Endgültiges Olympia-Aus für Biathlon-Legende Björndalen

Ole Einar Björndalen

Qualifikationsnorm verfehlt

Endgültiges Olympia-Aus für Biathlon-Legende Björndalen

Die Winterspiele in Südkorea gehen ohne Biathlon-Ikone Ole-Einar Björndalen über die Bühne. Der erfolgreichste Winter-Olympionike aller Zeiten verpasste die Norm. Jetzt ist sogar ein Rücktritt möglich.

Der norwegische Biathlon-Superstar Björndalen verpasst seine siebten Olympischen Winterspiele. Wie Norwegens Olympisches Komitee am Montag (15.01.2018) bekannt gab, erhält der 43-Jährige kein Ticket für Pyeongchang. "Die Ergebnisse, die Ole Einar Björndalen während der laufenden Weltcup-Saison erzielt hat, sind nicht gut genug. Er hat leider nicht die Kriterien der Auswahl erfüllt", sagte Sportchef Tore Övrebö.

Letzte Quali-Chance in Ruhpolidng verpasst

Björndalen hatte seine letzte Chance auf einen Olympia-Startplatz in Ruhpolding nicht nutzen können. Der Norweger, der in seiner langen Karriere praktisch alles abgeräumt hat, belegte im Einzelrennen in Ruhpolding nur den 42. Platz und verpasste die geforderte Norm (Platz sechs oder besser) deutlich. Eine weitere Qualifikationschance gibt es nicht.

Olympia als Tourist

Ole Einar Björndalen

Ole Einar Björndalen ist mit 13 Olympia-Medaillen der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten.

Das Rennen war ein Abbild der gesamten Saison. Der 43-Jährige wirkte müde, konnte vor allem läuferisch nicht mit den Besten mithalten. In Ruhpolding lag der mit 13 Olympia-Medaillen - acht Mal Gold, vier Mal Silber, ein Mal Bronze - erfolgreichste Wintersportler aller Zeiten bis zur Hälfte des Rennens auf Olympia-Kurs. Mit zwei Fehlern beim dritten Schießen platzten dann jedoch alle Hoffnungen auf seine siebte Teilnahme. Diese war das große Ziel des Biathlon-Altmeisters.

1994 hatte Björndalen erstmals an Olympischen Spielen teilgenommen und gehörte seitdem zur Weltspitze. Die verpasste Qualifikation für die Spiele von Pyeongchang ist eine der wenigen sportlichen Niederlagen in einer fast makellosen Karriere. Bei Olympia bleibt dem besten Biathleten aller Zeiten nur die Zuschauerrolle und mehr Zeit für Tochter Xenia. Gemeinsam können die beiden nun Mama Darja Domratschewa, die das Olympia-Ticket sicher hat, unterstützen. Doch was passiert danach? Macht Björndalen weiter oder war das Einzel in Ruhpolding schon sein letztes Rennen?

Die Jungen haben die Ikone überflügelt

Ursprünglich wollte der Rekordweltmeister und Rekord-Weltcupsieger bereits nach der Heim-WM 2016 in Oslo seine Karriere beenden. Dort holte er mit 42 Jahren dann aber sensationell seine WM-Medaillen 41 bis 44. Danach erklärte er den Rücktritt vom Rücktritt. Er fühle sich wie ein 20-Jähriger. Das dürfte sich mittlerweile geändert haben.

Die jungen Athleten - vor allem aus dem eigenen Team - haben dem Altmeister den Rang abgelaufen. Sechs Konkurrenten in der norwegischen Mannschaft haben in der aktuellen Saison mehr Weltucp-Punkte gesammelt als Björndalen. Die Brüder Johannes Thingnes und Tarjei Bö, Emil Hegle Svendsen, Lars Helge Birkeland, Henrik L'Abée-Lund und Erlend Bjöntegaard erfüllten die vom Verband geforderte Norm - die Björndalen auch bei seiner letzten Chance in Ruhpolding verpasst hat.

Thema in: MDR aktuell, 10.01.2018, 16.40 Uhr

sst | Stand: 15.01.2018, 16:18

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Kaisa Mäkäräinen 544
2. Anastasiya Kuzmina 523
3. Dorothea Wierer 489
4. Laura Dahlmeier 450
5. Veronika Vitková 416

Biathlon | Weltcupstand Herren

Name P
1. Martin Fourcade 774
2. Johannes Thingnes Bö 742
3. Jakov Fak 438
4. Anton Schipulin 428
5. Arnd Peiffer 421
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