Der Sprintweltmeister gewinnt die WM-Generalprobe

Johannes Thingnes Bö

Weltcup in Presque Isle

Der Sprintweltmeister gewinnt die WM-Generalprobe

Der amtierende Sprintweltmeister gewann die Generalprobe für die Biathlon-WM in Oslo: Zum Auftakt der Weltcuprennen im US-amerikanischen Presque Isle siegte der Norweger Johannes Thingnes Bö. Ein deutscher Biathlet verpasste als Vierter ganz knapp das Podest.

Ein Teil der norwegischen Mannschaft war gar nicht angereist. Ole Einar Björndalen, Emil Hegle Svendsen - zwei Topläufer verzichteten komplett auf den Überseetrip, um sich in Ruhe zu Hause auf die Heim-WM vorzubetreiten. Vom 3. bis 13. März ist Oslo Gastgeber der Titelkämpfe. Also sorgte diesmal ein anderer Norweger für ein Ausrufezeichen. Johannes Thingnes Bö, der amtierende Weltmeister im Sprint, siegte ohne Schießfehler nach einem überragenden 10-Kilometer-Rennen vor dem Russen Anton Schipulin (0 Schießfehler, +27,9 Sekunden) und dem Franzosen Martin Fourcade (1, +28,9).

Lesser knapp am Podest vorbei

Ganz knapp am Podest vorbei fuhr Erik Lesser. Der Thüringer blieb ohne Schießfehler und kam mit 45,9 Sekunden Rückstand als Vierter an. "Ich war in der ersten Runde zaghaft und unsicher, wie ich drauf bin. Jetzt bin ich mal in einer Ausgangsposition. Der Schießstand ist nicht einfach, da muss man aufpassen. Morgen ist da alles möglich", sagte Lesser in der ARD-Sportschau.

Die übrigen Starter des Deutschen Skiverbands (DSV) blieben allesamt nicht ohne Schießfehler und waren im Kampf um die Podestplätze dagegen chancenlos. Arnd Peiffer wurde Neunter (1, +1:06,4 Minuten), Benedikt Doll Zwöfter (2, +1:12,4) und Andi Birnbacher 23. (1, +1:40,2). Daniel Böhm (2, +2:45,9) kam weit abgeschlagen ins Ziel, erreichte aber zumindest als 54. die Top 60 und darf in der Verfolgung am Freitag starten.

Andreas Birnbacher

Andreas Birnbacher.

"Läuferisch war es nicht ganz so gut. Das war nach der Reise klar. Die anderen sind schon akklimatisiert. Im Stehen habe ich um eine Null gekämpft. Bei dem engen Feld geht es in Ordnung. Ich hatte mir aber mehr vorgenommen. Die Strecke ist unrhythmisch", sagte Birnbacher nach dem Rennen. Der Bayern hatte zuletzt pausiert, weil er Vater geworden war. In Presque Isle feierte er sein Comeback.

Peiffer: "Solide Leistung"

Zufriedener war dagegen Arnd Peiffer, der sich in eine gute Ausgangsposition für den Verfolger am Freitag gebracht hat. "Den vierten Schuss stehend habe ich weggeschossen. Beim fünften hatte ich Glück, dass der gefallen ist. Die Runde ist ganz schön weit. Das Laufen war ganz ordentlich. Eine solide Leistung heute", so Peiffer.

"Kratzender Hals": Schempp verzichtet

Simon Schempp

Simon Schempp

Staffel-Weltmeister Simon Schempp (Uhingen) hatte seinen Start kurzfristig absagen müssen. Der 27-Jährige klagte über einen "kratzenden Hals". Auch in der Verfolgung am Freitag wird er fehlen. Wohl auch mit Blick auf die WM in Oslo entschied er als Vorsichtsmaßnahme, auf die Teilnahme an den beiden Rennen zu verzichten. Ob Schempp am Samstag in der Staffel als Schlussläufer für das DSV-Team im Einsatz sein wird, ist derzeit noch offen.

br/dpa/sid | Stand: 11.02.2016, 17:30

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