinze and Annika Drazek

Anja Schneiderheinze and Annika Drazek

"Weltmeister! Wir sind die Besten in unserer Sportart, die Besten der Welt, das ist Wahnsinn", sagte Schneiderheinze nach dem Rennen. Souverän gewann die Erfurterin gemeinsam mit Annika Drazek aus Winterberg. Am Ende waren die beiden nach vier Läufen in 3:32,38 Minuten 0,33 Sekunden schneller als die kanadische Olympiasiegerin Kaillie Humphries und Melissa Lotholz, die Silber holten. Auf den dritten Rang fuhr mit einem Rückstand von 0,49 Sekunden Titelverteidigerin Elana Meyers Taylor mit Anschieberin Lauren Gibbs aus den USA.

Erst am vergangenen Wochenende in St. Moritz holte die Thüringerin ihren ersten Podestplatz des Winters und damit den EM-Titel. Zuvor hatten sie kleine Fehler und vor allem der oft unterlegene deutsche Schlitten immer wieder ausgebremst.

Erstes WM-Gold als Pilotin

Direkt nach dem Sieg waren die beiden frisch gebackenen Weltmeisterinnen noch ganz aus dem Häuschen. Anja Schneiderheinze freute sich über die unglaubliche Unterstützung: "Das Schönste ist, dass die Familie, die Freunde, das alle da sind und einem zujubeln." Ihren Erfolg legten die beiden mit den schnellsten Startzeiten in allen vier Rennen. Schneiderheinze, die nach dem WM-Titel 2005 und ihrem Olympiasieg 2006 als Anschieberin von Sandra Kiriasis nun ihr erstes WM-Gold als Pilotin eingefahren hat, hatte die Konkurrenz gleich im ersten Lauf mit einem Bahnrekord in 52,94 Sekunden geschockt. "Das Ziel war eigentlich, nah an der Spitze zu sein", sagte die Erfurterin danach.

Weitere deutsche Bobs auf Plätzen vier und sieben

Die EM-Dritte Stephanie Schneider (Oberbärenburg) fuhr zwar an einer Medaille vorbei, belegte aber mit Lisa Buckwitz und einem Rückstand von 1,1 Sekunden den vierten Platz. Bei ihrer ersten Weltmeisterschaft zeigte sie gleich eine sehr konstante Form und belegte die erhoffte Top-5-Platzierung. Die junge Pilotin Mariama Jamanka (Oberhof) reihte sich mit Erline Nolte auf Position sieben ein.

abu/sid/ | Stand: 13.02.2016, 17:29

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