Patronen-Patzer kostet Sieg in Mixed-Staffel

Mixed-Staffel Frankreich mit Quentin Fillon Maillet, Anais Bescond, Marie Dorin Habert und Simon Desthieux (v.l.n.r.)

Biathlon-Weltcup in Kontiolahti

Patronen-Patzer kostet Sieg in Mixed-Staffel

Bei der letzten Mixed-Staffel der Saison war ein Sieg für die deutschen Biathleten in greifbarer Nähe. Aber gerade das Greifen wurde zum Problem und ließ den Traum platzen. Das DSV-Quartett freute sich über Platz zwei.

Die deutsche Mixed-Staffel musste sich zum Abschluss des Biathlon-Weltcups im finnischen Kontiolahti nur Frankreich geschlagen geben. Das DSV-Quartett Nadine Horchler (Willingen), Maren Hammerschmidt (Winterberg), Benedikt Doll (Breitnau) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) leistete sich zehn Nachlader und lag am Ende 11,0 Sekunden hinter den Siegern. Platz drei ging an die Ukraine. Schlussläufer Anrd Peiffer hatte einen möglichen Sieg buchstäblich in der Hand. Weil er eine Patrone nicht zu greifen bekam, verlor er beim Nachladen entscheidende Sekunden. Zufrieden sein durfte das Team dennoch, denn mit dem zweiten Platz sicherte sich Deutschland den Sieg in der Mixed-Gesamtwertung. "Mit diesem Ziel sind wir angetreten. Wir wollten die Kugel nach Hause holen", sagte Peiffer nach dem Rennen.

Horchler beginnt

Biathlon-WM/Verfolgung der Damen

Nadine Horchler

Als Startläuferin durfte Nadine Horchler ran. Sie bekam es unter anderem mit Marie Dorin Habert und Dorothea Wierer zu tun. Beim Liegendschießen verfehlte sie eine Scheibe, hatte zudem Probleme beim Nachladen. Das kostete wertvolle Sekunden, so dass sich Horchler zunächst auf Rang 17 wiederfand. An die Spitze setzte sich Frankreich, das mit Dorin Habert gleich die stärkste Athletin als Startläuferin einsetzte. Auch im stehenden Anschlag wollte bei Horchler eine Scheibe nicht fallen. Der erste Nachlader saß aber gleich und Deutschland rückte vor auf Rang zehn, knapp 33 Sekunden hinter den führenden Franzosen. Horchler erwischte eine gute Schlussrunde, verlor kaum Zeit auf die Spitze und übergab als Neunte auf Maren Hammerschmidt. Nach dem kräftezehrenden Rennen erklärte Horchler am ZDF-Mikrofon: "Läuferisch auf der Schlussrunde hab ich alles gegeben. Das war aber auch eine Mischung zwischen Kämpfen und Krampfen."

Hammerschmidt startet Aufholjagd

Maren Hammerschmidt beim Sprint der Damen bei der Biathlon-WM in Hochfilzen

Maren Hammerschmidt

An der Spitze liefen ungefährdet die Franzosen. Anais Bescond hatte schon nach ihrem fehlerfreien ersten Schießen 28,6 Sekunden Vorsprung. Dahinter folgten die Slovakei und Italien. Maren Hammerschmidt holte auf der Strecke einige Sekunden auf, die sie durch zwei Nachlader am Schießstand aber gleich wieder einbüßte. Stehend klappte es deutlich besser mit nur einem sehr schnellen Nachlader. Und weil die gesamte Konkurrenz patzte, katapultierte sich Hammerschmidt auf Rang zwei nach vorn. Allerdings vergrößerte sich der Abstand auf Frankreich weiter (45,6 Sekunden). Bis zum Wechsel machte Hammerschmidt noch fünf Sekunden gut: "Läuferisch hab ich mich echt gut gefühlt, da ging noch was. Im Schießen hätte ich gern den ein oder anderen Nachlader weniger gehabt."

Doll hält DSV-Quartett auf Tuchfühlung

Biathlon Mixed-Staffel - Doll und Hammerschmidt

Biathlon Mixed-Staffel - Doll und Hammerschmidt

Als dritter DSV-Athlet ging Benedikt Doll ins Rennen. Zunächst konnte er keinen Boden auf den Franzosen Simon Desthieux gutmachen. Das gelang ihm beim ersten Schießen. Während sicher der Franzose zwei Fehler leistete, beließ es Doll bei einem Nachlader und ging mit nur noch 23,6 Sekunden Rückstand zurück auf die Strecke. Mit seinem kraftvollen Laufstil nahm er dem Franzosen hin zum Stehendschießen weitere Sekunden ab. Die Verfolger Ukraine, Russland, Slovakei und Tschechien lagen zu diesem Zeitpunkt schon deutlich zurück. Im stehenden Anschlag brauchte Desthieux zwei Nachlader, Doll aber auch - und so blieb der Franzose vorn. Nach dem Rennen erklärte Doll: "Ich bin nicht der Perfektionist bei der Renneinteilung, gerade wenn es ums Stehendschießen geht, aber das wird schon noch."

Peiffer "verfuchtelt" Sieg

Als Schlussläufer der Deutschen nahm der Verfolgungssieger des Vortages das Rennen auf. Arnd Peiffer, zugleich der einzige aus dem Weltmeister-Quartett von Hochfilzen, versuchte zunächst mit einer Schnellfeuereinlage etwas näher an die Franzosen heranzurücken. Das gelang ihm auch trotz eines Nachladers – er ging mit 13 Sekunden Rückstand zurück in die Loipe. Platz zwei war zu diesem Zeitpunkt schon sicher, die Verfolger lagen gut eine halbe Minute zurück. Die Entscheidung um den Sieg musste im letzten Schießen fallen. Der Franzose Fillon Maillet verfehlte zwei Scheiben und hatte große Probleme beim Nachladen. Diese Steilvorlage konnte Peiffer aber nicht nutzen – auch er ließ zwei Scheiben stehen und brachte die Ersatzpatronen nur schwer in den Lauf. Mit 16 Sekunden Rückstand ging er auf die Schlussrunde – zu viel, um den Franzosen noch abfangen zu können. Im Ziel gab Peiffer dann zu: "Stehend habe ich ein bisschen rumgeeiert. Ich wollte zügig nachladen, habe aber die Patrone nicht richtig zu greifen bekommen. Ich hab sie dann fallen lassen und die nächste genommen. Normal geht das bei mir besser. Das hat mich schon ein bisschen genervt heute."

ake | Stand: 12.03.2017, 17:39

Biathlon | Weltcupstand Damen

Name P
1. Laura Dahlmeier 1211
2. Gabriela Koukalova 1089
3. Kaisa Mäkäräinen 971
4. Marie Dorin Habert 856
5. Dorothea Wierer 719

Biathlon | Weltcupstand Herren

Name P
1. Martin Fourcade 1322
2. Anton Schipulin 918
3. Johannes Thingnes Bö 812
4. Arnd Peiffer 746
5. Simon Schempp 741

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