DSV-Athleten erleben Debakel am Schießstand

Biathlet Martin Fourcade beim Schießen

Weltcup in Östersund

DSV-Athleten erleben Debakel am Schießstand

Im Verfolgungsrennen von Östersund war das Schießen im deutschen Team der Schlüssel zum Misserfolg. Aussichtsreich gestartet, erreichte Erik Lesser gerade so die Top Ten.

Zum ersten Mal in diesem Winter war sie zu sehen, die Siegerfaust des Martin Fourcade nach dem letzten Schießen. Der Franzose gewann das Verfolgungsrennen souverän vor dem Slowenen Jakov Fak und Quentin Fillon Maillet aus Frankreich. Für das deutsche Team war es ein Wettkampf zum Vergessen. Die sechs Athleten sammelten insgesamt 30 Fehlschüsse.

Lesser schätzt Wind falsch ein

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt waren die 60 Starter im Abendrot von Östersund ins Rennen gegangen. Von Beginn an waren die Abstände gering und so kamen Lesser, Tarjei Bö und Fourcade als Trio zum ersten Schießen. Lesser kam mit dem auffrischenden Wind überhaupt nicht zurecht und verfehlte vier Scheiben. Damit katapultierte er sich gleich raus aus dem Rennen um den Sieg. "Dass mich der Wind so rauskesselt, hätte ich nicht gedacht. Ich habe überlegt, was mache ich jetzt mit dem Rennen", erklärte Lesser kurz nach dem Rennen. Bö und Fourcade mussten je eine Strafrunde drehen, und so wurde das Feld gleich mächtig durcheinandergewürfelt. Die Führung übernahm der Norweger Emil-Hegle Svendsen vor dem Schweizer Dolde und dem Letten Rastorgujevs. In der Verfolgungsgruppe waren unter anderem Fourcade und Sprintsieger Bö, der übrigens zum ersten Mal seit rund vier Jahren wieder ein Weltcuprennen gewonnen hatte.

Rennen lange offen

Erik Lesser

Erik Lesser haderte im Jagdrennen am Schießstand

Und wieder war es ein Trio an der Spitze, als es zum zweiten Liegendschießen ging. Weder Svendsen, noch Dolder und Rastorgujevs blieben fehlerfrei. Damit wechselte die Führung erneut. Fourcade ging als Erster vom Schießstand weg, dicht gefolgt von Bö. Bester Deutscher nach dem zweiten Schießen war Arnd Peiffer als 14. Beim dritten Schießen setzte Fourcade den ersten Schuss und setzte Bö damit offenbar unter Druck. Während der Franzose alle Scheiben abräumte, blieben bei Bö drei Scheiben stehen. Da alle weiteren unmittelbaren Verfolger patzten, stand hinter Fourcade plötzlich ein Abstand von mehr als 40 Sekunden. Mit drei Fehlern konnte Peiffer seine Chance nicht nutzen, sich weiter nach vorn zu schieben. So war plötzliche wieder Lesser bester Deutscher auf Rang zwölf. Allerdings betrug sein Rückstand zu diesem Zeitpunkt schon 1:21 Minuten.

Die Laufform stimmt

Das "Was wäre wenn" ist interessant: Mit nur drei statt sechs "Fahrkarten" wäre Lesser sehr wahrscheinlich Zweiter geworden. Aber nicht nur für ihn wäre einiges mehr drin gewesen, wenn es am Schießstand besser geklappt hätte. Simon Schempp zum Beispiel landete mit fünf Schießfehlern am Ende auf Rang 16. Sein Rückstand auf den Sieger betrug 1:39,5 Minuten. Damit kam er direkt hinter Peiffer (+1:29,5 Minuten) ein, der sich drei Fehler geleistet hatte. Johannes Kühn (6/+2:13,4 Min.) und Benedikt Doll (5/+2:14,1 Min.) liefen gemeinsam als 25. und 26. ins Ziel. Philipp Nawrath (5/+4:33,3 Min.) wurde am Ende 52.

ake/dpa | Stand: 03.12.2017, 16:14

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Kaisa Mäkäräinen 196
2. Marte Olsbu 183
3. Synnöve Solemdal 179
4. Julia Dschima 175
5. Denise Herrmann 167

Biathlon | Weltcupstand Herren

Name P
1. Martin Fourcade 264
2. Johannes Thingnes Bö 238
3. Jakov Fak 216
4. Simon Schempp 176
5. Tarjei Bö 170
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