Eder überrascht bei der Verfolgung

Simon Eder jubelt, Martin Fourcade und Michal Slesingr im Hintergrund (v.l.)

Verfolgung in Ruhpolding

Eder überrascht bei der Verfolgung

Der Österreicher Simon Eder hat in Ruhpolding die Topfavoriten überrascht und sich den Sieg in der Verfolgung geholt. Die Deutschen blieben außer Reichweite zur Spitze. Den besten Eindruck hinterließ noch Andreas Birnbacher.

Die Vorentscheidung war beim letzten Schießen gefallen, als eine Fünfer-Gruppe in der Chiemgau Arena zu den Schussbahnen stürmte. Simon Eder räumte alle Scheiben ab. Dagegen musste der Weltcup-Führende Martin Fourcade in die Strafrunde. Das war für den Franzosen nicht mehr zu kompensieren. Eder, der insgesamt am Schießstand fehlerfrei blieb, nutzte die Gunst der Stunde und spurtete als Erster über die Ziellinie. Fourcade (insgesamt 2 Fehler) schob sich noch heran, am Ende trennten ihn von Eder jedoch 4,2 Sekunden. Dritter wurde Michal Slesingr (1) aus Tschechien, der von einer makellosen Schießleistung am letzten Stand profitierte. Er überflügelte noch die Norweger Tarjei Bö (3) und Emil Hegle Svendsen (2), die Beide eine Zusatzrunde laufen mussten.

Nach dem Sprung auf oberste Treppchen war Eder natürlich happy: "Man darf sich nicht zu viele Gedanken machen. Ich wollte unter die ersten Zehn kommen. In der dritten Runde wusste ich, ich habe einen Supertag. Und dann ist alles gut gegangen."

"Das war definitiv kein Spaß"

Andreas Birnbacher

Andreas Birnbacher

Die deutschen Athleten fuhren einmal mehr dem Spitzenfeld hinterher. In Abwesenheit des erkrankten Simon Schempp lief Andreas Birnbacher als bester Deutscher auf den 15. Platz. Der 34-Jährige aus Schleching erlaubte sich bei vier Schießeinlagen zwei Fehler und hatte im Ziel 1:07,2 Minuten Rückstand auf den Sieger. "Das war definitiv kein Spaß, das war ein Kampf vom ersten Meter bis ins Ziel", sagte Birnbacher völlig erschöpft. Und er legte noch einen drauf: "Ich habe mich heute ziemlich eingelullt. Da ist das Laktat sauber in die Beine gefahren."

Für Sprintweltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/3) reichte es nur zum 28. Platz. Erik Lesser (Frankenhain/4) wurde 34., drei Plätze dahinter kam Daniel Böhm (Buntenbock/2) ins Ziel. ARD-Expertin Kati Wilhelm schätzte die Platzierungen der deutschen Biathleten wie folgt ein: "Bei Peiffer war die Möglichkeit da. Man muss sehen, wo die Fehler waren. Er hatte aber auch gleich einen Fehlschuss. Lesser und Böhm, da lief es nicht so gut. Birnbacher hatte es im zweiten Teil schwer."

Schempp im Massenstart dabei?

Können die deutschen Biathlon-Fans hoffen? Simon Schempp will am Sonntag erst kurz vor dem Rennen entscheiden, ob er im Massenstart dabei ist. Nach Angaben von DSV-Pressesprecher Stefan Schwarzbach wolle man erst die Nacht abwarten, ob sich der Zustand des 27-jährigen Staffel-Weltmeisters entscheidend verbessert habe. Schempp hatte wegen der Nachwehen einer Erkältung auf den Sprint und die Verfolgung in Ruhpolding verzichtet.

jmd/dpa/sid | Stand: 09.01.2016, 13:35

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