Fourcade gewinnt, Peiffer stürzt schwer

Martin Fourcade

Verfolgungs-Weltcup in Presque Isle

Fourcade gewinnt, Peiffer stürzt schwer

Martin Fourcade hat eine turbulentes Biathlon-Verfolgung in den USA gewonnen. Erik Lesser verpasste das angepeilten Podest, Arnd Peiffer stürzte und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu.

"Das erste Stehendschießen wird entscheidend. Wenn das klappt, kann man sich mit den Top fünf auseinandersetzen. Wenn nicht, werden es vielleicht die Top 20", hatte Erik Lesser vor der Verfolgung orakelt. Der Weltmeister des Vorjahres war als Vierter ins Rennen gegangen hinter dem Norweger Johannes Thingnes Bö, dem Russen Anton Schipulin und dem Franzosen Martin Fourcade.

Die Reihenfolge an der Spitze wurde durch die beiden Liegendschießen kaum verändert. Lesser kletterte einen Rang, Dritter war er nach zwei fehlerfreien Schießdurchgängen, weil Fourcade gleich zwei Mal daneben schoss. Der Abstand zu Bö und Schipulin vor ihm mit über einer halben Sekunde aber durchaus mächtig. Und hinter sich spürte er den Letten Andrejs Rastorgujevs, der mittlerweile aufgeschlossen hatte, und eben Fourcade.

Lesser patzt beim Stehendanschlag

In dieser Reihenfolge ging's erstmals stehend an den Schießstand. Bö, fast 30 Sekunden in Führung, nahm sich die Zeit und blieb ohne Fehler. Auch Schipulin und Fourcade blieben cool. Und ausgerechnet Lesser patzte: Gleich zwei "Fahrkarten", gleich zwei Strafrunden - Lesser kam zwar als Vierter zurück in die Loipe, der Zeitrückstand aber enorm: 1:35 Minuten auf den Führenden Bö, fast 40 Sekunden auf den drittplatzierten Schipulin.

Führungswechsel beim letzten Schießen

Für Spannung an der Spitze sorgte das letzte Schießen. Der führende Bö schoss beim zweiten Stehendanschlag zwei "Fahrkarten", Fourcade lieb fehlerfrei und übernahm die Führung. Schipulin mit einem Schießfehler blieb Dritter, kam aber rund 40 Sekunden hinter dem Spitzenduo zurück in die Loipe. In dieser Reihenfolge kamen die Top drei auch ins Ziel: Martin Fourcade gewann die WM-Generalprobe in der Verfolgung vor Johannes Thingnes Bö und Anton Schipulin.

Lesser fällt weiter zurück

Andi Birnbacher

Andi Birnbacher

Und Erik Lesser? Vergab mit drei weiteren Fehlschüssen endgültig alle Chancen auf einen Spitzenplatzierung. 13. war er nach dem letzten Schießen, nur einen Platz vor Benedikt Doll (ebenfalls fünf Fehler) und drei Plätze vor Andi Birnbacher (vier Fehler) kam er in die Loipe zurück. Bester Deutscher nach vier Schießdurchgängen war Arnd Peiffer auf Platz elf mit vier Schießfehlern.

Schwere Gehirnerschütterung bei Peiffer

Doch Peiffer blieb nur kurz vorne. Bei einer Abfahrt stürzte er schwer und prallte gegen einen gepolsterten Baum. Peiffer war zwar bei Bewusstsein, lag und saß aber minutenlang am Boden, wurde lange von Betreuern behandelt und schließlich mit Halsmanschette auf einem Akia abtransportiert. "Ich kann noch nichts Genaueres sagen. Ich habe erst einmal den Kopf stabilisiert, das war das Wichtigste", sagte Co-Trainer Andreas Stitzl in der ARD-Sportschau: "Ich war völlig schockiert, wie er da lag. Der Schnee war voller Blut. Wir hoffen das Beste. Er hat Wunden in der Mundgegend und sicher auch an der Stirn." Nach ersten Untersuchungen erlitt Peiffer eine schwere Gehirnerschütterung und Platzwunden im Gesicht. Der 28-Jährige konnte aber mittlerweile mit seiner Familie telefonieren.

Schempp reist nach Deutschland zurück

Das Sportliche rückte angesichts des Peiffer-Sturzes etwas in den Hintergund. Die übrigen deutschen Läufer beendeten das Rennen auf den Plätzen 12 (Doll), 13 (Lesser), 15 (Birnbacher) und 37 (Daniel Böhm). Deutschlands Spitzenläufer Simon Schempp war im Verfolger nicht am Start, weil er krankheitsbedingt nicht im Sprint angetreten war. Um sich für die bevorstehende WM in Oslo Anfang März zu schonen, verzichtete der Bayer auch auf die restlichen Rennen und trat bereits am Freitag die Heimreise nach Deutschland an.

br/dpa/sid | Stand: 12.02.2016, 18:06

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