Peiffer gewinnt mit Hängen und Würgen

Arnd Peiffer (re.) hauchdünn vor Simon Eder

Biathlon-Weltcup Kontiolahti

Peiffer gewinnt mit Hängen und Würgen

Clever in der Loipe und sicher am Schießstand. Mit dieser Mischung hat sich Arnd Peiffer in Kontiolahti den Sieg im Verfolgungsrennen gesichert. Auch von Übelkeit und einem Sturz ließ er sich nicht aus der Bahn werfen.

Beim Verfolgungsrennen von Kontiolahti fiel die Entscheidung erst auf der Ziellinie. Dort zeigte sich, dass sich Arnd Peiffer das Rennen über 12,5 Kilometer wohl am besten eingeteilt hatte. Im Schlussspurt ließ er den Österreicher Simon Eder (+0,3 Sekunden/2) und den laufstarken Norweger Emil Hegle Svendsen (+2,5/2) hinter sich. Für Peiffer war es der erste Weltcupsieg seit zwei Jahren. Auf dem Weg zu diesem Triumph war aber einiges schiefgegangen.

"Ich musste sogar würgen"

Arnd Peiffer

Arnd Peiffer

Peiffer hatte auf der anspruchsvollen Strecke unter anderem mit Übelkeit zu kämpfen. Und so wunderte er sich im Ziel am meisten über seinen Sieg: "Man hat gesehen, dass es mir auf der Strecke nicht so richtig gutging. Ich hatte Magenprobleme, musste beim letzten Schießen sogar würgen. Auf der Geraden habe ich mich prompt übergeben, dann war es auf einmal besser. Ich war vorne und weiß gar nicht so richtig, wie das ging", sagte Peiffer im ZDF-Interview. Zu den körperlichen Problemen kam noch ein Missgeschick. Beim Überreichen der Trinkflasche verhakte sich Peiffer mit einem Betreuer und stürzte. "Das war ein total kurioses Rennen heute für mich", fasste der 29-Jährige aus Clausthal-Zellerfeld zusammen. Kurios war auch, dass Peiffer einer von nur zwei Athleten im gesamten Feld war, der alle Scheiben traf.

Rees überzeugt erneut

Eine gute Vorstellung bot wieder Roman Rees, der mit Rang 14 zweitbester Deutscher wurde. Nach seinem beachtlichen zwölften Rang im Sprint leistete er sich nur einen Schießfehler und kam mit 1:08 Minuten Rückstand ins Ziel. Sprintweltmeister Benedikt Doll (Breitnau/3) musste sich mit dem 20. Rang begnügen. Florian Graf (Eppenschlag/4) wurde 25. und Debütant Philipp Nawrath (Nesselwang/5) belegte Platz 42.

Fourcade holt auch Verfolgungs-Kugel

Gesamtweltcupsieger Martin Fourcade verpasste seinen 14. Saisonsieg als Fünfter recht deutlich. Der Franzose ließ insgesamt vier Scheiben stehen. "Ich habe heute zu viele Fehler gemacht, obwohl ich versucht habe, sauber zu schießen. Ich bin etwas enttäuscht. Es war für mich vielleicht das letzte Rennen der Saison, da hätte ich es gern besser gemacht." Fourcade reiste kurz nach dem Rennen aus Kontiolahti ab, weil seine Frau das zweite gemeinsame Kind erwartet. Ob er beim Saisonfinale in Oslo an den Start geht, steht noch nicht fest. Nach dem Triumph im Gesamtweltcup, in der Einzel- und Sprintwertung sicherte sich Fourcade auch die kleine Kristallkugel für den Sieg im Verfolgungs-Weltcup. Die hätte ihm nur noch Anton Shipulin streitig machen können. Der Russe machte nach Rang 29 im Sprint kontinuierlich Plätze gut, kam am Ende aber nicht über Rang zehn hinaus.

ake | Stand: 11.03.2017, 14:18

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