Dahlmeier kommt Sieg im Gesamtweltcup näher

Podest beim Weltcup in Kontiolahti: Die Zweite Laura Dahlmeier (v.l.n.r.), Siegerin Tiril Eckhoff (NOR) und die Platz 3 Darya Domracheva aus Weißrussland

Biathlon-Sprint in Kontiolahti

Dahlmeier kommt Sieg im Gesamtweltcup näher

Ein Fehler im Stehendschießen hat Laura Dahlmeier den sechsten Sieg in Folge gekostet. Als Zweite kann die Bayerin aber sehr zufrieden sein, zumal Gabriela Koukalova schwächelte. Ganz oben stand eine Norwegerin.

Den Sieg verpasst, dem Gesamtweltcup aber näher: Die siebenfache Weltmeisterin Laura Dahlmeier hat den Weltcup-Auftakt in Kontiolahti als Zweite beendet. Dem Gesamtsieg ist sie damti einen weiteren Schritt gekommen, weil Kontrahentin Gabriela Koukalová nur auf Rang 13 lief.

Dahlmeiers Sieg ging beim zweiten Schießen flöten. Ein Schuss knapp am Ziel vorbei bedeuteten eine Strafrunde. So fehlten ihr 18,3 Sekunden auf den Sieg. Den holte sich die Norwegerin Tiril Eckhoff in 19:18,40 Sekunden und mit einem tollen fehlerfreien, schnellen Schießen. Dritte wurde die Weißrussin Darya Domracheva mit einem Rückstand von 20,4 Sekunden auf Eckhoff.

Schießen bei Flutlicht

Tiril Eckhoff beim Sprint in Kontiolahti

Tiril Eckhoff beim Sprint in Kontiolahti

Auf der schwierigen Strecke, die immer eisiger wurde, warteten anstrengende Steigungen auf die Damen und Laura Dahlmeier legte wieder die beste Laufzeit hin. Mit Startnummer 27 ging sie ins Rennen und machte von Anfang an Tempo. Beim Liegendschießen unter Flutlicht ging für die 23-Jährige noch alles auf: Fünf Schuss, fünf Treffer. Doch beim zweiten Schießen blieb die Partenkirchnerin nicht fehlerfrei und musste in die Strafrunde. 14 Sekunden Vorsprung hatte sie vor dem Schießen, doch die verlor sie durch die Strafrunde. Auch Tiril Eckhoff war sehr schnell unterwegs und freute sich über die zweitbeste Laufzeit. Zudem blieb die Norwegerin fehlerfrei und brachte damit ihren dritten Saisonsieg unter Dach und Fach.

Dahlmeier kurz vor Gesamtweltcup

Laura Dahlmeier ist dem Gesamtweltcup wieder ein Stück näher gekommen, denn die Sprint-Weltmeisterin und größte Konkurrentin von Dahlmeier, Gabriela Koukalová, blieb zwar beim ersten Schießen fehlerfrei. Doch beim Stehendschießen verfehlte die Tschechin den vierten Schuss und musste in eine Strafrunde. Die Weltcup-Zweite kam in 20:11.0 Minuten ins Ziel und landete am Ende auf Platz 13.

Nach dem Rennen sagte Dahlmeier, wie schon andere Athletinenn, dass die Zeitverschiebung und die Reisestrapazen von Korea zurück, schon noch zu spüren waren: "Es war nicht einfach, die richtige Einstellung zu finden, gerade nach der langen Reise."

Die deutschen Gesamtsiegerinnen

Martina Beck, Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und seit Samstag auch Laura Dahlmeier haben eins gemeinsam: sie sind alle Weltcup-Gesamtsiegerinnen.

Martina Glagow

Martina Beck beendete eine lange Serie und ging in der Saison 2002/2003 als erste deutsche Weltcupsiegerin in die Geschichte ein. Damals startete sie noch unter ihrem Mädchennamen Glagow. Sie war auch die erste Gesamtsiegerin nach der großen Magdalena Forsberg, die den Weltcup von 1997 bis 2002 sechs Mal in Folge gewonnen hatte.

Martina Beck beendete eine lange Serie und ging in der Saison 2002/2003 als erste deutsche Weltcupsiegerin in die Geschichte ein. Damals startete sie noch unter ihrem Mädchennamen Glagow. Sie war auch die erste Gesamtsiegerin nach der großen Magdalena Forsberg, die den Weltcup von 1997 bis 2002 sechs Mal in Folge gewonnen hatte.

Kati Wilhelm - die ARD-Biathlon-Expertin - räumte 2005/2006 die große Kristallkugel ab. Die Thüringerin bestimmte über Jahre die Weltspitze, wurde Weltmeisterin und Olympiasiegerin. Sieben Medaillen bei Olympischen Spielen und 13 WM-Medaillen gehören zu ihrer Sammlung. Im März 2010 beendete Kati Wilhelm ihre aktive Karriere und steht seitdem als Expertin für "Das Erste" vor der Kamera.

Ein Jahr nach Kati Wilhelm war erneut eine Thüringerin die überragende Biathletin: Andrea Henkel belohnte sich mit dem Gewinn des Gesamtweltucps in der Saison 2006/2007. Nach Höhen und Tiefen drehte Henkel damals drei Rennen vor Schluss richtig auf und machte den Gesamtsieg im letzten Rennen perfekt. Im Massenstartrennen bewies sie großen Kampfgeist, als sie trotz fünf Fehlern beim ersten Schießen nicht aufsteckte und als 15. ins Ziel lief. Weil die Konkurrenz auch strauchelte, reichte dieser Platz am Ende zum Gesamtsieg.

Magdalena Neuner war nur sechs Jahre als Biathletin aktiv. In dieser Zeit gewann sie 34 Einzelrennen im Biathlon-Weltcup, dreimal den Gesamtweltcup und sieben Disziplinenweltcups. Mit insgesamt 63 Podiumsplatzierungen gehört sie zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der Geschichte des Weltcups. Die sympathische Bayerin war DER Publikumsliebling. Sie gewann unter anderem sechsmal die Wahl zum Winterstar. Genau wie Kati Wilhelm arbeitet Magdalena Neuner als Expertin für die ARD.

2017 - Laura Dahlmeier! Die Bayerin erfüllte sich am 11. März ihren Traum vom Gesamtweltcup. Nach dem Sieg im Jagdrennen liegt sie uneinholbar vor ihrer tschechischen Rivalin Gabriela Koukalova.

Solides Teamergebnis

Auch die weiteren deutschen Skijägerinnen machten einen guten Eindruck: Maren Hammerschmidt ging mit der 34 ins Rennen. Die 27-Jährige aus Winterberg traf fünfmal liegend, im zweiten Schießen unterlief ihr ein Fehler. Mit 57 Sekunden Rückstand auf die führende Eckhoff kam Hammerschmidt ins Ziel und belegte damit den 16. Platz, direkt vor Franziska Hildebrand. Die 29-Jährige schoss im Liegen ganz ruhig und fehlerlos. Die Siebte im Gesamtweltcup blieb auch im Stehendschießen fehlerfrei. Doch auch Hildebrand hatte, wie sie nach dem Rennen erklärte, die anstrengenden Reisestrapazen nach dem Weltcup in Südkorea noch in den Knochen: "Es ging schwer, insgesamt." Vor allem die anstrengenden Anstiege machten ihr sehr zu schaffen, erklärte sie. So kam sie auf Rang 17.

Denise Herrmann

Denise Herrmann

Einen Platz dahinter: Denise Herrmann, die mit Startnummer 93 als eine der Letzten ins Rennen ging. Und gleich im ersten Schießen unterliefen ihr zwei Fehler. Das machte erst einmal keine große Hoffnungen. Doch im Stehendschießen blieb Herrmann fehlerlos und konnte sich immer weiter nach vorne laufen. Am Ende langte es für sie mit der fünftbesten Laufzeit zu Rang 18. Und Nadine Horchler wurde Zwanzigste. Die 30-Jährige kam fehlerlos aus dem ersten Schießen und machte auch beim Stehendschießen alles richtig: Wieder kein Fehler. Die Biathletin vom SC Willingen kam mit 1:02.20 Minuten Rückstand ins Ziel und wird ebenfalls am Samstag bei der Verfolgung mit dabei sein.

Enttäuschte Mäkäräinen

Kaisa Mäkäräinen

Kaisa Mäkäräinen

Begeistert angefeuert von ihren Fans ging die Lokalmatadorin Kaisa Mäkäräinen ins Rennen, die ganz in der Nähe der Wettkampfstätte wohnt. Doch der 34-Jährigen misslang das Schießen gründlich: Zwei Fehlschüsse beim Liegendschießen, zwei im Stehen und die Finnin musste gleich viermal in die Strafrunde. Sehr enttäuscht kam Mäkärainen mit über 1,50 Minuten Rückstand ins Ziel und fiel im Klassement immer weiter zurück - so weit, dass sie nicht in der Verfolgung starten wird.

Hinz musste absagen

Vanessa Hinz (Schliersee) sollte eigentlich wieder ins Team zurückkehren, konnte aber kurzfristig nicht an den Start gehen. Die 24-jährige Mixed-Weltmeisterin hatte nach einer Bronchitis Probleme mit dem Zwerchfell. Ebenfalls nicht dabei war Franziska Preuß.


abu/BR | Stand: 12.03.2017, 15:48

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Laura Dahlmeier 1211
2. Gabriela Koukalova 1089
3. Kaisa Mäkäräinen 971
4. Marie Dorin Habert 856
5. Dorothea Wierer 719

Biathlon | Weltcupstand Herren

Name P
1. Martin Fourcade 1322
2. Anton Schipulin 918
3. Johannes Thingnes Bö 812
4. Arnd Peiffer 746
5. Simon Schempp 741

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