Martin Fourcade sticht alle aus

Martin Fourcade

Weltcup in Canmore

Martin Fourcade sticht alle aus

Martin Fourcade hat den Trip nach Übersee problemlos weggesteckt und war beim Sprintrennen in Canmore nicht zu schlagen. Auch Simon Schempp biss sich am Weltcup-Spitzenreiter die Zähne aus.

Die weltbesten Biathleten sind nach 22 Jahren zurück in Kanada und sorgen sofort für Furore: In einem schnellen 10-km-Sprintrennen bei minus drei Grad Celsius in Canmore war Martin Fourcade aus Frankreich nicht zu schlagen. Der Weltcup-Spitzenreiter räumte alle zehn Scheiben ab und war in Loipe pfeilschnell unterwegs. 23:51,5 Minuten zeigte die Uhr nach zehn Kilometern mit zwei Schießeinlagen. Was leicht aussah, war deutlich schwieriger. "Diese Strecke hat es in sich. Das habe ich schon im Training gemerkt und mich gut darauf eingestellt", sagte Fourcade nach dem Rennen im ZDF.

Schempp kämpft noch mit Jetlag

Simon Schempp

Simon Schempp zielte in Canmore ganz genau.

An Fourcade biss sich auch Simon Schempp die Zähne aus. Der Schwabe traf alle Scheiben und war auch wie gewohnt schnell unterwegs. Um einen Fourcade zu stellen, hätte er an diesem Tag Flügel gebraucht. 18,7 Sekunden trennten den Uhinger im Ziel vom aktuellen Überflieger. Schempp wurde damit Dritter. Auf den zweiten Platz schob sich der ebenfalls fehlerfreie Anton Schipulin. Der Russe ließ zwar auf den letzten Metern einige Federn, rettete aber drei Sekunden auf Schempp. "Man ist körperlich auf unsere Zeit eingestellt. Der Körper geht zu dieser Zeit fast schon schlafen, jetzt muss er Wettkämpfe bestreiten. Das ist schon etwas anderes. Die Strecke ist auch anspruchsvoll, man musste immer Gas geben. Ich hatte kein gutes Gefühl auf der Strecke und dachte nicht, dass ich so schnell war. Ich bin sehr zufrieden mit dem Rennen", sagte der beste Deutsche.

Peiffer bricht auf den letzten Kilometern ein

Eine gute Platzierung ging an diesem Tag nur über ein fehlerfreies Schießen. Das lieferte auch Arnd Peiffer auf der Anlage, die für Olympia 1988 in Calgary gebaut und vor acht Jahren komplett erneuert worden ist, ab. Doch läuferisch spielte Peiffer nicht im Konzert der Schnellsten. Auf den letzten 2,5 Kilometern verlor er 30 Sekunden auf die Spitze und wurde mit 1:14,3 Minuten Rückstand Elfter. "Es war ein harter Tag. Ich bin froh, was ich daraus gemacht habe", sagte der Läufer aus Clausthal-Zellerfeld.

Lesser und Doll mit einem Fehler zu viel

Erik Lesser (SV Eintracht Frankenhain) und Benedikt Doll (SZ Breitnau) verbauten sich eine Platzierung in den Top Ten am Schießstand. Lesser lag am Schießstand einmal daneben. Das war an diesem Tag einmal zuviel. Der Thüringer kam als Zwölfter direkt hinter Peiffer ins Ziel. Doll legte zwar eine der schnellsten Laufzeiten in den stumpfen Schnee, doch mit drei Strafrunden war er chancenlos und wurde 28. Darüber ärgerte sich auch der Bundestrainer Mark Kirchner: "Er hat einiges verschenkt. Mit nur einem Fehler weniger, wäre es schon zehn Plätze weiter nach vorn gegangen."

Daniel Böhm schnupperte nach einer längeren Wettkampfpause wieder rein, überzeugte mit einem Fehler am Schießstand, konnte in der Loipe aber keine Bestleistungen abrufen und wurde 48.


Top-Norweger nicht am Start

Die starke norwegische Mannschaft um die Bö-Brüder, Ole-Einar Björndalen und Emil-Hegle Svendsen war nicht am Start. Sie verzichteten auf die Reise nach Kanada und bereiten sich zu Hause auf ihre Heim-WM in Oslo Mitte März vor.

sst | Stand: 04.02.2016, 19:27

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