Schwere Olympia-Strecken in der Kritik

Olympia-Strecke in Sotschi

Olympia-Generalprobe

Schwere Olympia-Strecken in der Kritik

Nach dem Biathlon-Weltcup auf den Olympia-Strecken von Sotschi sind Sportler und Trainer gespalten. Die herrliche Anlage und das tolle Panorama begeistern - die extrem schweren Strecken sorgen aber für Kritik.

Die Generalprobe für die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi ist gelungen. Die Biathleten dürfen sich auf ein herrliches Mega-Stadion "Laura" und ein tolles Panorama freuen. Und angesichts des tollen Abschneidens der DSV-Athleten beim Weltcup in der vergangenen Woche kommt schon ein wenig Vorfreude auf. Wenn da nicht die extrem schwierigen Laufstrecken wären.

Fourcade: "Da muss man was machen"

Der französische Weltcup-Gesamtführende Martin Fourcade kritisierte die harten Strecken: "Die Verantwortlichen müssen hier ganz sicher noch was machen. Im Einzel war ich der Einzige in unserem Team. Der nicht gestürzt ist." Fakt ist: Die Strecken in den Bergen des Nordkaukasus gehören zu den anspruchsvollsten im Biathlon-Zirkus überhaupt.

Biathlonstadion

Biathlonstadion "Laura"

Mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr schwant Andrea Henkel mit Blick auf die nicht ganz so starken Athleten nichts Gutes: "Bei Olympia darf ja jeder starten. Nicht so gute Läufer sollte man vielleicht nicht auf diese Strecken lassen. Und selbst ich hatte in manchen Kurven etwas Angst." Selbst die in Sotschi so starke Weißrussin Darja Domratschewa gestand: "So schwer habe ich das nicht erwartet." Ein Problem der Strecken in der Höhe von 1.430 Metern ist sicher, dass es praktisch keine Ruhephasen gibt. Es geht fast nur bergauf und die Abfahrten sind extrem schnell, die Kurven dazu sehr eng. "Ich glaube nicht, dass wir solche Bilder gebrauchen können. Der Zuschauer vor dem Fernseher denkt nachher noch, können die nicht Ski fahren oder warum stürzen die so oft", meinte Damen-Coach Gerald Hönig. Selbst Renndirektor Franz Berger erklärte, dass an den Strecken im Sommer noch gebaut werden müsse. Das Profil sei nicht so, wir man es haben wolle.

Gössner freut sich auf Sotschi

Doch es gibt nicht nur kritische Stimmen. Miriam Gössner ist beispielsweise von den Strecken begeistert: "Das ist genau mein Ding, hier kann ich meine Stärken ausspielen. Ich freue mich auf die Spiele." Das sieht auch Bundestrainer Uwe Müssiggang so: "Hier muss man viel aus den Beinen arbeiten, das kommt zum Beispiel Miri entgegen." Auch die deutschen Herren blicken nach den guten Ergebnissen beim Weltcup optimistisch in Richtung Olympische Spiele. "Wir werden uns darauf einstellen und uns mit den Gegebenheiten auseinandersetzen. Wir werden uns hohe Ziele setzen und daran arbeiten", meinte Männer-Coach Mark Kirchner, der zudem einige Änderungen ankündigte: "Wir werden an den Intensitäten und Umfängen etwas ändern, um gut gerüstet für die Olympia-Saison zu sein."

re / dpa | Stand: 11.03.2013, 11:45

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